Der Ernst des Lebens macht auch keinen Spaß

Der Ernst des Lebens macht auch keinen Spaß
Titel: Der Ernst des Lebens macht auch keinen Spaß
Autor: Christoph Wortberg
Genre: Jugendbuch ab 14 Jahren
Verlag: Beltz & Gelberg
Format: Taschenbuch, 192 Seiten
ISBN:978-3407746597


Kauft doch wieder mal in der örtlichen Buchhandlung ein!

 

Für Lenny war sein älterer Bruder Jakob immer ein Held, zu dem er aufgeschaut hat, doch nun ist er tot und Lenny beginnt sich Fragen zu stellen.
Wer war sein Bruder? Kannte er ihn überhaupt wirklich?
Auf seiner Suche nach Antworten trifft er auf Rosa, die seinen Bruder kannte, besser als er vielleicht …

Dieses Buch ist mir letztes Jahr zum ersten Mal untergekommen, weil ich mir aber auf den Inhalt nicht wirklich einen Reim machen konnte, ist es dann doch irgendwie in Vergessenheit geraten. Nun, wie so oft, kam Meister Zufall um die Ecke und das Buch zu mir.

Schon nach den ersten Seiten erfährt man, dass Lennys Bruder beim Bergsteigen tödlich verunglückt ist, alleine schon, wie man mit Trauer umgeht, hätten dieses Buch sicherlich gefüllt, doch es geht auf eine andere Ebene hinaus.
Jakob war ein erfahrender Bergsteiger, so will es Lenny nicht so recht glauben, dass er alleine unterwegs war und dabei abgestürzt ist. Niemals würde er alleine gehen, dafür ist es zu gefährlich. Seine Eltern wollen dieses Gedanken gar nicht aufkommen lassen und verkriechen sich.

Dieses schmale Büchlein hat mich bis zur Hälfte auf ungeahnte Weise berührt. Ich habe mich nichts erwartet und unglaublich viel bekommen. Es fällt schwer zu sagen, was genau all die Gefühle ausgelöst hat, aber sich mich Lenny auf die Spuren seines Bruder zu begeben, ist voller Emotionen, die mich als Leser mitgerissen haben.
Besonders auch, weil er alleine gelassen wird, seine Eltern kämpfen mit ihren eigenen Problemen, wollen nichts hören und so macht Lenny sich alleine auf, seine Gedanken zu sortieren, was extrem aufwühlend ist.

Wer war Jakob? Für Lenny war er der große Bruder, den er nachzustreben versuchte, für seine Eltern war er das Wunderkind, welches nie Probleme bereite, doch war Jakob wirklich so oder hatte er etwas unter der Oberfläche verborgen? Hat sein innerer Dämon ihn gefangen genommen, dass er letztlich nur diesen einen Ausweg kannte?

Ab der Hälfte flacht die Geschichte ziemlich schnell ab und verliert an Intensität.
Rosa taucht auf und gerade ihre Beziehung zu Jakob war für mich viel zu schnell aufgedeckt und abgehandelt. Ich denke, da hätte es durchaus mehr Seiten geben können, die dem Buch gut getan hätten, um alles wieder mit so vielen Emotionen zu füllen, wie den ersten Teil.

Das Buch ist wunderbar geschrieben, lässt sich leicht und rasch lesen, nur leider ist der Bruch in der Mitte ziemlich gravierend. Es macht die Geschichte nicht schlecht, sie bleibt immer noch lesenswert, aber doch blieb ich letztlich ein wenig enttäuscht zurück, auf Grund der vergebenen Chancen, Jakobs Gedanken besser kennenzulernen.

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