[reflection] The Way I Used to Be

The Way I Used to Be
Titel: The Way I Used to Be
auf Deutsch bis jetzt erhältlich: nein
Autor: Amber Smith
Genre: Jugendbuch ab 14 Jahren
Verlag: Margaret K. McElderry Books
Format: Taschenbuch, 384 Seiten
ISBN: 978-1481449359

 


Kurz zum Inhalt:
Edens Leben war normal, weder sonderlich aufregend, noch langweilig – doch als der beste Freund ihres Bruder sie vergewaltigt, bricht ihre Welt zusammen.
Sie schweigt. Ihr Umfeld bemerkt eine Veränderung, aber so sind Teenager nun einmal oder?
Sie spielt eine Rolle, fängt an, alle wichtigen Menschen wegzustoßen, weil niemand ihr Geheimnis kennt, weil niemand wirklich versteht, was mit ihr los ist und zwischen ihren aufgezwungenen Lächeln, zwischen der gespielten Coolness, verliert sie sich selbst Stück für Stück.

reflection:
Als Leser wird man schon auf den ersten Seiten in Edens Geheimnis eingeweiht, sie erzählt den Moment der Vergewaltigung und obwohl ihre Mutter am nächsten Morgen Blut auf ihren Bettlacken findet, ein verstörtes Mädchen, dass sprechen möchte, aber nicht kann – kommt es zur Erklärung, dass einfach nur die monatliche Periode war – eine Idee, die Eden versucht anzunehmen, um auszublenden, was wirklich geschah.

Wir lernen sie langsam kennen, wer sie ist, nach der Tat und wer sie war, davor.  Es gibt einen Einblick, wie sehr sich alles nach dieser Nacht verändert hat. Versucht Eden am Anfang noch einwandfrei zu funktionieren, zerbricht diese Fassade bald und lässt etwas anderen durchkommen.
Normalerweise, wenn es in einem Jugendbuch über das Thema Vergewaltigung geht, erlebt man eine/n verzweifelte/n Protagonisten/in und auch hier war es zu Beginn Verzweiflung, die sich aber je weiter die Geschichte ging, in unglaubliche Wut verwandelt hat. Wut auf die Welt, Wut auf Männer, aber auch Wut auf sich selbst.

Wahnsinnig gut fand ich es bei dem Buch, dass es einmal ein Symptom nach Missbrauch bespricht, was sich kaum jemand vorstellen kann und fasst nie Gehör findet: Promiskuität.
Zuerst fängt es damit an, dass sie an der Schule plötzlich nur noch Schlampe genannt wird und irgendwie fängt sie an, einfach diesen Ruf gerecht zu werden, weil sie merkt, dass es ihr hilft, die Macht über die Männer zu haben. Nicht mehr hilflos, wehrlos zu sein, sondern in der Position, wo sie es ist, die bestimmt.
Sie spielt mit den Männern, verletzt sie und es ist schwer, sie in diesem Momenten nicht zu hassen, weil sie alles dafür tut, dass man sie verachtet, doch als Leser bekommt man ihre Gedanken mit, ist zerrissen – einerseits versteht man sie und andererseits war für mich auf nur Unverständnis vorhanden.

In der Mitte des Buches war es für mich fast soweit, dass ich Eden einfach nicht mehr ausstehen konnte. Natürlich war im Hinterkopf das Wissen, was mit ihr geschehen ist und trotzdem war es meiner Meinung nach kein Freifahrtschein, allerdings ist die Sache so – hätte jemand mit ihr gesprochen, durch ihre Wut hindurch, hätte er nicht locker gelassen, Vorwürfe vermeidet, dann denke ich, hätte man die Fassade von ihr knacken können und ich denke, genau das will das Buch auch zeigen – das ein Geheimnis einen innerlich so zerstören kann, dass man die Zerstörung nach außen trägt, in welcher Form auch immer.

Als ich Eden langsam hassen begonnen habe, habe ich auch das Buch gehasst, fand es dämlich, das Thema Missbrauch miserabel umgesetzt, erst gegen Ende hin ist mir aufgegangen, dass es so sein musste, dass man lernt, unter die Oberfläche zu schauen und hinter jeder Wut so viel mehr stecken kann, als man zuerst erachtet – es hat mir, wieder einmal, gezeigt, dass man Menschen nicht einfach so pauschal verurteilen darf, wenn man sie nicht wirklich kennt.

Letztlich fand ich die Geschichte großartig umgesetzt, ein wirklicher Rausch an Gefühlen, wobei von der Palette alles dabei war, was man sich nur vorstellen kann.

Bezüglich dem Stil, ist das Buch eigentlich relativ leicht geschrieben, allerdings haben sich doch einige schwieriger Wörter eingeschlichen, so dass ich öfters das Wörterbuch zu rate ziehen musste, weshalb es wohl eher für etwas geübtere Leser geeignete ist.

 

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