Mein Leben oder ein Haufen unvollkommener Momente

Titel:  Mein Leben oder ein Haufen unvollkommener Momente
Originaltitel: Things I’m Seeing without You
Autor: Peter Bognanni
Genre: Jugendbuch ab 14 Jahren
Verlag: Hanser Verlag
Format: Hardcover, 272 Seiten
ISBN: 978-3446258631


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Getroffen haben sich Tess und Jonah nur ein einziges Mal. Obwohl sie sieben Monate zusammen waren. In dieser Zeit haben sie alles miteinander geteilt per Chat, Facebook, Tweets, haben sich herzzerreißende E-Mails geschrieben, ihr Innerstes preisgegeben, sich gegenseitig ihre Liebe erklärt. Und trotzdem hat Tess es nicht kommen sehen: Jonahs Selbstmord. Doch Tess sendet weiter Nachrichten an Jonah, ihre erste Liebe. Es ist ihre Art, die Trauer zu verarbeiten. Und eines Tages erhält sie tatsächlich Antwort … Ein außergewöhnlicher Roman über Tod und Abschied in Zeiten von Social Media und darüber, dass jedem Ende ein neuer Anfang – und vielleicht sogar eine neue Liebe – innewohnt.. ©Hanser Verlag

Bevor ich mit dem Buch angefangen habe, stellte ich mir vor, es ginge darüber, Jonah besser kennen zulernen, durch die Erinnerungen von Tess, allerdings ist hier die Geschichte eher spärlich, der Fokus liegt eher auf der Trauer.  Trauer aber nicht, in dem Erinnerung verarbeitet werden, sondern, wie soll ich sagen, ein langsamer Abschied vonstattengeht.

Jetzt gegen Ende fällt es mir immer noch schwer, die richtigen Worte für die Geschichte zu finden, weil ich nicht wirklich weiß, was ich davon halten soll. Es ist ein gutes Buch, sogar ein sehr gutes, aber auch eines der Sorte, die einen zum Nachdenken bringen.
Social Media sind für viele heute Alltag, auch für mich, aber wer sind die Menschen auf der anderen Seite des Bildschirms? Wenn man denkt, man würde sie kennen, was kennt man letztlich wirklich? Ich glaube, die Gedanken werden mich noch länger beschäftigen, nicht das es neue Überlegungen wären, aber das Buch sticht genau ins Gedankennest hinein, so dass ich wieder intensiver über die digitale Welt nachdenke.

Ein klein wenig hatte ich Angst davor, dass die Geschichte in eine kitschige Richtung gleitet, was bei diesem Thema fatal wäre, aber hier hat der Autor eine gute Gratwanderung vollbracht. Natürlich war Tess in Jonah verliebt, deswegen kann man einige Gedanken gut nachvollziehen, aber es ist nie in einem übertrieben Mass, auch nicht, als sie beginnt, Antworten zu erhalten – hier liegt sowieso ein Hauptaugenmerk – wer schreibt zurück? Hier will ich nicht einmal etwas andeuten, weil ich finde, jeder Leser sollte dieses Geheimnis selbst entdecken, so viel nur: es passt, es heizt das Gedankenfeuer an!

Einen Kritikpunkt habe ich letztlich doch – mir ist keiner der Charaktere sonderlich sympatisch oder sagen wir lieber, ich habe mit keinem wirklich mitgefühlt.
Die Geschichte hat Tiefe, aber richtig erreichen konnte mich die Gedanken nicht, weil eine Art Gefühlsblocker zwischen mir und dem Buch war. Klingt seltsam, ist es auch, weil es am Ende wirkt, als hätte man etwas verpasst.
Und trotzdem ist die Geschichte durchaus lesenswert, weil sie etwas an sich hat, etwas, was ich immer noch nicht wirklich benennen kann, aber vielleicht ist es einfach die Ehrlichkeit, was Trauer ist und wie viel man häufig nicht sieht.

Danke an:
Bildergebnis für vorablesen logo und den Hanser Verlag für das Rezensionsexemplar.

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