Daniel is different

Daniel is differnt
Titel: Daniel is differnt
Originaltitel: OCDaniel
Autor: Wesley King
Genre: Jugendbuch ab 12 Jahren
Verlag: Magellan Verlag
Format: Hardcover, 304 Seiten
ISBN: 978-3734847103


Kauft doch wieder mal in der örtlichen Buchhandlung ein!

Der 13-jährige Daniel wäre so gerne normal, doch er kämpft täglich gegen Zaps, so zumindest nennt er die kurzen Aussetzer, wenn er seinen Zwangshandlungen nicht nachgeht oder sie nicht absolut perfekt macht.  Zahlen unterteilt er in gut und schlecht, wobei es nahezu nicht schafft, die schlechten auch nur aufzuschreiben. Ebenso ist sein „Schlafensprogramm“ aufs Schärfste durchstrukturiert. Die Schritte bis zum Bad. Die Anzahl wie oft er sich mit der Zahnbürste putzen muss. Das Gefühl, das Licht an/auszuknipsen, bis es sich richtig anfühlt. Es können schon einmal Stunden vergehen, bis er wirklich schlafen kann.

All diese Dinge versucht er vor der Öffentlichkeit zu verstecken, weil er selbst den Unsinn der Handlungen versteht, sie allerdings trotzdem nicht unterlassen kann.
Sein bester Freund Max nimmt seine Eigenarten hin, obwohl auch vor ihm Daniel das Ausmaß versteckt und dann ist da noch Raya, Daniels heimlicher Schwarm, die ihn endlich auch wahrzunehmen scheint, doch ausgerechnet auch Psycho-Sara, wie sie alle nennen, sucht den Kontakt zu ihm.
Es wird für ihn immer schwerer ein Geheimnis zu wahren und die Angst bleibt, als völlig verrückt hingestellt zu werden.

Sein Verhalten ist nicht normal, dass weiß Daniel, mit seinen Eigenheiten fühlt er sich alleine und denkt, der Einzige zu sein, der darunter leidet. Zwangsstörungen, das Wort kennt er, legt es jedoch nicht auf seine Situation, nur der Leser selbst entdeckt bald, dass er unter Zwangshandlungen und Zwangsgedanken leidet.
Psychische Erkrankungen sind immer noch mit einem Tabu behaftet und obwohl der Junge eine liebevolle Familie hat, vertraut er sich ihnen nicht an. Der Vater hat die Wunschvorstellung, dass er Football genauso liebt, wie er und drängt ihn deshalb ins Schulteam – dort verbringt Daniel ist meiste Zeit auf der Ersatzbank, worüber er auch sehr glücklich ist, hasst er es doch zu spielen. Dieser Druck macht es ihm schwer, seinen Vater offen und ehrlich gegenüber zu sein. Daniels Mutter findet Platz im Buch, aber obwohl man einiges über die Familie erfährt bleibt sie doch am Rand. Was man nur langsam mitbekommt, sie ahnen etwas, sie sehen ihren Sohn und merken, dass er Probleme hat, fragen nach, sind aber froh, wenn er sagt, alles sei in Ordnung, weil auch sie nicht wirklich wissen, wie mit der Situation umgehen.
Dieses Verhalten fand ich gut umgesetzt, weil es oftmals ja auch so ist, die Eltern sehen, dass ihr Kind Probleme hat, können sie aber selbst nicht benennen und wissen nicht wirklich, was tun.

In der Schule ist Daniel ein typischer Außenseiter, allerdings hat er seinen Freund Max, der ziemlich beliebt ist, woraufhin ihn alle irgendwie akzeptieren, zwar nicht wirklich beachten, aber doch in Ruhe lassen.
Als Raya auf den Plan trat, hatte ich ein wenig die Befürchtung, eine Liebesgeschichte würde sich einschleichen, die den Blick von dem eigenen Thema ablenkt. Natürlich kommen die großen Gefühle vor, so ist die Jugend nun mal, aber die Zwangsstörung behält ihren wichtigen Standpunkt.

Und dann gibt es ja auch noch Psycho-Sara, sie hat eine eigene Betreuungslehrerin, spricht nicht und rastet manchmal aus. Niemand, mit dem man unbedingt Zeit verbringen möchte, doch genau diese Psycho-Sara beginnt Kontakt zu Daniel zu suchen, warum, man kann es nur erahnen, aber letztlich entwickelt es sich in ein Katz und Mausspiel, was dem Buch noch mal eine große Portion Spannung mitgibt.

Und am Ende, am Ende möchte man wissen, wie es mit Daniel weitergeht. Das Buch findet einen Abschluss, aber es gebe noch so viel, was man schreiben könnte, worüber man mehr wissen möchte. Ein wenig verloren blieb ich zurück, mit der Frage, wie Daniels Leben wohl weitergehen wird.

Empfehlenswerte Rezensionen zu dem Buch:
Nightingale-BlogSweetpigletBuchsichtenDunkelbunt

Ein Gedanke zu “Daniel is different

  1. Genauso fühlte ich mich auch etwas beim Ende. Es hätte zumindest in Bezug auf seine Eltern noch den Ansatz einer Klärung geben können. Und auf der anderen Seite fühlte es sich richtig an. Daniel ist ja noch so wahnsinnig jung und muss, nun da er weiß was los ist mit ihm, erst einmal lernen mit OCD zu leben. Das fand ich schon sehr glaubwürdig umgesetzt vom Autor.

    Und danke dir übrigens für die Verlinkung! 🙂

    LG,
    Sandy

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