Alles, was ich sehe

Titel: Alles, was ich sehe
Originaltitel: The One Thing
Autor: Marci Lyn Curtis
Genre: Jugendbuch ab 14 Jahren
Verlag: Königskinder Verlag
Format: Hardcover, 432 Seiten
ISBN: : 978-3551560223


Kauft doch wieder einmal in eurer örtlichen Buchhandlung ein!

Maggie hasst ihr neues Leben als Blinde. Sie will keine tapfere Kranke sein, und auf Unterricht von anderen Blinden kann sie gut verzichten. Nach einem missglückten Streich passiert es: Sie kann wieder sehen! Nur einen Ausschnitt der Welt, genauer: einen zehnjährigen Jungen namens Ben. Mit Hilfe des altklugen und hinreißenden Jungen scheint sie einen Teil ihres alten Lebens zurückzubekommen. Und Bens großer Bruder Mason ist Sänger in Maggies Lieblingsband. Und ziemlich attraktiv. Doch er lässt sie abblitzen, weil er denkt, dass Maggie ihre Blindheit vortäuscht – was ja irgendwie stimmt.
Dann kommt heraus, warum sie ausgerechnet Ben sehen kann. ©Königskinder Verlag

Ein Königskind also. Eines, welches schon seit einer kleinen Ewigkeit auf meiner Wunschliste stand und eigentlich letztlich nur eingezogen ist, weil ich in der Buchhandlung nichts anderes gefunden habe. Man sieht, ich habe sehr reiflich überlegt.

Für mich der schlimmste Alptraum: blind werden.
Es ist vermutlich ein wenig anders, wenn man es von Geburt aus ist, sicherlich hadert man dann trotzdem ein wenig mit dem Schicksal, weil einem so viel verborgen bleibt, aber extrem schrecklich muss es sein, wenn dir das Augenlicht genommen wird, wo du doch schon die Farben der Welt kanntest.
So geht es Maggie, sie ist durch eine schwere Hirnhautentzündung, vor circa einem Jahr, erblindet. Las sie früher gerne, steht sie heute mit der Brailleschrift auf Kriegsfuß, ihr Leidenschaft Fußball musste sie an den Nagel hängen und während das Leben für alle anderen weiterzugehen scheint, ist ihres in einem kompletten Stillstand geraten.

Ich glaube, besonders gut an dem Buch hat mir gefallen, wie Maggie mit ihrer Erblindung umgeht, nämlich mal gar nicht. Sie ist deprimiert, lustlos und möchte sich kein neues Leben aufbauen, weil ihr altes großartig war und es zu verlieren, schmerzt einfach zu sehr.
Ihre Fassade ist aus Sarkasmus errichtet, der wirklich grandios gesetzt ist und ziemlichen Spaß beim Lesen macht, obwohl man dahinter jedesmal ihren Schmerz erkennt. Allerdings, so kommt es mir vor, war sie vor ihrer Erblindung auch schon ein ziemlich sarkastischer Menschen, zumindest wenn man auf ihre Umgebung vertraut.
Einerseits wollte ich manchmal lachen, weil ihre Sprüche so witzig waren und andererseits waren sie so schmerzhaft, dass sie alles in mir verkrampfte.

Und dann war da Ben, der so viel mehr ist, als ein 10-jähriger Junge.
Geboren mit einen offenen Rücken, braucht er Krücken, um gehen zu können, doch wenn er im Wasser ist, ist er frei – seine Leidenschaft ist das Schwimmen.
Der Zufall hilft, das Maggie und Ben sich treffen. Gut, nicht außergewöhnlich, außergewöhnlich ist jedoch das Maggie Ben sieht. Warum? Nun, man erfährt es im Laufe der Geschichte und es war wohl ein Grund, warum ich das Buch nicht lesen wollte.
Leider wurde ich durch ein paar Rezensionen in diese Richtung gespoilert und dachte mir dann, dass mir der Überraschungsmoment des Buches genommen worden ist.
Man hab ich mich getäuscht!

Sollte tatsächlich jemand noch gespoilert worden sein – lest dieses Buch trotzdem, weil es  einfach der Oberwahnsinn ist!

Ben ist …. einfach Ben. Er besitzt einen so wunderbaren Charakter, dass ich mich in ihn sofort verliebt habe. Er sagt, was er denkt, doch er denkt überlegt. Wisst ihr, er lässt sich nicht wirklich beschreiben, weil jede Beschreibung ihn niemals gerecht werden würde. Er ist einfach Ben.

Und Ben und Maggie zusammen, ist so unglaublich fantastisch, einzigartig und


Es ist einfach perfekt. In jeder Hinsicht.

Ach ja, dann gibt es da noch Mason, den Bruder von Ben, der sich in Maggies Herz schleicht. Bei zwei so starken Charakteren geht er ehrlich gesagt ein wenig unter, wie er in Geschichte sich einfügt, ist absolut stimmig, aber letztlich bleibt er doch im Schatten, wenn auch die Geschichte ohne ihn überhaupt nicht funktionieren würde, weshalb er doch eine Wichtigkeit besitzt. Besonders froh bin ich allerdings, dass die Liebesgeschichte authentisch gehalten wurde und sich somit perfekt, in eine perfekte Geschichte eingefügt hat.

Wunderbare Rezensionen zu dem Buch findet ihr euch hier:
Nana – what else?Tintenmeer und Annas Bücher Stapel

[reflection] Being Miss Nobody

Being Miss Nobody
Titel: Being Miss Nobody
auf Deutsch bis jetzt erhältlich: nein
Autor: Tamsin Winter
Genre: Kinderbuch ab 9 Jahren
Verlag: Usborne Publishing
Format: Taschenbuch, 367 Seiten
ISBN: 978-1474927277


Kauft doch wieder einmal in eurer örtlichen Buchhandlung ein!

Inhalt:
Rosalind hasst ihre neu Secondary School (dt. Realschule, Gymnasium). Nicht nur, weil alles neu ist, sondern weil sie schnell das verrückte Mädchen ist, was nicht spricht. Ein Mute-ant. Und wenn man nicht spricht, kann man auch nicht wirklich kämpfen, so beschließt sie, einen Blog aufzumachen – Miss Nobody. Hier kann sie sprechen/schreiben, was in ihrem Kopf wirklich vorgeht, dort findet sie ihre Stimme.
Es entsteht allerdings auch ein neues Problem – wird Miss Nobody nicht irgendwie selbst ein Mobber?

reflection:
Mein erster Gedanken zu dem Buch war, dass es sich um Mobbing in der Schule dreht, was es auch tut, allerdings geht es noch einen anderen Weg. Rosalind kann nicht sprechen, also sie kann schon, halt nur zu Bezugspersonen – keine Laune der Natur oder Schüchternheit, hierbei handelt es sich um eine psychische Erkrankung: Selektiver Mutismus.

Jemand der nicht spricht, ist natürlich ein leichtes Opfer, weil Worte eben Macht bedeuten und genau so fühlt sich Rosalind – machtlos. Die neue Schule bedeutet nämlich auch, dass sie dort noch niemanden kennt, keine Freunde hat und somit ganz auf sich alleine gestellt ist. Als Leser hat man natürlich den Vorteil, dass die Geschichte von Rosalind erzählt wird, so ist man ein Teil ihrer Gedanken und kann gut nachvollziehen, wie schwer die Situation ist.

Mithilfe ihres Bruder Seb erstellt sie den Blog „Miss Nobody“, um allen Nobodies an ihrer  Schule ein Stimme zu geben, aber auch, um ihre Gedanken los zu werden, ihre Wut, die sich jeden Tag ansammelt und sie sonst zum explodieren bringen würde.
Auf den Blog schreibt sie über die Mobber, stellt sie bloß und führt sie der Öffentlichkeit vor. Relativ schnell erlangt sie dadurch eine große Berühmtheit – allerdings mit Schattenseiten.

Ich mochte Miss Nobody, aber noch mehr mochte ich Rosalind, die in ihrem Schweigen eine warmherzige Person ist, die ich so gerne in der Schule begleiten wollte, um sie zu beschützen. Allerdings findet sie auch selbst einen Schutzort: die Schulbibliothek.
Yes! Protagonisten die Bücher lieben, haben bei mir immer einen besonderen Platz im Herzen – und weil man an der Schule freiwillig in der Bibliothek helfen darf, meldet sich Rosalind dafür natürlich an.

Es ist nicht ganz so leicht, viel über die Geschichte zu erzählen, weil sie sich hauptsächlich darum dreht, wie Rosalind versucht eine Stimme zu finden, ob nun Online oder durch eine Therapie. Auch ihre Eltern haben einen Platz in dem Buch, sie unterstützen sie wo es nur geht ….. aber dann gibt es noch einen Nebenstrang der Geschichte: ihren Bruder Seb und eigentlich spielt er eine zentrale Rolle, die so unglaublich ist, dass ich sie nicht verraten kann, weil sonst vieles gespoilert wäre, aber unter uns – SuperSeb ist großartig!

Geschrieben ist das Buch relativ einfach, die Altersempfehlung ist auch ab 9 Jahren, allerdings finde ich es ein bisschen schwierig, weil das Buch eben einen traurigen Zug und zudem um ein Thema geht, was nicht unbedingt leichter verständlich ist, außer man ist als Kind vielleicht selbst betroffen. Hier wäre wohl wichtig, dass man mit seinem Kind über den Inhalt spricht. Sie nicht alleine lässt.

Aus meiner Sicht war es  ein wunderbares Leseerlebnis, dass  nur empfehlen kann.

 

Monatsrückblick Juli 2017

Monatrückblick Juli

Dieser Monat hat es in sich gehabt – eigentlich wollte ich nur lesen, lesen und nochmal lesen. Ist nicht immer so, manchmal brauche ich kleine Auszeiten von den Buchstaben, um irgendwas im Fernsehen zu schauen, wobei es eigentlich egal ist was, einzig der Kopf muss sich dabei ausschalten lassen.

In der ersten Hälfte war ich auch noch motiviert genug, Rezensionen zu schreiben, ab der zweiten Hälfte wollte ich dann einfach nur noch im Buchstabenmeer schwimmen, ohne aus dem Becken zu steigen, um die Worte abzuschütteln, die sich gesammelt hatten.

Das Buch, was wohl am meisten Aufsehen in der Bloggerwelt ausgelöst hat, war „The Hate U Give“ von Angie Thomas.  Zurecht übrigens, wie ich finde – es behandelt das Thema Rassismus gegen Schwarze durch Polizisten in Amerika. Zwar benötigte ich ungefähr 100 Seiten, bis ich in der Geschichte angekommen war, weil es ein wenig befremdlich ist, wenn versucht wird, amerikanischen Slang in deutsche Sätze einzubauen, aber hat man sich erst daran gewöhnt, funktioniert das Buch und setzt sich im Kopf fest.

„Solange wir lügen“ von E.Lockhart ist über Umwege zu mir gekommen. Eigentlich hatte ich nach englischen Büchern gestöbert und bin irgendwie immer über „We were liar“ gestolpert, so dass ich es mir eigentlich schon bestellen wollte, weil ich mich nicht wirklich erinnern konnte, es von Inhalt auf Deutsch zu kennen. 1 Sekunde später war ich allerdings klüger. Tatsächlich kann ich mich auch erinnern, das Buch damals in der Buchhandlung gesehen zu haben. Da mir das Cover aber irgendwie Liebesgeschichtenmäßig vorkam und der Titel nach Thriller klang, hab ich es nie näher betrachtet – ein Fehler? Klar ist das Ende des Buches der helle Wahnsinn, aber davor fand ich es ehrlich gesagt ein bisschen sperrig.

Annabel Pitcher hat mich mit „Meine Schwester lebt auf dem Kaminsims“ (Rezi) so geplättet, dass ich „Ketchuprote Wolken“ sofort kaufen und lesen musste. Was soll ich sagen – hiermit verleihe ich der Protagonistin des Buches, den Preis des nervigsten Charakters im ersten Halbjahres 2017. Zoe war in meinen Augen einfach eine dumme Kuh und somit das Buch eher mau.

Bei den Rezensionen zu „Der Koffer“ von Robin Roe hört man eines deutlich heraus – Stille. Der O-Ton war meist, dass man nichts sagen könnte, weil ein Wort zu viel, schon zu sehr spoilern würde, weil ich aber ein Rezensionsjunkie bin und mich oft nach ihnen richte, habe ich lange überlegt, ob ich das Buch lesen möchte, weil so vollkommen unklar ist, worum es geht (außer natürlich, man liest Rezensionen mit Spoilern, aber dann bräuchte man die Geschichte selbst auch nicht mehr lesen).
Als neugieriger Mensch hab ich es mir dann doch geholt und keine Minute bereut, zudem bin ich jetzt versöhnlich gestimmt mit den Rezensionen, weil, man darf wirklich nicht viel darüber sagen, weil sonst alles irgendwie offenbart wird – nur als Randnotiz,  es geht um das Thema Kindesmisshandlung.

Im Juni habe ich „54 Minuten“ von Marieke Nijkamp gelesen, welches im September erscheint und einen Amoklauf an einer Schule behandelt, danach wollte ich gerne noch ein Buch zu dem Thema lesen, hab aber nicht wirklich auf Anhieb was gefunden.
Auf Instagram hat dann buecherherz das Buch „Was wir dachten, was wir taten“ von Lea-Lina Oppermann (Rezi von buecherherz) vorgestellt, kurz bevor es erschienen ist. Ich hätte das Buch vermutlich in den Weiten der Neuerscheinungen übersehen, weshalb ich wirklich froh war, es gefunden zu haben. Es behandelt das Thema Amoklauf auf eine ganz besondere Weise, die wahnsinnig spannend ist, einzig problematisch für mich war, dass es mir ziemlich schwer fällt, es mir auch so in der Realität vorzustellen. Spannend und gut geschrieben war es trotzdem, mit 179 Seiten auch eine gute Abendunterhaltung.

Zu „Freak“ von Rodman Philbrick habe ich tatsächlich eine Rezension geschrieben, weil es noch Anfang des Monats war und meine Motivation noch nicht geschlafen hat.

Überraschenderweise funktioniert auch mein Englischprojekt ganz gut, so dass es in diesem Monat vier Bücher waren. „Queens of Geek“ von Jen Wilde hat auch eine Rezension bekommen, wohingegen „A Boy Called Hope“ von Lara Williamson und „Superstar“ von Mandy Davis keine bekamen,  weil sie eher nur mittelmäßig waren und ich nicht hätte viel schreiben können. „Superstar“ war kinderleicht zu lesen und „A Boy Called Hope“ hatte ein grandioses Ende, mehr ist von beiden aber dann doch nicht geblieben.

Hingegen „Bubbles“ von Abby Cooper hat mir doch sehr gefallen, dass ich dazu schon gerne etwas schreiben würde, aber noch nicht weiß, ob ich meine Motivation wieder finde.

Wie gesagt, der Juli war ziemlich buchstabenreich, lesetechnisch – nicht schreibtechnisch. Mal schauen, ob ich noch ein Buch rezensieren werde oder einfach weiter im Meer schwimme.

Dunkirk [Film]

Dunkirk Film poster.jpg
Titel: Dunkirk
Regie: Christopher Nolan
Drehbuch: Chrisopher Nolan

Produktionsland: USA
Dauer: 107 Minuten
Erscheinungsdatum: 2017
Altersfreigabe: FSK 12

Log-Line:

Zu Beginn von DUNKIRK sind Hunderttausende britischer und alliierter Truppen vom Feind eingeschlossen. Am Strand von Dünkirchen haben sie sich bis ans Meer zurückgezogen – und befinden sich in einer ausweglosen Situation, denn die deutsche Wehrmacht schließt die Schlinge um sie immer enger … und enger.

Meine Meinung:
Knapp drei Jahre ist es her, als wir die Premiere zu „Interstellar“ gesehen haben … wie die Zeit verfliegt – und doch, war ich wieder so aufgeregt wie ein kleiner Junge zu Weihnachten. Das Datum rückte immer näher … da war noch die Aufregung groß, als das nächste Nolan-Projekt endlich angekündigt wurde … und heute ist es endlich soweit (in Österreich). Und die bange Frage (an mich selbst) – ist das endlich wieder der Ultra-Nolan-Film, auf den ich schon so lange warte(n muss)?

Eines vorweg; als ich erfahren habe, dass das neue Projekt sich auf die Evakuierung von Dünkirchen beziehen soll, war ich doch sehr skeptisch. Ich war bereits mit dieser Thematik (dank zahlreicher WW2-Dokus – die ich als Geschichts-Nerd nur zu gerne verzehre) vertraut. In unseren Breiten eher als die Schmach von Dünkirchen bekannt, nachdem die Alliierten (allen voran das britische Militär) nach der missglückten Landung in Frankreich von den Deutschen eingekesselt wurden und aus Dünkirchen fliehen mussten. Zahlreiche Ausrüstungsgegenstände (Fahrzeuge, Tanks, Munition etc.) blieben (für die Deutschen) zurück.

Nolan (und die Briten allgemein) haben aber eine tiefere, heroischere Ansicht zu dieser Evakuierung. Und man merkt, dass Herr Nolan versucht seine britische Sicht uns zu erzählen; die ich gestehen muss, so noch nicht gehört zu haben … z.B. das die britischen Zivilisten großen Anteil an der Rettung der knapp 300.000 Soldaten hatten.

So, aber jetzt zum Film:
Der Film kommt nur mit wenigen Dialogen, dafür mit viel Spannung und entsetzten Gesichtsausdrücken aus. (Ich persönlich hätte die paar Zeilen gleich am Anfang, die auf schwarzen Hintergrund geschrieben wird, verzichtet – da dies sowieso durch die „Luftpost“ der Deutschen erklärt wird). Was gleich auffällt: der Sound ist laut … wirklich sehr laut! Wenn der Flieger kommt … so ein Getöse hab ich im Kino noch nicht erlebt! Und dann kommt noch die Musik von Hans Zimmer (mit Nolans Taschenuhr als „Ticker“) dazu! Ich weiß zwar, was Herr Nolan damit bezwecken wollte … aber … ich glaube dieses Trivia auf der IMDb trifft es am besten:

„According to actor-director Kenneth Branagh, roughly 30 veteran Dunkirk survivors, who were in their mid nineties, attended the premiere in London. When asked about the film, they felt that it accurately captured the event but that the soundtrack was louder than the actual bombardment, a comment that greatly amused director Christopher Nolan.“

Auch werden gleich zu Beginn die 3 Erzählebenen aufgelistet:
* Strand (1 Woche)
* Boot (1 Tag)
* Flugzeug (1 Stunde)

Und ich musste Schmunzeln den ich wusste, Mr. Nolan konnte es einfach nicht lassen und jonglierte (wieder) mit den Zeitebenen, wie bei fast allen Filmen von ihm. Auch war ich gespannt und wartete, bis diese sich in einander verzahnten – sich miteinander kollidierten. Es erzeugt (zumindest bei mir) Spannung, aber auch viel Verwirrung – da ich nicht sofort wusste, welches Boot jetzt versenkt wurde, welche Leute da um ihr Leben schwammen. Wenn das beabsichtigt war – dann … meine Verehrung, Herr Nolan.

Auch werden tolle Bilder geboten, mit britischen Soldaten, die von einem Bombardement zur nächsten gescheucht werden, ohne wirklich durchatmen zu können. (Wobei ich ehrlich gesagt parallelerweise an „The Walking Dead“ dachten musste: Sicherheit –> Zombies / Angriff –> wieder Sicherheit –> wieder Zombies / Angriff).

Der Film erzeugt wirklich hochklassigen Thrill und diese wirken trotz Blut- und Kriegsamputationsarmut brutal und erbarmungslos. (Wer hier auf Soldaten mit einem Loch im Gesicht a lá „James Ryan“ erwartet wird vielleicht enttäuscht werden.)

So viel zum Positiven, doch auch hier habe ich den fulminanten Wow-Effekt NICHT gefühlt! Die Charaktere (auch wenn bewusst nicht so heroisch) wirkten größtenteils etwas stumpf. Es fällt doch schwer, sich mit ihnen zu solidarisieren. Zwecks Charakter waren die vom Boot noch am besten. Die Trostlosigkeit am Strand war meines Erachtens nach noch nicht ausgereift – klar, sie wurden mehrmals angegriffen, Schiffe sind untergegangen – aber die Tristheit auf diesen Gott verdammten Küstenstreifen verharren zu müssen, mit der Heimat schon in Blickweite … hierfür diente hauptsächlich der Typ, der seine Sachen ablegt und gedankenlos ins Meer marschiert. Ich persönlich hätte gedacht, die Typen am Strand wären zwei, max. drei Tage hier.

Als die Zeitlinien anfingen, sich miteinander zu verknüpfen, hatte ich so ein wärmendes Gefühl in mir, wiel sie gut ineinander passten und spürte einen großen Showdown. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich mich entspannt zurücklehnen und dem Film seinen Lauf lassen. Leider verpuffte dieses Gefühl recht bald wieder. Somit waren die 3 Ebenen auf einer „Wellenlänge“ aber die Spannung wurde merklich schwächer (der große Showdown kam in kleinen Wellen).

Fazit:
Die Kritiker (wie auch viele Kinogänger) feiern diesen Film in höchsten Tönen. Ja, dieser Film ist gut … aber bei Leibe nicht so gut wie Memento, Batman Beginns, The Dark Knight, The Prestige oder Inception … pendelt sich eher zwischen The Dark Knight Rises, Insomnia und Interstellar ein.

Sehr schön das Sir Michael Caine doch noch einen „Mini-Auftritt“ in diesem Film hatte (als Funker auf der anderen Leitung im Flugzeug), auch Nolans Onkel „John Nolan“ am Ende des Films.

Aber wenn ich diesen Film ganz nüchtern mit Steven Spielbergs „Der Soldat James Ryan“ vergleichen müsste, würde ich doch ohne größeres Überlegen James Ryan nehmen.

Es ist natürlich schön zu sehen, dass Christopher Nolan so viel Anerkennung (auch seitens der Kritiker) bekommt und als potentieller Oscar-Kandidat gehandelt wird – vergönnen würde ich es ihm auf jeden Fall (aber eher für seine früheren Werke).

Mein Rating:
8/10

https://de.wikipedia.org/wiki/Dunkirk_(2017)

http://www.imdb.com/title/tt5013056/

Fangirl

Fangirl
Titel: Fangirl
Originaltitel: Fangirl
Autor: Rainbow Rowell
Genre: Jugendbuch ab 13 Jahren
Verlag: Hanser Verlag
Format: Hardcover, 480 Seiten
ISBN: 978-3446257009


Kauft doch wieder einmal in eurer örtlichen Buchhandlung ein!

Die Zwillinge Cath und Wren sind unzertrennlich, als sich Wren allerdings beginnt für Jungs und Parties zu interessieren und sie nicht das College Zimmer mit ihrer Schwester teilen möchte, flüchtet Cath in ihre Traumwelt. Sie schreibt Fanficition. Lebt dort ihre Vorstellung vom Leben aus, erlebt Höhen und Tiefen. Tausende Leser folgen ihr.

Als sie am College Nick, Levi und ihre Zimmergenossin Reagan kennenlernt und dabei mit dem wahren Leben und echten Menschen konfrontiert ist, beginnt sich etwas in ihr zu verändern – Abenteuer auf Papier, ersetzen die Realität einfach nicht, doch aus dem Schneckenhaus auszubrechen, ist alles andere als leicht.

2015 erschien „Eleanor&Park“ von Rainbow Rowell auf Deutsch und es ging ein Ruck durch die Bücherwelt. Dieses Buch wurde von vielen Seiten geliebt, wie man meiner, zugegebenermaßen kläglichen Rezension entnehmen kann (jeder fängt mal klein an^^), war ich nicht sonderlich überzeugt von der Geschichte. Nett war sie, unterhaltsam eben so, aber das große Feuerwerk der Gefühle, es blieb aus und genau so war es nun auch bei „Fangirl“ – nette Geschichte, gute Unterhaltung, aber nichts was mir in Erinnerung bleiben wird.

Ich mag die Idee des Buches, weil man ja immer denkt, Zwillinge sind unzertrennlich, müssen eigentlich alles zusammen machen und es gibt sie nur als Einheit. Vermutlich gerade dies eine Herausforderung, weil wie ein eigenes Leben entwickeln, wenn an deiner Seite eine „Kopie“ von dir selbst ist. Diese Überlegung hat mir sehr gut gefallen und wurde im Buch auch schön gezeigt, in dem man sieht, Zwillinge klar, aber es bleiben eigenständige Menschen, die nicht alle Wege gemeinsam gehen können/sollen.

Wren ist der Wirbelwindel, der gerne über die Stränge schlägt und Cath, nun, sie ist ziemlich introvertiert, liebt es in ihrer Geschichte um Simon Snow zu versinken. Simon wer? Simon Snow, so heißt der Protagonist ihrer Fanficition, für dem sie eine Welt erstellt, für die sie selbst zu schüchtern ist. Nun, wenig überraschend, habe ich mich mehr mit Cath identifizieren können. Man nimmt ihren Charakter an, kann ihn gut nachvollziehen, aber richtig froh war ich, als Reagan ihre Zimmergenossin geworden ist. Ebenso ein Gegensatz, aber manchmal braucht es sowas, um das Schneckenhaus aufzubrechen.

Die Liebe kommt natürlich auch nicht zu kurz und was ich Frau Rowell zu Gute halten muss, sie schafft es, dass man nicht im Kitsch versinkt. Nachvollziehbar, schön beschrieben, doch für mich leider nicht mit einem Weg ins Herz, aber wie ich immer sage, als unromantische Person ist der Weg zu meinem Herz auch mit tausenden Stolpersteinen gepflastert.

Was außergewöhnlich bei der Geschichte ist, Cath schreibt eine Fanfiction über Simon Snow und knapp nach dem Erscheinungsdatum von Fangirl (24.07.2017) beim Hanser Verlag, erscheint am 04.08.2017 „Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow“. Was?! Genau, wir haben also eine Geschichte, in einer Geschichte, was doch ziemlich cool ist.

Fangirl
Titel: Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow
Originaltitel: Carry On
Autor: Rainbow Rowell
Genre: Jugendbuch ab 12 Jahren
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
Format: Hardcover, 528 Seiten
ISBN: 978-3423640329


 

 

The Dark Knight Rises [Film]

 File:Dark knight rises poster.jpg
Titel: The Dark Knight Rises
Regie: Christopher Nolan
Drehbuch: Christopher Nolan, Jonathan Nolan

Produktionsland: USA
Dauer: 165 Minuten
Erscheinungsdatum: 2012
Altersfreigabe: FSK 12

Log-Line:

Acht Jahre ist es her, dass Batman (Christian Bale) die Schuld an Harvey Dents (Aaron Eckhart) Tod auf sich genommen hat und verschwunden ist. Der einstige Held ist nicht mehr da, der Dunkle Ritter wurde zum Flüchtling. Doch der Plan von Bruce Wayne (Christian Bale) und Commissioner Gordon (Gary Oldman) ging auf. Die Kriminalität in Gotham ging dank der neuen Gesetze Dents und der Weißen-Ritter-Aura des Staatsanwalts zurück, das organisierte Verbrechen hat keinen Platz mehr. Doch das alles ändert sich, als der maskierte Superschurke Bane (Tom Hardy) seine Fühler nach Gotham streckt.

Meine Meinung:
Bald ist es wieder soweit, Christopher Nolans neuester Streich „Dunkirk“ kommt am 27.07.2017 in die Kinos – eine gute Gelegenheit die Christopher Nolan Rubrik zu füllen.

Ich weiß noch damals, im Jahre 2012, als ich mit meinem Kumpel zur Premiere gingen und ich vor lauter Aufregung kaum sitzen konnte (das Massaker von Colorado mal Beiseite). Konnte dieser Teil das halten, was „The Dark Knight“ versprochen hat?

Also, der Film fängt zwar mit der Flugzeug-Entführung impulsiv an, aber die restliche 1. Hälfte ist recht ruhig und bleibt bedächtig. Das ändert sich erst, als die „Revolution“ beginnt und die Handlung sich in einen Kriegsfilm wandelt. Während man „The Dark Knight“ auch ohne den 1. Teil hätte schauen können, tut man sich hier schon schwer, der Handlung zu folgen.

Der Film versprüht nicht den Charme und den Einfallsreichtum des ersten Teiles, sowie den Thrill und Genialität des 2. Teils. Die Dialoge wirken hier zum Teil sehr gezwungen und so manche Szene wirken sehr abendteuerlich (wie Bruce Wayne wieder nach Gotham kommt?!).

Als damals im Kino der Abspann erschien war da dieser fahle Geschmack in meinem Mund. Meine Erwartung war so unglaublich groß, dass sie eigentlich nicht erfüllt werden konnte. Vom Film blieb auch nicht viel hängen. Die Art und Weise, wie Nolan den Charakter Bane gestaltet hat (auch mit dem Zusammenhang der „Reich der Schatten“) war gut, aber schlussendlich zu wenig. Der junge Polizist Blake war … wie sagt man so schön … „stehts bemüht“, hatte viele Akzente, doch auch er blieb schlussendlich blass.

Neben den Dialogen, waren auch viele Wendungen sehr gezwungen – Alfreds Geschichte seines Urlaubs, seine „Kündigung“, Det. Blakes Offenbarung an Bruce Wayne (das er Batman ist). Bekannte Charaktere wirkten etwas verloren in diesem Teil, während ihre neueren Kollegen (z.B. Selina Kyle) gar nicht erst richtig zur Geltung kommen.

Fazit:
Ein guter Superhelden-Film, aber meines Erachtens der schlechteste Teil der Dark-Knight-Trilogie. Für Nolan war es natürlich kein leichtes Unterfangen, nach 2 so tollen Batman-Filmen noch einen aus dem Boden zu stampfen. Aber dieser blieb, obwohl ambitioniert und anders konzipiert als die Vorgänger, zahnlos und unspektakulär in meiner Erinnerung  verwahrt.

Mein Rating:
8
/10

https://de.wikipedia.org/wiki/The_Dark_Knight_Rises

http://www.imdb.com/title/tt1345836/

PS: zur kleinen Belustigung und teilweise Aufzählungen der Schwächen im Film …
https://www.youtube.com/watch?v=j2tE-BCwZtw

Queens of Geek

Queens of Geek
Titel: Queens of Geek
auf Deutsch bis jetzt erhältlich: nein
Autor: Jen Wilde
Genre: Jugendbuch ab 14 Jahren
Verlag: Swoon Reads
Format: Taschenbuch, 288 Seiten
ISBN: 978-1250111395

 


Inhalt:

Die besten Freunde Charlie, Taylor und Jamie machen sich auf dem Weg zur SupaCon.
Eine Veranstaltung, mit Cosplay, Comicständen, Serienhelden usw., eben ein großer Nerdhaufen.

Charlie gehört zu den Helden, sie ist Schauspielerin und obwohl sie sich auf die SupaCon freut, wird sie hier auch ihren Ex-Freund, Jason Ryan, wiedersehen, haben sie doch Seite an Seite in einem Film gespielt. Als dann die erfolgreiche YouTuberin Alyssa Huntington auf der Bildschirmfläche erscheint, scheint die Con aber nochmals eine besondere Wendung zu erhalten.

Taylor freut sich wahnsinnig auf die SupaCon, nur all die Menschen machen ihr ein wenig Angst. Ihre Gedanken fliegen manchmal einfach durch die Zeit und auch Panikattacken nehmen sie manchmal gefangen, doch da ist ihr bester Freund Jamie, auf den sie sich immer verlassen kann. Egal was geschieht und manchmal geschehen die wunderlichsten Dinge.

Meine Meinung:
Schuldig. Dieses Buch war überwiegend ein Coverkauf, weil obwohl es eine Liebesgeschichte ist, fand ich den Geek-Aspekt so toll, dass ich mir das Buch kaufen musste.
Zudem gebe ich hier offiziell auch Maria von Buchworte.  eine Teilschuld, immerhin hat sie eine grandiose Rezension zu dem Buch geschrieben, als ich damals noch mit mir haderte, ob ich wirklich auf „kaufen“ klicken sollte.

So….die Schuldfrage wäre geklärt, nun mein Eindruck, der sich so eindrucksvoll von der Menge abhebt. Ich hab mir ein paar Rezensionen zu der Geschichte durchgelesen und irgendwie, es scheint mir ein wenig, als hätte ich ein anderes Buch gelesen.
Begeisterungsstürme überziehen das Internet, während mein Fazit eher so ist:

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Versteht mich nicht falsch, die Geschichte hat sicherlich ein paar tolle Punkte, aber überwiegend komme ich über das Wort „nett“ nicht hinaus.

Großer Pluspunkt ist definitiv, dass man alle Menschen in dem Buch ins Herz schließt, ob Haupt- oder Nebencharakter, alle haben ihre liebenswerten Eigenheit an sich, wie ich es mir erhofft hatte – außer natürlich Reese, niemand mag Reese, er ist einfach ein Volltrottel.

Ich bin ja kein Fan von Liebesgeschichten, deswegen, so muss ich auch zugeben, hab ich mir hier nicht all zuviel erwartet. Mein Kopf sagt mir ständig, das Liebe nur mit Kitsch einhergeht und mit diesem Vorurteil ging ich an das Buch, überraschend war dann, dass es hier zwar Minikitschalarm gibt, aber ansonsten fand ich es gut getroffen und überhaupt nicht überladen. Es zeigt die Liebe in den unterschiedlichsten Facetten und dafür kann man die Geschichte schon ziemlich lieben, der Liebe wegen.

Ja was fand ich nun nicht so toll an dem Buch?!
Ehrlich gesagt, kann ich es nicht sagen. Vielleicht, weil ich kein „Fangirl“ bin? Sogar die Buchmesse in Leipzig fand ich eher so mau, obwohl Bücher der heilige Gral für mich sind. Es ist mir einfach schwer gefallen, die Faszination der Personen nachzuvollziehen. Es sind alles liebenswerte Charaktere, aber irgendwann dachte ich mir, ich lese es halt, weil ich gerade nichts anderes zur Hand habe und es eigentlich nicht schlecht ist, nur überzeugend eben auch nicht.

Empfehlenswerte Rezensionen finde ihr auch:
Kitsunebooksanima-libri Sasverse und wie erwähnt auch bei  Buchworte.