Schildkrötenwege oder Wie ich beschloss, alles anders zu machen

Schildkrötenwege oder Wie ich beschloss, alles anders zu machen
Titel: Schildkrötenwege oder Wie ich beschloss, alles anders zu machen
Originaltitel: Every Exquisite Thing
Autor: Matthew Quick
Genre: Jugendbuch ab 14 Jahren
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
Format: Hardcover, 304 Seiten
ISBN: 978-3423762045


Kauft doch wieder einmal in eurer örtlichen Buchhandlung ein!

Inhalt:
Ihr ganzes Leben lang gehörte Einserschülerin und Spitzensportlerin Nanette O’Hara zu den Mädchen, die alle Regeln befolgen – bis zu dem Tag, als sie den Kultroman ›Der Kaugummi-Killer‹ liest. Auf einmal beginnt Nanette, ihr gesamtes Dasein in Frage zu stellen, und sie trifft auf den Einzelgänger Alex, der, ebenfalls ein großer Fan des Buchs, sich ähnlich wie der Held im Roman konsequent jeder Anpassung verweigert. Als Nanette und Alex sich ineinander verlieben, und sich näherkommen, fasst sie erstmals den Mut, sich offen gegen ihr bisheriges Leben aufzulehnen. Doch die radikale Weise, mit der Alex seine Auflehnung durchzieht, bereitet Nanette zunehmend Probleme…©dtv Verlagsgesellschaft

Meine Meinung:
Ich möchte bitte jetzt und sofort „Der Kaugummi-Killer“ lesen! Dieses Buch muss so grandios sein, dass es die Menschen in ihren Tiefen verändert.
Tragischer Weise gibt es dieses Buch nicht und als Leser von Schildkrötenwege erfährt man nur Bruchstücke daraus. Zudem, eigentlich geht es hier gar nicht um den Kaugummi-Killer, es geht um ein Buch, um Faszination und was passiert, wenn man sich in einer Fantasiewelt verliert.

Matthew Quick ist für mich russisches Roulette: „Silver Linings“ und „Happy Birthday, Leonard Peacock“ fand ich eher mau, dafür war „Die Sache mit dem Glück“ ein wahrer Glücksgriff und weil mich das Cover dieses Mal doch sehr angelacht hat, zog sein neues Buch eben bei mir ein.
Und ich darf sagen, Herr Quick hat das 2:2 unentschieden geschafft, sprich: Glücksgriff.

Die Geschichte ist anders, absolut anders und nach den ersten Seiten hatte ich keine Ahnung, worauf es hinaus will. Der Zusatztitel „Wie ich beschloss, alles anders zu machen“, hat mir eine Coming Age Sache versprochen, darauf war ich vorbereitet, aber ich war nicht auf Nanette, Alex und Booker vorbereitet, niemand ist vermutlich darauf vorbereitet.

Aber nochmal zum Start, Nanette bekommt von ihrem Lehrer das Buch „Der Kaugummi-Killer“ geschenkt, weil dieser glaubt, sie könnte es schaffen, dadurch ihre eigenen Gedanken zu entwirren. Sie liest es und verliert sich in den Zeilen.
Leser kennen es vermutlich alle, wenn man ein Buch hat, in dessen Buchstabenmeer man ein zweites zu Hause findet, welches man hundertmal lesen kann, ohne dass es einmal langweilig wäre. Diese Protagonisten, von denen man sich wünschen würde, sie würden aus den Seiten steigen, damit man mehr als nur eine Freundschaft auf Papier hat – genauso muss „Der Kaugummi-Killer“ sein.
Nanette wird nahezu abhängig von der Geschichte und ihr Lehrer, er gibt ihr die Adresse von dem Autor – Booker. Eine Freundschaft entwickelt sich.
Eine Regel hat Booker allerdings für seine Freunde: Es wird nicht über sein Buch gesprochen.
Natürlich fällt es Nanette zuerst schwer und manchmal entlockt sie ihm doch ein paar Worte, doch worum es mehr geht – Booker stellt ihr Alex vor, ein Einzelgänger, der ebenso dem Buch verfallen ist.

Klingt alles bis jetzt ziemlich, naja, lauwarm. Nicht sonderlich aufregend, aber doch so, dass man dranbleiben würde, kännte ja noch was passieren. Und Himmel, es passiert so viel und eigentlich auch nichts.
Alex und Nanette werden Freunde. Nanette liebt zwar das Buch vom Kaugummi-Killer, allerdings ist es Alex, der der Geschichte komplett verfällt und sich darin verliert. Realität und Fantasie vermischen sich für ihn. Er denkt, die Geschichte würde ihm sagen, wie er sein Leben leben muss.
Nanette steht daneben, versteht die Faszination, aber soweit wie Alex es treibt, erschreckt sie dann doch.

Die Tragödie nimmt ihren Lauf.

Jetzt, wenn ich die Rezension so schreibe, merke ich selbst, dass ich gar nicht so wirklich sagen kann, was dieses Buch ausmacht. Es ist vielleicht die gleiche Faszination, die Nanette und Alex gepackt hat. Schildkrötenwege ist keine 0815 Coming Age Geschichte, der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig und sicherlich nicht für jedermann etwas, aber mich hat das Buch gefangen genommen.
Irgendwie lässt sich gar nichts wirklich schreiben, weil ich denke, diese Geschichte muss man einfach selbst entdecken.
Eine Vorliebe für Gedankenspielereien und keine Angst vor Nachdenkpotenzial sind aber sicherlich gute Begleiter.

Noch eine empfehlenswerte Rezension findet ihr bei:
Lillis Buchseite

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