The Hateful 8 [Film]

The Hateful Eight.jpg

Titel: The Hateful Eight
Regie: Quentin Tarantino
Drehbuch: Quentin Tarantino

Produktionsland: USA
Dauer: 168 Minuten
Erscheinungsdatum: 2016
Altersfreigabe: FSK 16

Log-Line:
Wyoming, einige Jahre nach dem amerikanischen Bürgerkrieg: Eine Kutsche bahnt sich mühsam ihren Weg durch den Schnee in Richtung der Stadt Red Rock. An Bord befinden sich der Kopfgeldjäger John „The Hangman“ Ruth, dessen Gefangene Daisy Domergue sowie der Anhalter Major Marquis Warren, der früher Soldat war und nun ebenfalls als Kopfgeldjäger sein Geld verdient, und Chris Mannix, ein Deserteur aus den Südstaaten, der behauptet, der neue Sheriff der Stadt zu sein. Ein Schneesturm zwingt die Gruppe zu einem Zwischenstopp in Minnies Kleinwarenladen. Sie treffen dort zwar nicht auf Minnie aber dafür auf den mysteriösen Mexikaner Bon, auf den verschwiegenen Cowboy Joe Gage, auf den Konföderierten-General Sandford Smithers sowie auf Oswaldo Mobray. Während der Sturm draußen immer heftiger tobt, begreifen die acht Fremden, dass ihr Zusammentreffen vielleicht gar nicht so zufällig ist und sie Red Rock möglicherweise nie erreichen werden…

Meine Meinung:
Die Tarantino-(Kammer)-Spiele mögen beginnen! Der neue Film des Kultregieseurs war natürlich Pflichttermin im Kino, auch für uns. Die letzten beiden Filme waren ein wahrer Dialog-Hochgenuss, und natürlich die jeweils herausragende Leistung von Christoph Waltz waren ein wahrer Augenschmauß. Doch dieses Mal fehlt der Ausnahme-Schauspieler und wird augenscheinlich durch einen anderen ausgetauscht – aber der Reihe nach.

Der Film beginnt mit einer Kutschenfahrt und schnell wird einem klar, dieser Tarantino-Film wird ein anderer sein. Viele beschreiben ihn als ein Pseudo-Kammerspiel, und das kommt der Sache schon recht nahe. Der Anfang lebt beinahe ausschließlich von den Dialogen – eigentlich ein Frefel in der Filmindustrie. Aber Mr. Pulp Fiction zieht sein Ding durch, fast eine Stunde lang begleiten wir die Protagonisten auf eine mehr oder weniger spannenden Kutschenfahrt. Hier werden die Geschichten und Charakteristiken der Personen geschildert. Diese werden zwar nicht uninterresant dargestellt, aber … eine Stunde Kutschenfahrt … eine Stunde!

Als sie (endlich) im Häuschen angekommen sind, werden die restlichen Charaktere vorgestellt. Ein Mexikaner, ein alter Südstaaten-General, ein Cowboy und ein Christoph-Waltz-Verschnitt (der lediglich zu beginn Waltz-mäßig loslegt, danach recht unspektakulär blieb). Nach und nach kommen Indizien für eine Verschwörung ans Licht, doch auch hier liegt der Schwerpunkt auf den Dialogen.

In der fortführenden Story-Entwicklung, nach Theorien der Notwendigkeit des Hängens, nach Pseudo-Nachkriegs-Geschichten und „schwarzen Schwänzen“, strömt auch gleich aus heiterem Himmel Blut aus diversen Mündern (blöder Kaffee!).

Jetzt fängt die kleine Detektiv-Arbeit an, welche fast ausschließlich vom Schwarzen Ex-Major Marquis (Jackson) angeführt wird – wer spielt hier ein übles Spiel? Auch wenn „unter dem Boden“ ein Geheimnis lauert, welches später lautstark eingeläutet wird, so werden die Verdächtigen schnell ermittelt – was doch recht schade ist. Dem Zuschauer wird nicht wirklich dazu eingeladen, selbst etwas Detektiv zu spielen, sondern wird durch Tarantino’s-Dialog-Fäden mitgezerrt.

Aber Tarantino wäre nicht Tarantino, wenn es am Ende nicht Blut regnen würde, auch wenn es fast 3 Stunden (!) gedauert hat. Doch am Ende bleibt leider nicht viel vom Film hängen, sodass beinahe 2/3 vom Film in Vergessenheit geraten – mögen die Dialoge noch so gut ausgearbeitet sein.

Fazit:
Naütrlich, auch wenn man mit Dialogen regelrecht überhäuft wird, diese sind gut ausgearbeitet und die Charaktere sind interessant, aber der Film ist einfach zu lange und (selbst für Tarantino) rhetorisch „way too much“. Möge das Ende noch so blutig sein, dies kann den zähen Anfang nicht wieder wett machen. Erinnert mich auch ein wenig an Roman Polanski’s „Der Gott des Gemetzels“ – welches jetzt nicht so schlecht, aber auch nicht der Hammer war. Die Auflösung reißt mich auch nicht wirklich mit – da gab es schon bessere Filme (hier empfehle ich die Verfilmung vom „Mord im Orient Express (1973)“).

Rhetorische Hirnverknotungen (auch versteckte) und mitreißende Szenen werden hier, im Gegensatz zu seinen letzten zwei Filmen, spärlich dargeboten. Für Tarantino-Fans und Leute, die gerne (blutige) Theaterstücke besuchen ist dieser Film sicherlich einen Blick wert, aber als einen „Meilenstein“ kann man diesen Film nicht betrachten.

Mein Rating:
6/10

https://de.wikipedia.org/wiki/The_Hateful_Eight

http://www.imdb.com/title/tt3460252/

http://www.rottentomatoes.com/m/the_hateful_eight/

Ein Gedanke zu “The Hateful 8 [Film]

  1. Hui – da spricht mir sooo vieles aus dem Herzen! Mein Freund ist hoffnungsloser Tarantino-Fan, deshalb war „The H8ful Eight“ auch bei uns Pflichttermin. Ich muss aber ehrlich sagen, dass ich die Handlung in nur 2 Sätzen beschreiben könnte und das bei einem Film, der 3 Stunden dauert. Für mich war das Splatter, Splatter, Splatter – ganz nachd em Motto: je weiter und höher das Blut spitzt, desto besser. Für mich war das Kinoerlebnis auch eher mau.

    Und ich bin jetzt bisserl beruhigt, dass es nicht nur mir so erging! 😀
    LG, Nana

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