Die relative Unberechenbarkeit des Glücks

Die relative Unberechenbarkeit des Glücks
Titel: Die relative Unberechenbarkeit des Glücks
Originaltitel: Relativity
Autor: Antonia Hayes
Genre: Belletristik
Verlag: Blanvalet Verlag
Format: Hardcover, 464 Seiten
ISBN:978-3764505752

 

 

Inhalt:
Der zwölfjährige Ethan liebt die Physik und Astronomie, sieht die Welt mit ganz eigenen Augen. Es klingt gut, doch macht ihn diese Sicht auch zu einem Außenseiter, weil viele nicht verstehen, was er sieht und meint. Die wichtigste Person in seinem Leben ist aber sowieso seine Mutter Claire, doch je älter er wird, desto öfters fragt er auch nach seinem Vater, den er nie kennengelernt hat. Seine Mutter blockt jedoch ab, Ethan weiß nämlich nicht, dass er als Baby beinahe gestorben wäre und sein Vater in der Folge verurteilt wurde. Ein dunkles Geheimnis, was über ihnen schwebt, bis ein unerwarteter Brief eine Reihe von Ereignissen in Gang bringt.

Meine Meinung:
Denke ich an die Geschichte, denke ich an Kaugummi. Der schmeckt zu Beginn wirklich lecker, behält auch einige Zeit seinen Geschmack, kaut man ihn aber zu lange, dann wird’s ziemlich fade.
Gemeiner Vergleich, aber ja, so ging es mir mit diesem Buch.

Die ersten Seiten habe ich noch mit Interesse gelesen, weil ich mir dachte, ist doch die Einleitung, da muss man ein wenig nachsichtig sein, als ich dann jedoch bei Seite 200 war und immer noch wartete, auf Gefühle, die die Sätze in mir auslösen oder Spannung, die mich zumindest dranbleiben lässt, war ich kurz davor das Buch abzubrechen. Kennt man jetzt vielleicht, aber abbrechen will man auch nicht, gab es doch genug Bücher, die schon mal im Mittelteil (am Ende) eine Drehung vollführt haben, dass man froh war, durchgehalten zu haben. Ist „Die relative Unberechenbarkeit des Glücks“ so ein Buch, was sich dreht? Ähm….nein. Es ist ein zu lange gekauter Kaugummi.

Eine Meinung wäre nicht rund, wenn ich keine Gründe dafür liefere, warum ich so gemein bin.
Nach der Leseprobe dachte ich, wenn ich die Protagonisten besser kennenlerne, dann könnte ich sie sicherlich ins Herz schließen, aber nach spätestens 200 Seiten merkte ich, die Mission ist gescheitert. Ethan, der ja die Hauptperson ist, bleibt mir so unendlich fern, hat für mich keine Tiefen, sondern ist nur umzeichnet, keine Konturen, eine Schattengestalt. Es wird zwar sein Savant-Syndrom behandelt (wird auch Inselbegabung genannt, kurz gesagt: jemand ist in einem Bereich extrem talentiert, dafür tut er sich mit allen anderen Dingen ziemlich schwer, wie eben eine Insel im Ozean). Klasse Thema, noch nie darüber gelesen, ohne das der Protagonist Autismus hat, aber es wird mit einem Absatz erklärt und dann war es das, es kratz noch nicht einmal an der Oberfläche, es ist ein Nebensatz, der in den Hauptsätzen untergeht.

Ebenso gibt es eine Mobbingsituation, die zwar hoffen lässt, zumindest hier ein paar Details vorzubringen, doch irgendwie verschwindet dieser Strang vollkommen – aus den Augen, aus dem Sinn. Die Geschichte, sie fühlt sich für mich unvollständig an. Die Vaterthematik hat Platz, wird ausgeleuchtet, aber auch hier hab ich das Gefühl, ganz viele Dinge nicht erfahren zu haben.

In dem Buch geht es auch um Physik und Astronomie, was jetzt jemanden abschrecken könnte, aber hier gibt es mal etwas Positives – es ist in einem gesunden Maß, hier war ich mal froh, dass man sich nicht in Details verloren hat und genauso oberflächlich geblieben ist, wie beim Rest.

Vielleicht lassen es meine Worte schon vermuten, aber die Geschichte war nicht für mich gemacht. Man kann sie lesen, man kann es aber auch bleiben lassen und einen Kaugummi kauen.

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