Unter Weissen – Was es heißt, privilegiert zu sein

Ein wenig leben
Titel: Unter Weissen – Was es heißt, privilegiert zu sein
Autor: Mohamed Amjahid
Genre: Sachbuch/Erfahrung
Verlag: Hanser Verlag
Format: Broschiert, 192 Seiten
ISBN: 978-3446254725


Kauft doch wieder mal in der örtlichen Buchhandlung ein!

 

In den Menschenrechten steht: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“ Dem Satz nach, dürfte ein weisser Mensch nicht privilegierter sein, als ein dunkelhäutiger. Und doch ist es nur ein Satz, wer die Welt mit offenen Augen betrachtet, wird merken, dass es letztlich nur Worte sind.
Ist man weiss, bewegt sich nur in diesem Umfeld, mag man vielleicht protestieren und sagen, man spüre selbst keine Privilegien, Hautfarbe ist nicht alles – alles vielleicht nicht, aber doch sehr viel.

Mohamed Amjahid , Sohn marokkanischer Gastarbeiter und als Journalist bei einer deutschen Zeitung, schreibt nieder, was eine andere Hautfarbe wirklich im „Land der Weissen“ bedeutet. Rassismus, Helferkomplexe, Schikanen und nicht zuletzt Racial Profiling (= agieren von Polizei-, Sicherheits-, Einwanderungs- und Zollbeamten, auf äußerlichen Merkmalen basierend – man erinnere sich nur an die Nafri Debatte).

Ich bin weiss, damit musste ich mich nie auseinandersetzen und hab es auch nie getan, warum auch, war es doch niemals notwendig und Probleme hat es mir schon gar nicht bereitet.
Als ich ungefähr 13 war, stand ich vor der Schule, an einem Kiosk und hab irgendwas getan, vermutlich gewartet. Neben mir stand ein asiatischer Junge, der auch nur wartete. Er stand schweigend da, blickte zu Boden und tat nichts. Ein ganz normaler Schüler und doch sah ein älterer Mann etwas anderes. Ohne ersichtlichen Grund sagte er: „Du scheiß Schlitzauge, geh weg da und am besten dorthin zurück, wo du herkommst“.  Diese Situation war meine erste, in der ich Rassismus begegnet bin, aber dem Jungen war anzusehen, seine erste Erfahrung war es nicht.
Damals dachte ich an einen Einzelfall, aber es war wohl eher eine Illusion, damit ich den Glauben an die Welt nicht verliere. Denkt man jetzt nur einmal logisch nach, wie es sich anfühlen muss, täglich mit Rassismus konfrontiert zu sein, kann man erahnen, wie schwer es wiegen muss, in seiner Heimat, nie wirklich zu Hause zu sein, weil einen die Gesellschaft immer wieder das Gefühl gibt, fehl am Platz zu sein.

Der Ein oder Andere mag jetzt erschrocken aufschreie, sich allen Vorurteilen entledigen, ist man doch selbst ein weltoffener Mensch, springt in die Bresche, wenn man Ungerechtigkeit sieht. Die Wahrheit ist allerdings – wir alle haben Vorurteile. Es ist einfach menschlich, sich selbst und die Welt zu hinterfragen, die Kunst besteht darin, es auch wirklich zu tun und nicht vorschnell zu handeln.

Dieses Buch regt zum Nachdenken an, was es wirklich heißt „anders“ zu sein, nur weil einen die Umgebung ein Etikett aufdrückt, gegen das man sich nicht wehren kann.

So viel mehr gebe es noch zu sagen und doch läuft alles auf das Selbe hinaus: lest dieses Buch.

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