Eine Reise durch das islamische Deutschland

Eine Reise durch das islamische Deutschland
Titel: Eine Reise durch das islamische Deutschland
Autor: Karen Krüger
Genre: Sachbuch
Verlag: Rowohlt Berlin
Format: Hardcover, 352 Seiten
ISBN:978-3871348327

 

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Inhalt:
Nichts ist aktueller als die Diskussion über den Islam, das Kopftuch, über Integration und die Flüchtlingswelle. All zu schnell lässt man sich zu einem schnellen Urteil hinreißen, doch wie sieht der Alltag von Muslimen in Deutschland wirklich aus? Karen Krüger macht sich auf eine Reise der besonderen Art, trifft Menschen, die ihren Glauben abgelegt haben und andere, die sofort in den Nahen Osten in den Dschihad ziehen würden.
Es stellt sich immer wieder die Frage, passt der Islam nach Deutschland, kann man sich integrieren und trotzdem an seiner Kultur festhalten?

Meine Meinung:
Man hört in den Medien immer vom bösen Islam, bis man irgendwann selbst an den Punkt ist zu glauben: Stimmt schon irgendwie, die sind ja alle wirklich sehr gewaltbereit und die Frauen sowieso prinzipiell unterdrückt. Medien sind aber mit Vorsicht zu genießen, was man spätestens nach dem Attentat im München gemerkt hat. Drei Attentäter, Weihnachtsmannkostüm, zweite Schießerei etc. Sicherlich, sie wollen die neusten Nachrichten präsentieren, wenn sich aber letztlich herausstellt, dass die Hälfte davon unwahr ist, muss man sich selbst fragen, wie weit das Vertrauen reichen darf und wann es heißt, erst einmal abzuwarten, um die ganze Situation zu überblicken.
Sprich, nur weil jemand Deutsch-Iraner ist, hat es noch lange nichts mit Terror zu tun, ist nicht der Islam Auslöser für Mord, weil der Islam viel mehr Facetten hat.

Ich gebe es zu, wenn ich eine Frau mit Kopftuch sehe, kommen bei mir auch Gedanken an Unterdrückung auf, weil es einfach für mich sehr befremdlich ist, wenn man bei 39° es darunter aushält – freiwillig. Was mich das Buch gelehrt hat: nicht mehr zu schauen oder zumindest meine Gedanken zu hinterfragen. Die Kopftuchdebatte ist jetzt wirklich schon ziemlich ausgeleiert, Musliminnen sind es leid, immer wieder beteuern zu müssen, dass es doch ihre freiwillige Wahl ist, denn egal wie viele Argumente vorgebracht werden, der geneigte Europa liest trotzdem noch Zwang heraus, aber es ist wie bei der Nonne, die ebenfalls Platz in dem Buch bekommt – für sie ist das Kopftuch ein religiöses Zeichen, was ihre Verbundenheit zu Gott symbolisiert, ihren tiefen Glauben, warum sollte als das Kopftuch bei Muslimen anders sein – weil wir es nicht verstehen, weil es einer anderen Kultur entstammt? Fragen die bleiben, genauso bleibt aber auch die Tatsache, dass das Kopftuch nicht akzeptabel ist, wenn es als Unterdrückung eingesetzt wird.

Das Buch setzt sich aber nicht nur mit der großen Kopftuchfrage auseinander, es zeigt auch Muslime, die ihren Glauben den Rücken gekehrt haben oder ihn zumindest so praktizieren, wie ich meinen katholischen. Zu Ostern und Weihnachten geht man schon mal in die Kirche, weil muss ja, aber ansonsten hat man nicht damit viel zu tun. Natürlich gibt es auch diesen Islam, der einen zwar bei der Geburt mitgegeben wurde, aber nicht wirklich gelebt wird.

Nach über 200 Seiten wird erläutert, wie ungefährlich der Islam ist und beinahe hatte ich die Befürchtung, eines extrem eindimensionalen Berichtes, weil machen wir uns nichts vor, es gibt die radikale Seite, die man nicht ignorieren kann/soll. Es kommt aber zur Sprache, die Menschen, die sich auf in den Dschihad machen, die Frauen unterdrücken oder so extrem Erdogan huldigen, dass es schon gruselig ist. Diese Problematik gibt es, an ihr gibt es nichts zu Beschönigen, auch gibt es sicherlich Muslime, die gefährlich sind, weil sie einen Islam wie vor hunderten von Jahren leben, den Koran wortwörtlich nehmen, Passagen , die extrem gewaltverherrlichend sind, in der heutigen Zeit noch anwenden möchten. Generell finde ich es bedenklich, wenn man nach einem tausend Jahre alten Buch lebt, sei es nun Koran oder Bibel, weil sich die Gegebenheiten nun einmal ändern.

Kürzlich habe ich einen großartigen Artikel gelesen, der für mich den Terror, den Islam und die „Glaubenproblematik“ wunderbar zusammenfasst: https://volksverpetzer.de/2016/07/moslem-medien-anschlag/

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