Meine Schwester lebt auf dem Kaminsims

Meine Schwester lebt auf dem Kaminsims
Titel: Meine Schwester lebt auf dem Kaminsims
Originaltitel: My Sister lives on the Mantelpiece
Autor: Annabel Pitcher
Genre: Jugendbuch ab 14 Jahren (meine persönliche Meinung)
Verlag: Goldmann Verlag
Format: Hardcover, 224 Seiten
ISBN: 978-3442312535


Kauft doch wieder mal in der örtlichen Buchhandlung ein!

Seit der zehnjährige Jamie ein Spider-Man-T-Shirt von seiner Mutter geschenkt bekommen hat, weigert er sich, es wieder auszuziehen, immerhin will er es anhaben, wenn sie ihn besuchen kommt. Sie hat es ihm versprochen, doch wie so viele Versprechen in letzter Zeit, scheint auch dieses eine Lüge gewesen zu sein.
Seit dem Tod seiner Schwester Rose, versinkt sein Vater in Trauer und versucht sich mit Alkohol zu betäuben, seine Mutter ist verschwunden und seine andere Schwester Jas hat beschlossen, nicht mehr zu essen und Jamie? Er möchte einfach nur, dass seine Familie wieder zueinander findet.

Once again, ein Buch was seit Jahren in meinem Regal steht und traurig auf eine Lesereise gewartet hat. 2012 ist die Hardcoverausgabe erschienen und ich denke, genauso lange steht es schon bei mir. Damals hatte ich das erste Kapitel gelesen und fand es mittelmäßig und hab dann doch lieber etwas anderes gelesen.
2016 ist dann „Schweigen ist Goldfisch“ erschienen, was ich sofort weggelesen habe, nur um dann zu schauen, was die Autorin noch so geschrieben hat, damit ich mir sofort alle Bücher holen kann – die Überraschung, ein Buch steht schon längst im Regal und dann wieder der Vorsatz, es nun doch wirklich endlich zu lesen.
Ein Jahr später, nach oftmaligen in der Hand halten und wieder weglegen, war der große Moment gekommen, um zum Schluss zu dem Fazit zu kommen, was für ein riesiger Vollidiot ich war, das Buch nicht viel früher gelesen zu haben.

Aber der Reihe nach – erzählt wird die Geschichte aus der Sicht des zehnjährigen Jamie, der vor 5 Jahren seine Schwester Rose bei einem Terroranschlag in London verloren hat. Er kann sich nicht wirklich an sie erinnern, trauert deswegen nicht stark, doch die Menschen um ihn trauern. Sein Vater versinkt im Alkohol und Himmel, was habe ich ihn an manchen Stellen gehasst. In seiner Trauer wird er blind für alles um sich.
Mehr gehasst habe ich eigentlich nur noch Jamies Mutter, die in dem Buch eigentlich gar nicht vorkommt, aber eben durch ihre Abwesenheit umso präsenter ist. Sie hat es irgendwann nicht mehr ausgehalten und hat die Familie verlassen, interessiert sich, so hatte ich das Gefühl, überhaupt nicht mehr, für ihre zwei Kinder.
Und dann ist da Jas, die Schwester von Jamie und die eineiige Zwillingsschwester von Rose. Eine besondere Situation, für Jas, weil sie sich dem Druck gegenübersieht, für Rose ein Leben mitzuleben, für ihren Vater, weil er jeden Tag sieht, was aus Rose hätte werden können.

Als Jamie an eine neue Schule wechselt, lernt er Sunya kennen, die mit ihm in die selbe Klasse kommt und er sieht sich einen Problem gegenüber. Sunya ist Muslimin und Muslime haben seine Schwester getötet, kann er jetzt überhaupt mit ihr befreundet sein? Diese Zerrissenheit, man spürt sie die Geschichte hindurch. Einerseits findet er Sunya sehr nett, hat viel Spaß mit ihr, andererseits hat er immer die Worte seines Vaters im Kopf, dass die doch alle gleich sind. Eine aktuelle Thematik, die nicht besser hätte umgesetzt sein können.

Jamie ist zehn Jahre alt, weshalb das Buch auch sprachlich relativ leicht gehalten ist, wobei sich die Meinungen bezüglich der Altersempfehlungen uneinig sind. Die englische Ausgabe war ab 12 Jahren empfohlen, für die deutsche gab es dann gar keine Empfehlung mehr, weil es wohl gleich als Belletristik eingeordnet wurde.
Für mich ist die Entscheidung gefallen, es als Jugendbuch zu sehen, weil ich denke, man diese nicht unterschätzen sollte. Sicherlich, hier geht es um ein sehr ernstes Thema, aber leider gehört es auch zu unserem Alltag dazu, was ich vielleicht hochsetze ist das Alter von 12 auf 14.

Die letzten 100 Seiten wollte ich mir für zwei Tage einteilen, was aber letztlich vollkommen unmöglich war, weil ich einfach an der Geschichte klebte und Jamie nicht loslassen wollte. Es ist so, normalerweise verdrücke ich bei Büchern nur manchmal ein Tränchen, nicht viel mehr, doch hier habe ich eher so ausgesehen:

Ernsthaft, die letzten 20 Seiten haben mir das Herz gebrochen. Ich weinte, das Taschentuch in einer Hand, in der anderen das Buch, weil ich unbedingt weiterlesen wollte, aber durch die Tränen nicht wirklich viel gesehen habe.

Zwei tolle Rezension zu dem Buch findet ihr auch hier:
Das Bücherei
Bookwives

Ein Gedanke zu “Meine Schwester lebt auf dem Kaminsims

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