Ein kleines Wunder würde reichen

Titel: Ein kleines Wunder würde reichen
Originaltitel: I have no secrets
Autor: Penny Joelson
Genre: Jugendbuch ab 14 Jahren
Verlag: Fischer FJB
Format: Hardcover, 320 Seiten
ISBN: 978-3841440235

 

Kauft doch wieder einmal in eurer örtlichen Buchhandlung ein!

Inhalt:
Jemma kennt ein schreckliches Geheimnis: In ihrer Nachbarschaft ist ein Mord passiert, und sie weiß, wer es getan hat. Denn die Leute erzählen ihr Dinge, weil Jemma nichts weitersagen kann. Sie ist vollständig gelähmt und kann sich weder bewegen noch sprechen. Aber Jemma entgeht nichts. Als sie mit dem furchtbaren Geheimnis konfrontiert wird, ist sie völlig hilflos. Jemma weiß, dass ihr nur ein kleines Wunder helfen kann. Und sie ist fest entschlossen, alles für dieses Wunder zu tun.©Fischer FJB

Meine Meinung:
Das Cover ist wunderschön, damit war dem Buch schon mal garantiert, dass ich es näher anschaue und als auch dann der Inhalt stimmte, war es auch schon vorgemerkt.
Am Erscheinungstag, 23.5. hatte ich eigentlich keine Zeit, um in die Buchhandlung zu gehen, aber ich wollte dieses Buch – sofort! Sagen wir, es wurde ein ziemlich stressiger Abend für mich, doch letztlich hielt ich das Buch in Händen und herrje, jeder Stress hat sich für die Geschichte gelohnt!

Der Inhalt hat mich sofort an „Mit Worten kann ich fliegen“ erinnert – Melody  und Jemma haben die selbe Krankheit – Zerebralparese. Sie haben keinerlei Kontrolle über ihren Körper, können sich nicht mitteilen und sind im Rollstuhl gefangen – alles bei klarem Geist.
Dieses Thema hat mich damals so gefangen genommen, weil man es sich nur mal vorstellen braucht, wie es wäre, gefangen in seinem Körper zu sein. Klare Gedanken, aber die Unmöglichkeit sich mitzuteilen. Es gibt nicht so viele Geschichten zu dem  Thema, weshalb das kleine Wunder natürlich einziehen musste.

So, wie gesagt, Jemma ist sozusagen in ihrem Körper gefangen, kann sich nicht mitteilen, diese Tatsache bringt hervor, dass ihr Menschen Dinge erzählen, die sie sonst niemanden erzählen würden. Ein Geheimnis frisst einen innerlich auf, erzählt man es aber Jemma, hat man es zumindest mal ausgesprochen und wem sollte sie es schon weitererzählen?
Doch es sind dieses Geheimnisse, die Jemma langsam aufzufressen beginnen, weil sie es niemanden erzählen kann.

Und damit kommt Dan auf den Plan … wisst ihr, manche Buchcharaktere kann man einfach nicht leiden, aber Dan, Dan habe ich abgrundtief gehasst. Auf seine Umwelt wirkt er, wie ein wahrer Gentleman, nur bei Jemma zeigt er sein wahres Gesicht.
Ist er mit ihr alleine, beschimpft er sie als Idiotin, die lieber sterben sollte, als weiter ihre Umwelt zu belasten. Sie kann niemanden von diesen Beleidigungen erzählen, kann sich selbst nicht wehren, sondern ist einfach diesen Situationen ausgeliefert.

Es ist auch einer dieser Momente, in dem ihr ein unerträgliches Geheimnis erzählt wird – das Geständnis eines Mordes. Während die Polizei nach den Mörder sucht, kennt ihn Jemma, kann ihn aber nicht verraten. Jetzt könnte man meinen, das Buch wird zu einem Krimi, stimmt vielleicht ein bisschen, aber es bleibt trotzdem die Geschichte von Jemma, die nach einer Möglichkeit sucht, Worte zu finden.

Das Buch ist großartig, weil es so ehrlich ist.
Es gibt Menschen, die Jemma belächeln, denken, sie wäre nicht nur körperlich sondern auch geistig behindert.
Es gibt Menschen, die sie ignorieren, weil sie nicht wissen, was sie schon mit ihr reden sollten.
Und es gibt Menschen, die sie einfach nur unglaublich lieben:
Jemmas Familie – sie lebt schon seit sie ein Kleinkind ist, bei Pflegeeltern. Diese sorgen sich um sie voller Hingabe, auch ihre Pflegerin Sarah ist ihr eine große Stütze. Und dann gibt es da auch noch Finn und Olivia, ihre Pflegegeschwister. Können diese bitte auch ein Buch erhalten? Besonders über Olivia erfährt man als Leser viel zu wenig. Klar geht es vordergründig um Jemma, aber dieses Buch beinhaltet so viele Geschichten, die sich noch zu erzählen lohnen würden.

Diese Geschichte ist so vielschichtig, beinhaltet so viele Dinge, über die man über das Ende hinaus nachdenkt und die einem auch (hoffentlich) in Erinnerung bleiben werden. Auch an meiner Einstellung wurde wieder einmal geschraubt, wie schon bei „Mit Worten kann ich fliegen“ – Vorurteile sind da, um abgebaut zu werden.

Eine schöne Rezension findet ihr auch noch bei: Unsere Wörter Welt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme zu.