Monatsrückblick April 2019

Ich habe es geschafft, keine Buch aus dem April zu rezensieren, obwohl da durchaus ein paar gute Kandidaten dabei gewesen wären, naja, aber ein Gruppenfoto schaffe ich dann zumindest doch:

april(1)

Rezensierte Bücher aus diesem Monat:
keines

Falls es irgendwie relevant ist, ich schreibe die Bücher nie in der Reihenfolge, wie ich sie lese auf, es ist mehr so – wer zuerst in meinem Kopf ist, darf zuerst raus, weshalb ich natürlich mit der Königin meiner Welt anfange:

GRM – Sibylle Berg

Ich liebe Sibylle Berg, schon seit gut 10 Jahren. Man muss ihren Schreibstil mögen, muss die Dunkelheit und Melancholie ertragen können, aber doch, wenn ich so in die Welt gucke, dann muss man nur ihren Schreibstil mögen, alles andere was sie beschreibt ist nur die Welt vor uns und die, nun, sie ist nicht immer die schönste.
GRM spinnt weiter, was momentan Ist-Zustand ist. Ausgrenzung, Armut, Empathielosigkeit und das ständige Streben, über anderen zu stehen – sich ein kleines Ich-Universum aufzubauen. Und dann stehen Menschen daneben, die nicht komplett in dieses Raster fallen, die noch hinterfragen, aber es hört ihnen einfach niemand mehr zu. Wozu auch, sind doch nur Kinder in kaputten Leben.
Bei Sibylle Berg kann ich leider nicht objektiv sein, sie könnte Gebrauchsanleitungen schreiben und ich würde diese verschlingen, doch auch nüchtern betrachtet ist GRM der Roman des Jahres, der Zeit und der Menschheit.

 

Schamlos – Amina Bile Sofia Nesrine SrourNancy Herz 

Die drei Autorinnen sind Muslimas, Bloggerinnen und Feministinnen, sie gewähren mir als Leser einen Einblick in ihre Welt. Sie sind skeptisch und diskutieren, das Buch ist ein langes Gespräch zwischen den Dreien, bei dem man als Leser mithören darf. Gerade für Mädchen, die zwischen den Kulturen aufwachsen, kann ich mir das Buch gut vorstellen, weil es aufzeigt, dass man eine Meinung haben kann, dass man sich nicht alles gefallen lassen muss, ohne jedoch seine Religion „verraten“ zu müssen.
Ich bin dankbar, einen Einblick erhalten zu haben, zu Gefühlen und Situationen, die mir nicht unbedingt bekannt, durch das Buch aber sichtbarer geworden sind.

 

Huh! Die Isländer, die Elfen und ich – Thilo Mischke

Bernhard und ich werden im August endlich unsere Hochzeitsreise nach Island nachholen, aber weil ich es sehr wenig leiden kann, ein Land zu besuchen, wenn ich nicht viel darüber weiß, raufe ich gerne mal alle Informationen zusammen, die sich finden lassen. Das Buch von Thilo Mischke habe ich gewählt, weil er schon langjähriger Islandbesucher ist. Irgendwann 2006 war er zum Ersten mal dort, seither eigentlich relativ regelmäßig und da Island jetzt nicht so groß ist, lernt man aus 13 Jahren doch ein bisschen. Für mich persönlich war es sehr interessant, wobei ich jetzt die Befürchtung habe, nur auf dauerbesoffene Menschen zu treffen.  Was uncool wäre, aber da wir einmal um die Insel fahren, ein eigenes Auto haben, wird da schon keiner zusteigen und es bleibt die Stille, die auch Thilo Mischke schätzt, auf die ich mich freue.

 

Das Leben ist eins der Härtesten – Guilia Becker

Leseprobe gelesen und verliebt gewesen.
Guilia Becker hat so einen leichten und humoristischen Schreibstil, dass man gleich mal kleben bleibt, wobei sie die Härte des Lebens nicht außer Acht lässt, sie fängt sie gerade in der Leichtigkeit auf.
Beim Schreiben des Rückblickes merke ich ein wenig, wie der Inhalt für mich verblasst ist. Also, schemenhaft kann ich mich schon daran erinnern, auch, dass ich die Zeit während des Lesens genossen habe, weil die Charaktere so außergewöhnlich waren und man doch Gefühle für sie entwickelt hat. Jetzt ist ein bisschen Leere in mir, was aber eigentlich nur bedeutet – ein Buch, was ich sicherlich mal wieder lesen werden.

 

Der Eisblumengarten – Guy Jones

Und wo wir schon bei Leere sind, der Eisblumengarten ist ein wenig aus meinem Kopf gepurzelt. Okay zugegeben, dieses Geschichte war für mich ein Lückenfüller, weil bis zum Erscheinungstag von GRM nur noch 2 Tage waren und ich mein Buch davor schon beendet hatte. Weil ich aber nicht nichts lesen kann, musste ein dünnes Büchlein herhalten.
Entschuldige lieber Eisblumengarten, du hast vermutlich viel mehr Aufmerksamkeit verdient, aber für mich war es nur  ein kurzes Zwischenspiel. Was nicht schlecht war, keinesfalls, aber um die Ecke lauerte Sibylle Berg.

 

Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert – Joel Dicker

Harry stand lange auf meiner Wunschliste, bis er sogar von dieser geflogen ist, weil es vielleicht einfach nicht sein sollte. Aber dann kam eine Empfehlung von @buchmagie88 und da man manche Empfehlungen nicht hinterfragt, weil man sicher sein kann, jemand versteht die Schönheit von Worten, bin ich blind gefolgt.

So viele Seiten. Alles über 500 versuche ich meist zu umschiffen, unsinnigerweise.
Mochte ich die Geschichte? Ich weiß es nicht so genau. Waren die Charaktere sympathisch? Eher nicht. Und trotz der zwei großen Mängel funktionierte das Buch. Warum ist schwer zu sagen, aber die Seiten lesen sich rasch weg, obwohl sie nicht sonderlich aufregend sind.
Oft war es für mich einfach ein Heimkommen nach Aurora. Einer Kleinstadt irgendwo in Amerika, die aber auch sonst überall hätte sein könnten. Man findet die Charaktere nicht sympathisch, aber sie wachsen einen doch ans Herz, besonders wegen ihrer Eigenheiten.

Und doch hätte ich mir gewünscht, dass Buch hätte nie geendet. Nicht weil ich Aurora nicht verlassen wollte, dafür war die Zeit gekommen, doch der Schluss machte für mich kaputt, was davor aufgebaut wurde. Zu wirr, zu groß und unsinnig.

Ich weiß nicht, natürlich möchte ich das Buch empfehlen, aber gleichzeitig auch warnen: hört auf, bevor es zu Ende geht.

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