Cobra Kai [Serie]

Xolo Maridueña in Cobra Kai (2018)

Titel: Cobra Kai
Idee: Josh Heald, Jon Hurwitz, Hayden Schlossberg
Vorlage:
Robert Mark Kamen (Karate Kid)
Produktionsland: USA
Staffeln:  1+
Jahr(e): 2018+

„Strike first, strike hard, no mercy!“

Das Leitmotiv, das 1984 Daniel LaRusso das Fürchten gelehrt hat. Wer kennt „Karate Kid“ nicht? Auch ich habe ihn als Kind oft und gerne gesehen – ein Klassiker! Und damals war es selbstverständlich, dass LaRusso der Gute, der Sympathieträger war, mit dem man einfach mitfiebern muss … und der „Schläger“ Johnny Lawrence der Böse, der „Antichrist“, den man einfach zu gerne eine reinhauen wollte. So war es damals bei Karate Kid und so war es im Film beinahe immer. Gut gegen Böse. Schwaz gegen Weiß.

Weiterlesen »

Love, Simon [Film]

Love, Simon (2018)
Titel: Love, Simon
Regie: Greg Berlanti
Drehbuch: Elizabeth Berger, Isaac Aptaker

Produktionsland: USA
Dauer: 110 Minuten
Erscheinungsdatum: 2018
Altersfreigabe: FSK 0

Log-Line:
Simon Spier (Nick Robinson) ist 17 und hat ein großes Geheimnis: Er ist schwul. Schon seit längerem wartet er auf den richtigen Zeitpunkt, seinen Freunden, darunter Leah (Katherine Langford), Abby (Alexandra Shipp) und Nick (Jorge Lendeborg Jr.), und seinen Eltern Emily (Jennifer Garner) und Jack (Josh Duhamel) davon zu erzählen. Dann verliebt er sich in einen Schulkameraden, der online und anonym von seiner Homosexualität berichtet. Simon nimmt über das Internet Kontakt zu dem nur als Blue bekannten Mitschüler auf. Doch Simons E-Mails werden durch einen unglücklichen Zufall von seinem Mitschüler Martin (Logan Miller) entdeckt, der ihn damit erpresst: Er droht, Simon gegen dessen Willen zu outen, wenn dieser ihm nicht hilft, Abby zu beeindrucken und zu seiner Freundin zu machen. Die wiederum steht eigentlich auf Nick…©filmstarts.de

Weiterlesen »

The Shape Of Water [Film]

The Shape of Water (film).png
Titel: The Shape Of Water
Regie: Guillermo del Toro
Drehbuch: Guillermo del Toro, Vanessa Taylor

Produktionsland: USA
Dauer: 123 Minuten
Erscheinungsdatum: 2017
Altersfreigabe: FSK 16

Log-Line:

Die stumme Elisa (Sally Hawkins) ist während des Kalten Krieges in einem Hochsicherheitslabor der amerikanischen Regierung angestellt, wo sie einsam und isoliert ihrer Arbeit nachgeht. Doch als sie und ihre Kollegin und Freundin Zelda (Octavia Spencer) ein streng geheimes Experiment entdecken, ändert sich Elisas Leben für immer. Sie freundet sich mit dem mysteriösen Fischwesen (Doug Jones) an, das dort in einem Tank gefangen gehalten wird. Ihre Gefühle für die Kreatur werden immer intensiver und zusammen mit ihrem Nachbarn Giles (Richard Jenkins) fasst sie schließlich den Entschluss, den Amphibienmann aus den Händen der Regierung zu befreien. Aber das Paar wird gnadenlos vom Militär und dem Laborleiter Strickland (Michael Shannon) gejagt, die das außergewöhnliche Geschöpf und seine heilenden Kräfte bei einem Kriegsausbruch gegen die Sovjets einsetzen wollen…

Weiterlesen »

Die Dunkelste Stunde [Film]

Bildergebnis für die dunkelste stunde
Titel: Die Dunkelste Stunde
Regie: Joe Wright
Drehbuch: Anthony McCarten

Produktionsland: USA
Dauer: 126 Minuten
Erscheinungsdatum: 2017
Altersfreigabe: FSK 6

Log-Line:

Als die Luftschlacht um England entbrennt und die deutsche Invasion droht, wenden sich das überrumpelte britische Volk, der skeptische König und sogar seine eigene Partei von Churchill ab. Wie soll es ihm in dieser prekären Situation seiner Karriere gelingen, das Land zu einen und den Lauf der Weltgeschichte zu ändern?

Meine Meinung:
Und weiter gehts mit unserer Oscar-Spezial-Runde!

Bildergebnis für oscars

„Now this is not the end. It is not even the beginning of the end. But it is, perhaps, the end of the beginning.“- Winston Churchill

Für mich als kleiner Geschichts-Nerd war dieser Film natürlich ein Pflichttermin, vor allem, wenn er eine Nominierung für den besten Film erhält und Gary Oldman die Hauptrolle spielt. Tatsächlich habe ich ihn bei den ersten Film-Teaser nicht erkannt! Die Verwandlung ist ihm definitiv geglückt!

Hier wird bewust die Legende Churchill (zum Teil stark) vermenschlicht. Ein Mann mit Fehl und Tadel. Ein Politiker mit wildem Temperament, der mal einen Mitarbeiter anbrüllt, nur um kurze Zeit später sich für sein Benehmen reuig zu entschuldigen. Seine Stütze wird hier von seiner Frau (die wiederum wird verkörpert von Kristin Scott Thomas) würdevoll in Szene gesetzt. Churchill der Mensch – war hier wohl das Kredo.

So nett das auch gemeint war, so zäh durchzog sich diese Geschichte im Laufe der Handlung. Im gesamten Film hat Churchill hier nichts wirklich bedeutendes hervorgebracht, mal von einer flammenden Rede abgesehen – wobei ich auch hier ein paar rhetorische (und vielleicht auch literarische) Leckerbissen vermisst habe. Auch wenn der Film nur im 1. Monat nach der Ernennung des neuen Premiers (und von daher viele seiner Aktionen und Reden hier nicht dargestellt wurden / konnten), habe ich mir hier mehr emotionalen Zwiespalt erwartet.

Der Sinneswandel des Königs am Ende blieb in meinen Augen recht schleierhaft (zumal sich die beiden – anders als man es vielleicht bei „The King’s Speech“ gesehen hat –  nicht gut „riechen“ konnten). Die Zerissenheit Churchills wird hier zwar gezeigt, doch konnte ich im Nachhinein dies nur mit einem leichten Achselzucken erwidern.

Gary Oldman hat hier einen guten Churchill gespielt – das Skript aber keine überzeugende Geschichte erschaffen. Auch die Regie von Joe Wright („Wer ist Hanna?“) konnte nur hier und da einige Akzente setzen.

Fazit:
Ein nettes, geschichtliches Portrait eines Mannes, der von Anfang an den Nazis den Kampf angesagt hatte (einer von ganz wenigen, der das auch offen verkündet hat). Ein Mann mit einer begabten Zunge. Viele seiner Zitate haben es in die Geschichtsbücher geschafft. Das Zitat am Anfang meines Berichtes z.B. hielt er in seiner Rede, als die britische Afrika-Division den als unaufhaltbar geltenden Vorstoß Rommels in Afrika paroli bieten konnte und ihn sogar zum Rückzug gezwungen hat. Da verwundert es nicht, dass dieser Mann 1953 den Literaturnobelpreis bekommen hat.

Auch wenn der Film mich nicht vollends überzeugt hat, wünsche ich Gary Oldman für die Oscars alles Gute und hoffe, dass er dieses Mal den Goldjungen mit Nachhause nehmen darf! Wenn jemand für eine Rolle beinahe 400 Zigarren (an)geraucht hat und sich nach dem Dreh sogar medizinisch behandeln lassen musste, dürfte das auch nicht zu viel verlangt sein!

Mein Rating:
6/10

https://de.wikipedia.org/wiki/Die_dunkelste_Stunde

http://www.imdb.com/title/tt4555426/

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri [Film]

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri.png
Titel: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Regie: Martin McDonagh
Drehbuch: Martin McDonagh

Produktionsland: USA
Dauer: 116 Minuten
Erscheinungsdatum: 2017
Altersfreigabe: FSK 12

Log-Line:

Nachdem im Mordfall ihrer Tochter Monate vergangen sind, ohne dass ein Schuldiger gefasst wurde, wagt Mildred Hayes (Oscar®-Preisträgerin Frances McDormand) einen mutigen Schritt. Sie bemalt drei an der Straße gelegene Außenflächen, die in die Stadt führen, mit kontroversen Sprüchen, die an William Willoughby (Oscar®-Nominierter Woody Harrelson), den ehrenwerten Polizeichef, gerichtet sind. Als sein stellvertretender Sheriff Dixon (Sam Rockwell), ein unreifes Muttersöhnchen mit Neigung zur Gewalt, sich einmischt, verschärft sich der Kampf zwischen Mildred und Ebbings Gesetzeshütern nur noch weiter.

Meine Meinung:
Bevor ich den Film bewerte, nur noch eine Kleinigkeit …

Bildergebnis für oscars

Es ist wieder soweit! Die Oscars stehen vor der Türe und die Oscar-Anwärter warten nur darauf, angesehen zu werden! Hier nochmals die Nominierungen für den besten Film:

Call Me by Your Name
Die dunkelste Stunde
Dunkirk
Get Out
Lady Bird
Der seidene Faden
Shape of Water – Das Flüstern des Wassers
Die Verlegerin
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Wir werden versuchen, so viele von Filme wie möglich zu sehen und eine Kritik darüber zu schreiben.

Also … weiter mit Three Billboards Outside Ebbing, Missouri …

Dieser Film erinnert mich sehr an einen Coen-Film a lá „Burn After Reading“, nur das hier der Kern etwas ernster ist als bei einem Coen-Film. Auch wenn der Regisseur und Drehbuchautor noch nicht viele Filme realisiert hat (der Bekannteste dürfte „7 Psychos“ sein), versteht er sein Handwerk. Keine langgezogenen ersten Szenen im Namen der Exposition … es geht gleich zur Sache, als unsere Protagonistin die Straße entlang fährt und die verfallenen „Billboards“ entdeckt und man ihrern „ratternden“ Kopf sieht.

Die Charaktere sehen vielleicht auf den ersten Blick oberflächlich und stumpf aus, haben aber einen markanten und durchdachten Kern. Nichts ist so, wie es scheint. Der erste Eindruck SOLL hier trügen! Als Beispiel … Der Sheriff, welcher augenscheinlich zu Beginn sich einen Dreck um die Mutter der toten Tochter schert (wie alle Polizisten), erklärt der Mutter (und uns) später sachlich und ehrlich, warum der Mord NOCH nicht aufgeklärt werden konnte. Es gibt immer mehrere Perspektiven, so wie hier. Sind die Polizisten faul, dumm und komplett korrupt? Oder sind sie überfordert, machtlos und für solche Momente einfach nicht gewappnet? Ja, die Figuren haben wirklich viele Ecken und Kanten, hier wurde gekonnt auf ein Klischee verzichtet … oder zumindest sehr eindrucksvoll damit gespielt. Die Figur des Officer Dixon ist hier das Paradebeispiel durch den ganzen Film!

Die meist derben Sprüche hier sollten zwar einen Eindruck von Ehrlichkeit und Realismus dieser Charaktere verdeutlichen (vor allem der verbitterten und verzweifelten Mutter einer ermordeten Tochter, die vergewaltigt und verbrannt wurde), aber in meinen Augen (und Ohren) ist man hier etwas über das Ziel hinausgeschossen.

Alles ist miteinander verwoben, das Gesetz der Kausalität wird hier ganz besonders betont (auf jede Aktion folgt eine Reaktion).

Wobei … der Schluss an sich hat sich etwas gezogen – der Autor und Regiesseur konnte noch nicht abschließen, er musste noch was nachlegen, dann noch was – und doch war das Ende recht holprig.

Fazit:
Ein guter Film, wenn es um das Aufzeigen von Charakteren geht, die in kurzer Zeit viele Facetten bekommt und dadurch Tiefe gewinnt. Diese Figuren vergisst man nicht so schnell! Man muss nur aufpassen, weil dieser als Krimi-Thriller (neben Komödie?) gelistet wird, geht es letztlich nicht wirklich um das Aufklären eines Kriminalfalles. Sondern, wie man mit einer solchen Situation fertig wird, sowohl als Hinterbliebener als auch als Ermittler. Das alle unsere Aktionen Konsequenzen mit sich bringen und der erste Eindruck einer Person oft täuschen kann.

Viel Potential und Wille, wirklich gute Charaktere und Hintergrund-Message – aber am Ende bleibt man doch etwas leer und verlassen zurück, was man da eigentlich gesehen hat.

Mein Rating:
7
/10

https://de.wikipedia.org/wiki/Three_Billboards_Outside_Ebbing,_Missouri

http://www.imdb.com/title/tt5027774/

Detroit [Film]

Superman, bearing his traditional red and blue costume, is shown flying towards the viewer, with the city Metropolis below. The film's title, production credits, rating and release date is written underneath.
Titel: Detroit
Regie: Kathryn Bigelow
Drehbuch: Mark Boal

Produktionsland: USA
Dauer: 144 Minuten
Erscheinungsdatum: 2017
Altersfreigabe: FSK 12

Log-Line:
Drama über die Aufstände von Detroit im Jahr 1967. Auslöser der Detroiter Unruhen war eine am 23. Juli 1967 durchgeführte Polizeirazzia in einer Bar ohne Ausschankgenehmigung. Mit 43 Todesopfern, 1189 Verletzten und über 7000 Verhaftungen gingen die fünftägigen Detroiter Unruhen in die US-Geschichte ein.

Als zwei Tage nach Beginn der Rebellionen auf der Anlage eines Motels Pistolenschüsse gemeldet werden, rückt die Polizei mit einem Großaufgebot an. Statt sachlich zu ermitteln, kommt es zu einer von Vorurteilen und Gewalt geprägten Razzia. Die anwesenden Motelgäste müssen sich einem gefährlichen Verhör unterziehen – in Isolation sollen sie durch Einschüchterung zum Geständnis gedrängt werden. Das lebensbedrohliche Machtspiel eskaliert und bringt schwerwiegende Folgen mit sich… ©ConstantinFilm

Meine Meinung:
Irgendwann im Sommer durchforste ich die Kinostarts für den Herbst und da fiel mir „Detroit“ ins Auge. Klang interessant, erst einmal Bernhard gefragt, ob er schon von dem Film gehört hat – hatte er nicht. Okay, normalerweise kennt er nahezu alle Filme, aber kann schon mal einer durchrutschen. Also fiel der Entschluss, dass wir ihn anschauen werden.

Filmstart 24.11.2017 – läuft in keinem Kino, naja, warten wir halt ein bisschen.
Zweite Dezemberwoche – läuft in einem einzigen Kino in Kärnten, um circa 22:40 Uhr – Film dauert 144 Minuten, sprich, man wäre so um halb zwei mit dem Film fertig. Ähmmmm … nein. Nennt mich alt, aber um halb zwei liege ich lieber im Bett.
Nachfrage in der großen Kinokette: „Komm Detroit bei euch?“
Antwort: „Keine Ahnung, kann sein.“

Im Zeitalter des Internets gibt es Mittel und Wege um einen Film zu sehen …

Und so waren nach den Film, folgende Fragen in meinem Kopf:
Wo ist die Werbung dazu? Wieso läuft er in keinem Kino, zu humanen Zeiten? Warum läuft er oftmals gar nicht? Und zum Teufel, warum gibt es dafür keine einzige Golden Globe Nominierung?!

Rassismus ist eines der aktuellsten Themen überhaupt, „Detroit“ schlägt in diese Kerbe, möchte vor Augen führen, was es bedeutet, Rassismus ausgesetzt zu sein und was tut die Filmwelt in Kärnten, bringt „Bad Moms 2“, „Daddy’s Home 2“, „Paddington 2“ und „Pitch Perfect 3“ – knuffelige oder witzige Unterhaltung, „Star Wars“ für die Aktion, aber kritische Themen? Nö, warum damit sich auseinandersetzen, wenn man es auch ignorieren kann. Und es ist nicht nur Kärnten, wenn man nicht gerade in Wien wohnt, wird es in Österreich schwer, den Film zu sehen.

1967. War sicherlich schlimm, was damals in Detroit passierte, aber es war 1967, könnte man sagen, heute ist die Welt nicht mehr so – Polizeigewalt, klar gibt es, aber doch 2017 nicht mehr aufgrund von ethnischer Zugehörigkeit. Möchte man meinen, es gibt eine interessante Internetseite: https://mappingpoliceviolence.org/ die andere Werte zeigt:

 

policearemostlikelytokillblackpeople.png
Schwarze werden drei mal öfters von der Polizei getötet, als Weiße – 30% der schwarzen Opfer waren unbewaffnet, verglichen mit 21% der weißen Opfer

Aber aber …. Schwarze sind halt einfach kriminaler ….. nope.

Statistik
Weniger als 1 von 3 Schwarzen die von der Polizei im Jahr 2014 erschossenen wurden, waren einer Straftat verdächtigt und vermeintlich bewaffnet

Zahlen, Zahlen …. diese Zahlen haben Gesicht, Geschichten und oft eines gemeinsam:
No officers have been charged with a crime for killing …. . (Kein Polizist wurde wegen Mordes an …. angeklagt). 

Und damit wäre bis jetzt noch nicht wirklich was zum Film gesagt – die ersten 20 Minuten dachte ich, einen Reinfall gelandet zu haben, weil es absolut nichtssagend war, was gezeigt wurde – eine viel zu lange Einleitung, die man sicherlich hätte kurzen können, aber man wird fürs Durchhalten belohnt.

Die Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit, wurde durch Zeugenberichte aufgearbeitet, aber natürlich auch mit Eigeninterpretationen ausgeführt – es ist schwer als Außenstehender zu sagen, ob manche Szenen überspitzt dargestellt wurden, dass wird vermutlich nur ein Augenzeuge von damals entscheiden können, aber die Gewalt ist markerschütternd. Ich glaube, als hellhäutiger Mensch kann man es sich nicht mal annähernd vorstellen, wie es sein muss, aufgrund der Hautfarbe verurteilt zu werden. So surreal wirkte die Gewalt auf mich, so unsinnig.

In diesem Hotel waren auch zwei weiße Mädchen, sie haben mit den anderen Jugendlichen gefeiert – doch als die Polizei auftaucht, werden auch sie nicht von der Gewalt verschont, was einen noch deutlicher macht, wie die Spaltung funktioniert.
Hellhäutigen Menschen wird eingebläut, sich gar nicht erst mit dunkelhäutigen Personen abzugeben, weil daraufhin auch für sie „Konsequenzen“ anfallen.

Und ja, Detroit spielt im Jahr 1967, aber die Statistiken von oben zeigen, dass es genauso gut 2017 sein könnte, weil Rassismus heute noch besteht. Die Welt lernt, sicherlich, aber sie lernt wie eine Schnecke, unendlich langsam.

Anmerkung von Bernhard:
Yvonne hatte das große Bedürfnis, selbst eine Kritik zu dem Film zu schreiben, mit einem Thema, das ihr sehr am Herzen liegt. Und ja, die ersten (20) Minuten kann man getrost in die Tonne werfen – was auch der einhellige Tenor der Kritiker war. Und über die Präsenz in den Kinos bin ich ganz ihrer Meinung, vor allem, da mit Kathryn Bigelow sogar eine Regie-Oscar-Preisträgerin (für Hurt Locker) mit am Start ist!

Nachdem der Film (endlich) an Fahrt gewonnen hat, wurden die Charaktere gut in Szene gesetzt – sowohl die Opfer als auch die Täter. Die Spannung, wie auch die Grausamkeit steigt immer weiter, immer stärker. Innerlich kann man nur den Kopf schütteln, doch man kann die Augen davor auch nicht (mehr) verschließen.

Bigelow hat sicherlich Talent für sowas, auch wenn sie sich viel Kritik hat einstecken müssen –  bereits vor dem Dreh – auch von Seiten der Afroamerikaner. Warum ausgerechnet eine „weiße Frau“ einen solch ernsten, „schwarzen Film“ realisiert. Aber Bigelow ist hart im Nehmen (hat sogar eine Ehe mit James Cameron überstanden) und
gibt zu, selbst unsicher gewesen zu sein:
In einem Interview mit der New York Times meinte die Regisseurin, sie wäre zuerst selbst nicht ganz sicher gewesen, ob sie als Weiße die richtige Person sei, diese Geschichte zu erzählen. Aber das ständige Wiederkehren ähnlicher Ereignisse und die Hoffnung, dadurch zur Diskussion beizutragen, hätten sie bestärkt, diesen Film zu machen: „To do nothing was not an answer.” Quelle

Man Of Steel [Film]

Superman, bearing his traditional red and blue costume, is shown flying towards the viewer, with the city Metropolis below. The film's title, production credits, rating and release date is written underneath.
Titel: Man Of Steel
Regie: Zack Snyder
Drehbuch: David S. Goyer, Christopher Nolan (Story)

Produktionsland: USA
Dauer: 143 Minuten
Erscheinungsdatum: 2013
Altersfreigabe: FSK 12

Log-Line:
Schon früh entdeckt Clark Kent, dass er über außergewöhnliche Kräfte verfügt, die ihn von allen anderen Menschen unterscheiden. Durch die liebevolle Unterstützung seiner Eltern meistert er alle Widrigkeiten, sogar die Highschool. Als junger Mann macht sich Clark schließlich auf die Reise nach seinem Ursprung und nach der Antwort auf die Frage: Warum bin ich hier?

Um die Welt vor der kompletten Zerstörung zu retten und um als Symbol der Hoffnung für die Menschheit zu gelten, muss sich Clark als wahrer Held offenbaren. Als Gegner des Superhelden treten in Man of Steel Überlebende vom Planeten Krypton auf: allen voran ihr Anführer, der verschlagene General Zod.

Meine Meinung:
Tatsächlich habe ich diesen Film noch gar nicht bewertet – nach der Justice League wird das selbstverständlich nachgeholt. Vielleicht gar nicht mal so schlecht, diesen Film nach den darauffolgenden DC-Filme Revue passieren zu lassen.

Anders als z.B. Justice League oder Batman v Superman, hat dieser Film eine solide Story und ein gutes Fundament, um eine gute Geschichte zu erzählen. Die Zeitsprünge (danke Nolan!) passen hier genauso wie in Batman Begins (der Sprung hat natürlich einen Grund). Nolan und Goyer haben eine gute Vorlage geschaffen, und Zack Snyder hat diesen Stoff solide umgesetzt.

Der Prolog (auf Krypton) ist visuell schön in Szene gesetzt worden – General Zod hat hier (endlich) mehr Tiefe bekommen. Er ist zwar der Böse, hat aber seine Gründe dafür. Etwas, was in den nächsten DC-Filme geradezu untergegangen ist.

Sehr schön fand ich z.B. die Szene, wo der junge Clark als Kind im Klassenzimmer ist und von den Eindrücken seiner Umwelt gerade zu überwältigt wird. Aus Furcht und in Panik flüchtet er in eine Kammer und verbarrikadiert sich dort. Nur dank des beherzten Einsatzes seiner Mutter Martha „öffnet“ er sich wieder ihr und der Welt. Alleine diese Szene spricht für sich selbst: was helfen schon Superkräfte, wenn niemand für einen da ist?

Der Film stich auch stillistisch hervor, mal sinkt er sanft und regungslos im Meer, während er von Walgesängen geweckt wird, mal machen er und seine Verwandten aus Krypton eine Stadt kurz und klein. Und hier hat sich Herr Snyder ordentlich austoben können – selten habe ich einen Film gesehen, der so schonungslos eine Stadt verwüstet hat, wie dieser hier!

Und last but not least – der tolle Soundtrack von Hans Zimmer! Meiner Meinungs sogar eines seiner besten Werke, die hier perfekt harmonieren. Beim Höhepunkt habe ich regelrecht eine Gänsehaut bekommen!

Fazit:
Vermutlich erst wenn man die Nachzügler Batman v Superman, Suicide Squad, Wonder Woman und Justice League gesehen hat, weiß man erst, wie gut DIESER Film eigentlich ist! Tolle Neuinterpretation (hier mal kein Kryptonit – bzw. etwas anders als sonst dargestellt). Gute Story, schöne und beeindruckende Bilder und ein toller Soundtrack. Die paar Logiklücken seien diesem Film auch verziehen. Und eine Lois Lane, die mal nicht SO arrogant daher kommt.

Mein Rating:
9/10

https://de.wikipedia.org/wiki/Man_of_Steel_(Film)

http://www.imdb.com/title/tt0770828/