Smart oder Die Welt mit anderen Augen

Smart oder Die Welt mit anderen Augen
Titel: Smart oder Die Welt mit anderen Augen
Originaltitel: Smart
Autor: Kim Slater
Genre: Jugendbuch ab 10 Jahren
Verlag: dtv
Format: Hardcover, 240 Seiten
ISBN: 978-3423761345

 

 

Inhalt:
Der 15-jähringe Kieran Woods tut sich nicht leicht in der Welt. Nähe zuzulassen, die Stimmung anderer zu erkennen und ähnliches, fällt ihm sehr schwer, was seine Mitschüler zum Anlass nehmen, um ihn zu mobben. Dafür kann er allerdings wunderbar zeichnen und ist ein guter Beobachter, alles war er braucht, um seinen Traum, später einmal Kriminalreporter zu werden, wahr zu machen.
Als er einen Obdachlosen tot im Fluss findet und die Polizei nicht sonderlich motiviert ist, darin ein Verbrechen zu sehen, ist es Kieran, der die Wahrheit ans Licht bringen möchte, unter allen Umständen.

Meine Meinung:
Der Inhalt alleine hat mich ein wenig an „Supergute Tage“ von Mark Haddon erinnert, da mich diese Geschichte damals nicht so überzeugt hat, war ich doch hier sehr gespannt, ob es jetzt funktionieren würde.

Kieran tut sich, man liest es aus dem Inhalt heraus, schwer mit anderen Menschen. Dadurch wird er für seine Mitschüler zur Zielscheibe, was oft auf seine Art zurückkommt. Er spricht aus, was er denkt, auch wenn es den Anderen verletzen könnte. Er tut es nicht willentlich, für ihn ist Ehrlichkeit einfach wichtig, in jeder Situation. Es sind aber nicht nur die Mitschüler, die damit Probleme haben, auch Erwachsene reagieren oft schroff. In der Schule unterstützt ihm die Lehrerin Miss Crane, sie hilft ihm, manchmal den Alltag zu verstehen. Was Kieran genau hat, weshalb er die Unterstützung braucht, dass erfährt man im Buch nicht, was allerdings auch gar nicht so wichtig ist, weil es viel mehr darum geht, die Welt mit seinen Augen zu sehen.

Sein Alltag ist nicht leicht, voller Tücken, weil er nicht immer versteht, warum die Menschen tun, was sie tun. Gerade diese Hilflosigkeit beschreibt die Autorin authentisch und nachvollziehbar. Mit Miss Crane versucht er sich in die Gesellschaft einzufügen, weiß, wann man lieber nichts sagt, aber mir kam es vor, dass er dadurch auch ein wenig verloren geht. Leider, so muss ich sagen, fehlen mir hier aber ganz oft die Gefühle. Mag sein, weil Kieran selbst so weit von seinen eigenen entfernt ist, doch war für mich die Geschichte doch sehr monoton. Das Mitgefühl für ihn hat mir einfach gefehlt und so konnte ich auch nicht ganz im Buch versinken.

Die Geschichte dreht sich darum, dass Kieran einen Obdachlosen tot im Fluss findet und sofort glaubt, dass es sich hierbei um Mord handelt. Die Polizei sieht es anders, glaubt die „Saufnase“ wäre einfach ins Wasser gefallen und ertrunken. Fall abgeschlossen. Gut, prinzipiell ist beides möglich, aber gerade die Kühle der Polizei, das Desinteresse an einem Menschen, nur weil er heimatlos ist, hat mich schon sehr mitgenommen. Jean ist ebenfalls obdachlos und eine Freundin von Kieran, gerade ihr zu Liebe, will er herausfinden, was wirklich geschah.
So ermittelt er und löst das Rätsel. Die Lösung verratet ich natürlich nicht, aber ich kann nur sagen, überzeugt hat es mich nicht. Zu viele lose Fäden, nicht wirklich nachvollziehbar und einfach seltsam. Vielleicht aber, sind solche Fälle einfach manchmal so – unergründlich.

„Smart oder Die Welt mit anderen Augen“ hat Potenzial, wobei ich sagen muss, dass es nicht ganz ausgeschöpft wurde. Der Ansatz gut, aber wenn es in die Tiefe geht, fehlt die Eindringlichkeit. Kierans Probleme mit Menschen waren mir zu oberflächlich, der Tod des Obdachlosen zu unverständlich, einzig der Umgang mit der Polizei, das Aufzeigen, wie „wertlos“ ein Leben in ihren Augen ist, nur weil ein Menschen aus dem Raster gefallen ist, dass hat mich mitgenommen und berührt.

Fazit:
„Smart – oder Die Welt mit anderen Augen“ ist sicherlich ein gutes Buch für Zwischendurch, aber man hätte meines Erachtens mehr aus dem Stoff machen können, so bleibt die Geschichte leider nicht in Erinnerung und ist schnell vergessen.

3 Sterne

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