Von der Wahrscheinlichkeit, dass es dich nicht gibt

Titel: Von der Wahrscheinlichkeit, dass es dich nicht gibt
Originaltitel: Made you up
Autor: Francesca Zappia
Genre: Jugendbuch ab 14 Jahren
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
Format: Broschiert, 384 Seiten
ISBN: : 978-3423740357

 

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Inhalt:
Alex hört Stimmen, spricht mit Gegenständen und manchmal auch mit Hummern. Als sie neu an die Schule kommt, zählt für sie nur eines: den Abschluss zu schaffen und an einem guten College angenommen zu werden, ohne dass jemand merkt, was mit ihr los ist. Doch dann begegnet sie Miles – und ist geschockt, denn seine blauen Augen erinnern sie an eine Begebenheit aus ihrer Kindheit, die sie für eine Halluzination hielt. Ist Miles der Junge, dem Alex als Kind im Supermarkt begegnete? Mit dem sie gemeinsam Hummer aus einem Aquarium befreite? Und ist es wahr, dass Schuldirektor McCoy einen Mord an ihm plant? Oder hat sie sich ihn und das alles nur ausgedacht?©dtv Verlagsgesellschaft

Meine Meinung:
Francesca Zappias Bücher stehen schon lange auf meiner (englischen) Wunschliste, „Made you up“ eigentlich schon seit der Zeit, als es erschienen ist. Es hat hohe Welle geschlagen, wurde von so vielen Lesern geliebt und gelobt. Nun ist die Geschichte auch auf Deutsch erschienen und klar, damit auch sofort bei mir eingezogen.

War meine Erwartungshaltung riesig? Absolut.
Ein Jugendbuch über Schizophrenie – davon gibt es nur ungefähr eine Handvoll auf dem Buchmarkt.
Nur jetzt, jetzt weiß ich irgendwie nicht, was ich davon halten soll.

Bei der Inhaltsbeschreibung lautet der letzte Satz: „Oder hat sie sich ihn und das alles nur ausgedacht?“
Genau dieser Gedanke bleibt auch in meinem Kopf hängen – kann die Geschichte wirklich so sein, gegen Ende hin absolut abgedreht und nicht ganz nachvollziehbar. Versucht die Autorin uns auszutricksen – sollen wir Realität und Fantasie selbst nicht mehr auseinanderhalten können, damit wir eine Ahnung haben, wie der Alltag für Alex sein muss?
Versucht die Autorin nichts davon und hat einfach eine Geschichte gemacht, die haarsträubend ist und den Leser kopfschüttelnd zurücklässt?

Man weiß es nicht, doch ich hoffe auf die erste Theorie, weil dann kann ich Frau Zappia auf die Schulter klopfen – ihr Verwirrspiel ist perfekt.
Okay, am Ende bleibe ich also nicht wissend, was die Realität ist, zurück.

Aber vor dem Ende gibt es bei einer Geschichte ja meist mehr und dieses Davor war einfach nur sehr sehr langweilig.
Klar, ich hatte keine Ahnung, was mit der Dramaqueen der Schule, Celia, los war. Ebenso, welche Spielchen McCoy treibt.
Und irgendwann auch mal keine Ahnung, ob Miles überhaupt real ist (vermutlich war der Gedanke aber nur da, weil man bei der Geschichte einfach beginnt, alles anzuzweifeln). Sprich, da ist Spannungspotenzial mal 100 vorhanden, aber es sprang so überhaupt nicht auf mich über.

Alex ist okay. Keine Protagonistin, der man sofort verfällt, allerdings auch keine, die man lange in Erinnerung behalten wird. Eben ganz okay gemacht.
Miles, der Badboy der Schule, mit einem dunklen Geheimnis ist … okay.
Dieses Okay hat aber bei mir bewirkt, dass es mich ehrlich gesagt, nicht sonderlich interessiert hat, wie die Geschichte weitergeht.

Mehr als einmal war ich verführt, das Buch einfach zur Seite zu legen, es abzubrechen. Doch es musste doch etwas an den hohen Wellen sein, irgendwas. Aber doch ganz ehrlich, ich habe nichts gefunden, für mich war die Geschichte eine Farce, die zwar eine gute Idee beinhaltet hatte, aber die Umsetzung war ziemlich mangelhaft.

Hohe Erwartungshaltung, die enttäuscht wird, ist oft nicht die Schuld des Buches, sondern mehr die des Lesers. Allerdings muss ich sagen, dass es für mich keine Entschuldigung für die Langeweile ist. Es gibt Geschichten, in denen passiert nicht viel, die einen aber doch gefangen nehmen, mit ihren Worte und Gedanken. Es gibt aber auch Geschichten, die einfach nur langweilig sind und versuchen, mehr zu sein, als sie wirklich sind, sowie „Von der Wahrscheinlichkeit, dass es dich nicht gibt“. Leider.

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