Prestige – Die Meister der Magie [Film]

Prestige poster.jpgTitel: Prestige – Die Meister der Magie
Regie: Christopher Nolan
Drehbuch: Christopher & Jonathan Nolan
Produktionsland: USA & UK
Dauer: 125 Minuten
Erscheinungsdatum: 2006
Altersfreigabe: FSK 12

Log-Line:
Basierend auf einem Roman von Christopher Priest erzählt Christopher Nolan die Geschichte zwei Magier im London am Ende des 19. Jahrhunderts. Die beiden aufstrebenden Zauberkünstler Robert Angier (Hugh Jackman) und Alfred Borden (Christian Bale) stehen in einem unerbittlichen Konkurrenzkampf miteinander, der bald das erste Todesopfer fordert: Angiers Frau Julia (Piper Parabo), die als Assistentin auf der Bühne steht, kommt bei einem spektakulär-waghalsigen Tricks ums Leben. Angier gibt Borden die Schuld am Tod seiner Frau. Es folgt eine erbitterte Schlacht um Ruhm, Ehre und Publikumsgunst… @filmstarts.de

Meine Meinung:
Christopher Nolans neuester Streich „TENET“ kommt am 17. Juli 2020 in die Kinos! Da wird es wirklich höchste Zeit, die Nolan-Rubrik endlich zu vollenden – vorerst. Der letzte Film der noch fehlt ist „The Prestige“ aus dem Jahre 2006.

Aushängeschild eines Nolan-Films ist natürlich das Spiel mit den Zeitebenen, sodass die Szenen hin und her springen – hier macht Herr Nolan natürlich keine Ausnahme. Der Film beginnt gleich mit den Worten Michael Caines, der seinem „Puplikum“ über die 3-Akt-Struktur eines Zaubertricks erörtert: The Pledge (Zeigen des Tricks), The Turn (Ausführen des Tricks) and The Prestige (Auflösung/Wiederherstellung des Tricks). Bezeichnend für die gezeigte(n) Szene(n) wie auch für den gesamten Film. Der Vogel beim Verschwinde-Trick ist die Versinnbildlichung dessen, was der Film uns mitteilen will. Doch das allererste, was wir hören, ist Christian Bale’s: „sehen Sie auch genau hin?“. Allein diesen Satz muss man sich den ganzen Film über zu Herzen nehmen.

Der Film hat eine Ähnlichkeit mit „Shutter Island“: Es gibt für diesen Film zwei Arten von Publikum: die Erstseher, die den Film (und somit das Ende) noch nicht kennen und die Wiederseher. Der Film bietet spannende und grandiose Aspekte für beide – womit man diesen Film eigentlich mindestens 2x sehen müsste, um auch nur grob das Ganze erblicken zu können.

Angier oder Borden? Wer ist der Protagonist? Wer der (böse) Gegenspieler? Im Netz gibt es 2 Arten von Lagern: Den Angier-Anhängern und den Borden-Anhängern – wer ist wer? Wissen Sie’s? Ich habe den Film sicherlich 5x gesehen und kann die Frage nicht eindeutig beantwortet, wobei ich eher zu Borden tendiere. Die Argumente der Gegenseite sind aber einleuchtend, war es doch Borden, der am Tod von Angiers große Liebe verantwortlich war. Aber hat sie beim Knoten nicht ihr Einverständnis gegeben? Allein dafür lohnt es sich schon, diesen Film etwas in seinem Kopf reifen zu lassen.

Bei aller Liebe muss ich aber zugeben, dass ich beim ersten Mal (und davor durch den Trailer) etwas abgeschreckt wurde (da kannte ich Herrn Nolan auch noch nicht so gut), mir den Film auch wirklich anschauen zu wollen. Diese Tesla-Konstruktion, wo jemand durch den Raum teleportieren konnte – was sollte ich davon halten?! Hiermit wird der Nolan-Realismus aufgegeben und wir begeben uns in ein völlig neues Terrain. Oder war das alles nur Schein? „Sehen Sie auch genau hin?!“

Resümierend glaube ich aber eher, dass hier die beiden Nolan-Brüder bewusst diese Schwelle überschritten haben im Namen der Metapher. Geht man nämlich einen Schritt zurück und betrachtet das Ganze nicht mit purem Realismus und lässt etwas Luft für eine vollends ausgeklügelte Metapher, so darf man sich zurücklehnen und wohlwollend mit den Kopf nicken. So „unglaublich“ dieser Bereich des Filmes (und auch seine Auflösung) ist – so nüchtern und plausibel ist die Auflösung der anderen Hälfte (die ich hier natürlich NICHT verrate!).

Aber davon abgesehen, hervorheben möchte ich auch die tollen Schauspieler, seien es Hugh Jackman als aufstrebenden und obsessiven Magier, Michael Caine als charmanten und gewitzten englischen Gentleman, Rebecca Hall als getriebene und verzweifelte Ehefrau Bordens, die unter seiner „gespaltenen Persönlichkeit“ merklich leidet und … selbstverständlich Christian Bale selbst – bravo!

! Die Location wie auch die Kostüme sind authentisch. Der mit aufgegriffene „Stromkrieg“ zwischen Thomas Edison und Nikola Tesla (geradezu hyper-seriös gespielt vom mitlerweile verstorbenen David Bowie) gibt den Film zusätzlich eine geschichtliche Note.  Darüber hinaus wird die Welt der Magier zu dieser Zeit sehr anschaulich dargestellt (mit viel Liebe zum Detail). Und die Musik von David Julyan passt hier wie das Tüpfelchen auf dem i!

Fazit:
Eine grandios erzählte Geschichte über zwei Charaktere und ihre Obsession der Magie. Die Struktur des Filmes, durch die Zeitsprünge und die Mini-Twists durch die Tagebücher, macht es um so vieles spannender als eine öde, lineare Erzählung. Der Mind-Blow zum Schluss, die vielen Metaphern, die solide, geschichtliche Ausarbeitung, die tollen Charaktere, die Zaubertricks an sich… Ich kann mir diesen Film wahrlich immer und immer wieder ansehen.

Beitrag aufmerksam gelesen? Wirklich?!

„Sehen Sie auch genau hin?!“

A lfred
B orden,
R obert
A ngier

CADABRA!

 

 

2 Gedanken zu “Prestige – Die Meister der Magie [Film]

  1. Hach, dieser Film hatte es wirklich in sich! Ich erinnere mich noch genau, dass ich ihn damals mit einer Freundin zusammen geschaut habe. Wir waren auch ein bisschen skeptisch, siehe Tesla-Konstruktion etc., aber wir mochten Christian Bale und Hugh Jackman ganz gerne, weshalb wir uns doch dran gesetzt haben. Nach der Auflösung saßen wir beide mit offenen Mündern da und haben den Film sofort von vorne gestartet, um ihn ein zweites Mal zu gucken und all die Hinweise zu sehen, die wir beim ersten Mal glatt übersehen hatten. Es waren einige xD

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