Justice League [Film]

Justice League film poster.jpg
Titel: Justice League
Regie: Zack Snyder (& Joss Whedon?)
Drehbuch: Chris Terrio & Joss Whedon

Produktionsland: USA
Dauer: 120 Minuten
Erscheinungsdatum: 2017
Altersfreigabe: FSK 12

Log-Line:
Bruce Wayne (Ben Affleck) alias Batman hat wieder Vertrauen in die Menschheit – auch dank Superman (Henry Cavill), der im Kampf gegen das Monster Doomsday wahre Selbstlosigkeit bewies und sich opferte. Als sich das mächtige außerweltliche Wesen Steppenwolf (Ciarán Hinds) mit einer Armee Paradämonen anschickt, die Erde zu überfallen, wendet sich Batman an Diana Prince (Gal Gadot), besser bekannt unter dem Namen Wonder Woman, die gegen Doomsday eindrucksvoll zeigte, was sie kann. Gemeinsam rekrutieren sie ein Team von Superhelden, bestehend aus den Metamenschen, auf die die beiden bereits aufmerksam geworden sind: Aquaman (Jason Momoa), Cyborg (Ray Fisher) und The Flash (Ezra Miller) verbünden sich mit Batman und Wonder Woman, aber der Angriff auf die Erde scheint dennoch nicht mehr zu verhindern sein…

Meine Meinung:
Da ich habe bereits zum Vorgänger Batman v Superman und Wonder Woman etwas geschrieben habe, ist es naheliegend, auch hier etwas zu hinterlassen.

Der Film fängt augenscheinlich da an, wo BvS aufgehört hat – mit dem Tod Supermans. Ein reuiger Batman aka Bruce Wayne aka Ben Affleck ahnt Böses und trommelt einige Superfreaks zusammen, um ein Bollwerk gegen diese bösen Mächte zu forcieren – mit kräftiger Hilfe von Wonder Woman. Also beschäftigt sich der erste (große) Teil des Filmes damit, die Neuen zu finden und deren Geschichten zu entdecken – wenn auch diese nur sehr, sehr oberflächig zum Vorschein kommen (dafür sind doch die ganzen Filme vorgesehen – die noch kommen werden! [*hust* $$$ *hust*]).

Der draufgängerische, Wodka trinkende Aquaman, der sich heroisch posend, mit stählender Brust, der stürmischen Flut trotzt.

Der unbeholfene, tollpatschige und um ein peinliches Wort nicht verlegene Flash, der sich sofort und ohne Widerstände Batman anschließt. Seine „Witze“ wirken gerade zu erzwungen, als ob er sie gar nicht erst aussprechen will, aber dazu gezwungen wird.

Der sich zuerst versteckende, dann offen agierende Cyborg – der dank des raschen Eingriffes von Dr. Miles Bennet Dyson … oh pardon, ich meine natürlich seines Vaters Dr. Silas Stone noch die Kurve gekriegt hat, aber dafür danach mit mehr kybernetischen Ersatzteilen ausgestattet wird als ein Terminator (hach, welch herrliche Analogie!).

So viel mal zu den Helden, ein absoluter Tiefpunkt stellt sich hier aber durch den Widersacher des neuen Teams dar – Steppenwolf [allein schon der dämliche Name!]. Die „Möchtegern-Personifizierung“ des „Hermann-Hesse-Albtraums“ ist hier komplett hirn- und bedeutungslos in Szene gesetzt worden, dass ich wahrlich nur den Kopf schütteln konnte. Bitte DC, hier gab es doch wesentlich bessere Alternativen als einen stumpfsinnigen Weltenzerstörer (z.B Trigon!).

Die kleine Geschichtsstunde davor, wie die Amazonen, Aquarianner und Menschen, sogar mit Hilfe der Götter (!) (Herr der Ringe lässt grüßen) schon einmal diesen Ultra-Herrscher paroli geboten haben, war ganz nett und erinnerte mich an den Wonder Woman Film. Jetzt versucht dieser „Wolf“ es schon wieder – warum das aber jetzt 5.000 Jahre gedauert hat, kann keiner wirklich erklären. Die Ausrede, weil Superman auf Erden wanderte greift höchstens für die letzten 10 Jahre, davor hatte er freie Bahn.

Wie auch immer, jetzt ist er hier, das Team hat sich zusammengeschlossen und der Kampf beginnt (aber erst als sowohl die Amazonen-Armee als auch die paar Aquarianer ihr Fett wegbekommen haben). Wichtig bei solchen Comic-Ensemble-Filmen ist die gerechte Kräfteverteilung, ansonsten entsteht eine deutliche Schieflage – und die war hier deutlich erkenn- und sichtbar. Batman war schon sehr bemitleidenswert und Aquaman hat hauptsächlich was auf die Schnauze bekommen. Der Flash hat zwar ständig gequängelt und seine peinlichen Sprüche runtergeklopft – hat aber zumindest mehr zu tun bekommen. Erstaunlicherweise hat Wonder Woman hier die beste Figur abgegeben (mal von einigen Momenten abgesehen, als man zu sehr auf „ihren“ Film hingedeutet hat mit der unterschwellig-superschwelligen Andeutung: „guck dir den Wonder Woman Film an, wenn du ihn noch nicht gesehen hast. Und wenn du ihn schon gesehen hast, dann guck ihn dir noch mal an!“) Der etwas bockige Cyborg konnte sich später (nach seinem Sinneswandel) auch besser entfalten.

Der Endfight fühlte sich so unreal an, beinahe wie eine Trainings-Simulation. Der Showdown mit Steppenwolf war ein Witz. Vor allem, als zu Schluss der „Joker“ des Teams hinzugekommen ist, war die Sache klar. Der Steppenwolf hatte NULL CHANCE gegen diesen – ein schöner Weltenzerstörer. Und dann war auch bald mal Schluss.

Eine letzte Szene über die Geburtsstunde der Liga der Gerechten und die Postcredit Szene über die Flucht Lex Luthors, mit anschließendem Treffen des Auftragkillers „Deathstroke“ (für den nächsten Batman-Film).

Fazit:
Ich habe mir nicht viel erwartet, doch selbst dass wurde noch unterboten. Nach dem tollen „Man Of Steel“ und den beiden guten bis netten Ablegern, die man schauen konnte – gab es hier einen merklichen Rückschritt. Wieder einmal wird ein Bösewicht als stumpfsinniger Allesvernichter deklariert. Ein Film, wo nichts im Gedächtnis haften bleibt (anders als z.B. das Ende von Dr. Strange – super!). Der Film war jetzt keine Katastrophe á la Batman made by Joel Schumacher in den 90ern, er war ganz passabel – aber den Kampf gegen Marvel wird DC definitiv verlieren, wenn es so weitermacht!

PS: Und was sollte das mit dem Handy-Video von Superman am Anfang?!

Mein Rating:
6/10

https://de.wikipedia.org/wiki/Justice_League_(Film)

http://www.imdb.com/title/tt0974015/

 

The Promise [Film]

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/e/ee/The_Promise_%282016_film%29.jpg
Titel: The Promise
Regie: Terry George
Drehbuch: Terry George, Robin Swicord

Produktionsland: USA
Dauer: 134 Minuten
Erscheinungsdatum: 2017
Altersfreigabe: FSK 12

Log-Line:

Der armenische Medizinstudent Michael (Oscar Isaac) reist im Jahr 1914 kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs für sein Studium nach Konstantinopel. Dort lernt er den Fotojournalisten Chris Myers (Christian Bale) und dessen Geliebte, die Künstlerin Ana (Charlotte Le Bon), kennen, die aus Paris in die Stadt am Bosporus gereist sind. Michael verliebt sich hoffnungslos in Ana, die so wie er armenische Wurzeln hat und seine Liebe schon bald erwidert. Doch die leidenschaftliche Liebesbeziehung der beiden gerät in Gefahr, als um sie herum der Krieg ausbricht und das vormals so lebendige und multikulturelle Konstantinopel im Chaos versinkt. Michael und Ana fliehen gemeinsam und müssen dabei angesichts des drohenden Genozids an den Armeniern nicht nur für ihre Liebe zueinander kämpfen, sondern auch ums nackte Überleben.

Meine Meinung:
Da mich die Thematik des Genozides der Armenier interessiert, und ich schon einige Dokus gesehen und Bücher gelesen habe, war dieser Film für mich ein absoluter Pflichttermin! Ich hatte aber so meine Zweifel, da so ein ernstes Thema mit einer improvisierten Liebesgeschichte „verwässert“ werden könnte. War dies auch der Fall?

Der Film fängt opulent mit prächten Bildern, kräftigen Farben und tollen Panoramafahrten an. Man wird in ein Paradies namens Konstantinopel eingeführt, wo Multi-Kulti alltäglich, die Menschen hyper-super-nett sind und Möglichkeiten schier unendlich erscheinen. Und der Bosporus, der Europa mit Asien verbindet, strahlt geradezu majestätisch hervor. Die besten Bedingungen um Medizin zu studieren und sich in eine wild-fremde Frau zu verlieben! Und plötzlich ist Krieg – und alles ist anders.

Ja, so wie ich es mir vorgestellt habe … die erste Hälfte plätschert etwas dahin und eine kitschige Liebesbeziehung wird uns präsentiert. Später konzentiert man sich doch an das 1. Verbrechen gegen die Menschlichkeit (wurde 1915 offiziel das erste Mal von der internationalen Gemeinschaft erwähnt).

Nachdem die Bilder anfangs noch so kräftig waren, werden sie später entschärft – zum Teil massiv entschärft! Aber trotz allem (und die kitschige Liebesgeschichte mal beiseite) beinhaltet der Film viele Indizien des Genozides – sei es das Rausschneiden der Föten aus den Bäuchen der Mütter (nur erwähnt) oder die unter den Armeniern legendäre Schlacht in dem Bergdorf Van (nur erwähnt). Die Intervention des Botschafters Morgenthau oder die Forderung der Osmanischen Regierung, nach den zahlreichen Toden der Armenier deren Versicherungsprämien kassieren zu wollen (!).

Ich finde, dass der Film einen wichtigen Status einnimmt, da der Genozid an den Armeniern, vor allem von türkischer Seite, gut und gern klein geredet oder gar geleugnet wird (selbst von der offiziellen türkischen Regierung). Die Umstände zu diesem Film sind beinahe brisanter als der Film selbst. Gleich bei seiner Premiere gab es tausende 1-Punkte-Bewertungen, die nachweislich von der türkischen Regierung gelenkt worden sind (und einige hunderte 10-Sterne-Bewertungen sind als Reaktion darauf aus Armenien gekommen).

Ich will jetzt aber nicht zu sehr politisch abdriften, da es hier doch vordergründig um den Film geht. Der Film versucht opulent und meisterlich zu wirken, doch schafft es das nur selten. Man kann diesen Film auch niemals mit einem Meisterwerk wie Stephen Spielbergs „Schindlers Liste“ vergleichen, obwohl der Regiesseur Terry George durchaus Potential hat. Sein bekanntester Film, „Hotel Rwanda“ aus dem Jahre 2004 ist ebenfalls ein Genozid-Film. Aber während er bei „Hotel Rwanda“ hartnäckiger bei seiner Linie geblieben ist und dadurch der Film äußerst solide geblieben ist, war er hier regelrecht hin und her gerissen – zu umfangreich war wohl dieser Aspekt der menschlichen Schande.

Fazit:
Allein der Versuch, darüber einen Hollywood-Film zu machen darf hier nicht untergehen – den aus finanzieller Sicht war dieser Film ein totaler Flop. Für die Produzenten aber kein Beinbruch, da dieser Film beinahe komplett vom verstorbenen armenischen Milliardär Kirk Kerkorian finanziert wurde.

Aber um fair zu bleiben, auch wenn der Film jetzt kein Knaller war, war er doch ansehnlich beim Betrachten. Die schauspielerische Leistung war solide, auch wenn die Charaktere nicht so wirklich in unsere Herzen eindringen konnten. Die Szenenbilder und die Kulisse wussten zu überzeugen.

Wer sich aber intensiver und umfangreicher mit diesem Genozid beschäftigen will, darf ich einmal die deutsche Dokumentation „Aghet – ein Völkermord“ empfehlen. Hier kommen viele virtuelle Zeitzeugen zu Wort und beschrieben recht detailliert über diesen Völkermord;

und einmal das Buch „Völkermord an den Armeniern“ von Michael Hesemann, welches mit neuesten Dokumenten aus dem Vatikan den Genozid auch beweisen und bezeugen kann. Hier wird u.a. auch erörtert, dass es bereits vor dem 1. Weltkrieg größere Pogome gegen die Armenier im Osmanischen Reich stattgefunden haben. Auch, dass die deutsche Regierung nicht ganz unschuldig an diesem Völkermord war. Denn die Osmanen waren Verbündete der Deutschen und der Österreicher im 1. WK.

Dieser Genozid diente teilweise als Blaupause für den jüdischen Holocaust in Europa. Denn Hitler soll einmal zu seinem Stab gesagt haben: „… wer redet denn heute noch von der Vernichtung der Armenier?“

Mein Rating:
7 (+1 für die Dringlichkeit des Themas)
/10

https://en.wikipedia.org/wiki/The_Promise_(2016_film) [ENG]

http://www.imdb.com/title/tt4776998/

Dunkirk [Film]

Dunkirk Film poster.jpg
Titel: Dunkirk
Regie: Christopher Nolan
Drehbuch: Chrisopher Nolan

Produktionsland: USA
Dauer: 107 Minuten
Erscheinungsdatum: 2017
Altersfreigabe: FSK 12

Log-Line:

Zu Beginn von DUNKIRK sind Hunderttausende britischer und alliierter Truppen vom Feind eingeschlossen. Am Strand von Dünkirchen haben sie sich bis ans Meer zurückgezogen – und befinden sich in einer ausweglosen Situation, denn die deutsche Wehrmacht schließt die Schlinge um sie immer enger … und enger.

Meine Meinung:
Knapp drei Jahre ist es her, als wir die Premiere zu „Interstellar“ gesehen haben … wie die Zeit verfliegt – und doch, war ich wieder so aufgeregt wie ein kleiner Junge zu Weihnachten. Das Datum rückte immer näher … da war noch die Aufregung groß, als das nächste Nolan-Projekt endlich angekündigt wurde … und heute ist es endlich soweit (in Österreich). Und die bange Frage (an mich selbst) – ist das endlich wieder der Ultra-Nolan-Film, auf den ich schon so lange warte(n muss)?

Eines vorweg; als ich erfahren habe, dass das neue Projekt sich auf die Evakuierung von Dünkirchen beziehen soll, war ich doch sehr skeptisch. Ich war bereits mit dieser Thematik (dank zahlreicher WW2-Dokus – die ich als Geschichts-Nerd nur zu gerne verzehre) vertraut. In unseren Breiten eher als die Schmach von Dünkirchen bekannt, nachdem die Alliierten (allen voran das britische Militär) nach der missglückten Landung in Frankreich von den Deutschen eingekesselt wurden und aus Dünkirchen fliehen mussten. Zahlreiche Ausrüstungsgegenstände (Fahrzeuge, Tanks, Munition etc.) blieben (für die Deutschen) zurück.

Nolan (und die Briten allgemein) haben aber eine tiefere, heroischere Ansicht zu dieser Evakuierung. Und man merkt, dass Herr Nolan versucht seine britische Sicht uns zu erzählen; die ich gestehen muss, so noch nicht gehört zu haben … z.B. das die britischen Zivilisten großen Anteil an der Rettung der knapp 300.000 Soldaten hatten.

So, aber jetzt zum Film:
Der Film kommt nur mit wenigen Dialogen, dafür mit viel Spannung und entsetzten Gesichtsausdrücken aus. (Ich persönlich hätte die paar Zeilen gleich am Anfang, die auf schwarzen Hintergrund geschrieben wird, verzichtet – da dies sowieso durch die „Luftpost“ der Deutschen erklärt wird). Was gleich auffällt: der Sound ist laut … wirklich sehr laut! Wenn der Flieger kommt … so ein Getöse hab ich im Kino noch nicht erlebt! Und dann kommt noch die Musik von Hans Zimmer (mit Nolans Taschenuhr als „Ticker“) dazu! Ich weiß zwar, was Herr Nolan damit bezwecken wollte … aber … ich glaube dieses Trivia auf der IMDb trifft es am besten:

„According to actor-director Kenneth Branagh, roughly 30 veteran Dunkirk survivors, who were in their mid nineties, attended the premiere in London. When asked about the film, they felt that it accurately captured the event but that the soundtrack was louder than the actual bombardment, a comment that greatly amused director Christopher Nolan.“

Auch werden gleich zu Beginn die 3 Erzählebenen aufgelistet:
* Strand (1 Woche)
* Boot (1 Tag)
* Flugzeug (1 Stunde)

Und ich musste Schmunzeln den ich wusste, Mr. Nolan konnte es einfach nicht lassen und jonglierte (wieder) mit den Zeitebenen, wie bei fast allen Filmen von ihm. Auch war ich gespannt und wartete, bis diese sich in einander verzahnten – sich miteinander kollidierten. Es erzeugt (zumindest bei mir) Spannung, aber auch viel Verwirrung – da ich nicht sofort wusste, welches Boot jetzt versenkt wurde, welche Leute da um ihr Leben schwammen. Wenn das beabsichtigt war – dann … meine Verehrung, Herr Nolan.

Auch werden tolle Bilder geboten, mit britischen Soldaten, die von einem Bombardement zur nächsten gescheucht werden, ohne wirklich durchatmen zu können. (Wobei ich ehrlich gesagt parallelerweise an „The Walking Dead“ dachten musste: Sicherheit –> Zombies / Angriff –> wieder Sicherheit –> wieder Zombies / Angriff).

Der Film erzeugt wirklich hochklassigen Thrill und diese wirken trotz Blut- und Kriegsamputationsarmut brutal und erbarmungslos. (Wer hier auf Soldaten mit einem Loch im Gesicht a lá „James Ryan“ erwartet wird vielleicht enttäuscht werden.)

So viel zum Positiven, doch auch hier habe ich den fulminanten Wow-Effekt NICHT gefühlt! Die Charaktere (auch wenn bewusst nicht so heroisch) wirkten größtenteils etwas stumpf. Es fällt doch schwer, sich mit ihnen zu solidarisieren. Zwecks Charakter waren die vom Boot noch am besten. Die Trostlosigkeit am Strand war meines Erachtens nach noch nicht ausgereift – klar, sie wurden mehrmals angegriffen, Schiffe sind untergegangen – aber die Tristheit auf diesen Gott verdammten Küstenstreifen verharren zu müssen, mit der Heimat schon in Blickweite … hierfür diente hauptsächlich der Typ, der seine Sachen ablegt und gedankenlos ins Meer marschiert. Ich persönlich hätte gedacht, die Typen am Strand wären zwei, max. drei Tage hier.

Als die Zeitlinien anfingen, sich miteinander zu verknüpfen, hatte ich so ein wärmendes Gefühl in mir, wiel sie gut ineinander passten und spürte einen großen Showdown. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich mich entspannt zurücklehnen und dem Film seinen Lauf lassen. Leider verpuffte dieses Gefühl recht bald wieder. Somit waren die 3 Ebenen auf einer „Wellenlänge“ aber die Spannung wurde merklich schwächer (der große Showdown kam in kleinen Wellen).

Fazit:
Die Kritiker (wie auch viele Kinogänger) feiern diesen Film in höchsten Tönen. Ja, dieser Film ist gut … aber bei Leibe nicht so gut wie Memento, Batman Beginns, The Dark Knight, The Prestige oder Inception … pendelt sich eher zwischen The Dark Knight Rises, Insomnia und Interstellar ein.

Sehr schön das Sir Michael Caine doch noch einen „Mini-Auftritt“ in diesem Film hatte (als Funker auf der anderen Leitung im Flugzeug), auch Nolans Onkel „John Nolan“ am Ende des Films.

Aber wenn ich diesen Film ganz nüchtern mit Steven Spielbergs „Der Soldat James Ryan“ vergleichen müsste, würde ich doch ohne größeres Überlegen James Ryan nehmen.

Es ist natürlich schön zu sehen, dass Christopher Nolan so viel Anerkennung (auch seitens der Kritiker) bekommt und als potentieller Oscar-Kandidat gehandelt wird – vergönnen würde ich es ihm auf jeden Fall (aber eher für seine früheren Werke).

Mein Rating:
8/10

https://de.wikipedia.org/wiki/Dunkirk_(2017)

http://www.imdb.com/title/tt5013056/

The Dark Knight Rises [Film]

 File:Dark knight rises poster.jpg
Titel: The Dark Knight Rises
Regie: Christopher Nolan
Drehbuch: Christopher Nolan, Jonathan Nolan

Produktionsland: USA
Dauer: 165 Minuten
Erscheinungsdatum: 2012
Altersfreigabe: FSK 12

Log-Line:

Acht Jahre ist es her, dass Batman (Christian Bale) die Schuld an Harvey Dents (Aaron Eckhart) Tod auf sich genommen hat und verschwunden ist. Der einstige Held ist nicht mehr da, der Dunkle Ritter wurde zum Flüchtling. Doch der Plan von Bruce Wayne (Christian Bale) und Commissioner Gordon (Gary Oldman) ging auf. Die Kriminalität in Gotham ging dank der neuen Gesetze Dents und der Weißen-Ritter-Aura des Staatsanwalts zurück, das organisierte Verbrechen hat keinen Platz mehr. Doch das alles ändert sich, als der maskierte Superschurke Bane (Tom Hardy) seine Fühler nach Gotham streckt.

Meine Meinung:
Bald ist es wieder soweit, Christopher Nolans neuester Streich „Dunkirk“ kommt am 27.07.2017 in die Kinos – eine gute Gelegenheit die Christopher Nolan Rubrik zu füllen.

Ich weiß noch damals, im Jahre 2012, als ich mit meinem Kumpel zur Premiere gingen und ich vor lauter Aufregung kaum sitzen konnte (das Massaker von Colorado mal Beiseite). Konnte dieser Teil das halten, was „The Dark Knight“ versprochen hat?

Also, der Film fängt zwar mit der Flugzeug-Entführung impulsiv an, aber die restliche 1. Hälfte ist recht ruhig und bleibt bedächtig. Das ändert sich erst, als die „Revolution“ beginnt und die Handlung sich in einen Kriegsfilm wandelt. Während man „The Dark Knight“ auch ohne den 1. Teil hätte schauen können, tut man sich hier schon schwer, der Handlung zu folgen.

Der Film versprüht nicht den Charme und den Einfallsreichtum des ersten Teiles, sowie den Thrill und Genialität des 2. Teils. Die Dialoge wirken hier zum Teil sehr gezwungen und so manche Szene wirken sehr abendteuerlich (wie Bruce Wayne wieder nach Gotham kommt?!).

Als damals im Kino der Abspann erschien war da dieser fahle Geschmack in meinem Mund. Meine Erwartung war so unglaublich groß, dass sie eigentlich nicht erfüllt werden konnte. Vom Film blieb auch nicht viel hängen. Die Art und Weise, wie Nolan den Charakter Bane gestaltet hat (auch mit dem Zusammenhang der „Reich der Schatten“) war gut, aber schlussendlich zu wenig. Der junge Polizist Blake war … wie sagt man so schön … „stehts bemüht“, hatte viele Akzente, doch auch er blieb schlussendlich blass.

Neben den Dialogen, waren auch viele Wendungen sehr gezwungen – Alfreds Geschichte seines Urlaubs, seine „Kündigung“, Det. Blakes Offenbarung an Bruce Wayne (das er Batman ist). Bekannte Charaktere wirkten etwas verloren in diesem Teil, während ihre neueren Kollegen (z.B. Selina Kyle) gar nicht erst richtig zur Geltung kommen.

Fazit:
Ein guter Superhelden-Film, aber meines Erachtens der schlechteste Teil der Dark-Knight-Trilogie. Für Nolan war es natürlich kein leichtes Unterfangen, nach 2 so tollen Batman-Filmen noch einen aus dem Boden zu stampfen. Aber dieser blieb, obwohl ambitioniert und anders konzipiert als die Vorgänger, zahnlos und unspektakulär in meiner Erinnerung  verwahrt.

Mein Rating:
8
/10

https://de.wikipedia.org/wiki/The_Dark_Knight_Rises

http://www.imdb.com/title/tt1345836/

PS: zur kleinen Belustigung und teilweise Aufzählungen der Schwächen im Film …
https://www.youtube.com/watch?v=j2tE-BCwZtw

Wonder Woman [Film]

BildergebnisTitel: Wonder Woman
Regie: Patty Jenkins
Drehbuch: Jason Fuchs, William M. Marston

Produktionsland: USA
Dauer: 141 Minuten
Erscheinungsdatum: 2017
Altersfreigabe: FSK 12

Log-Line:
Vor ihrem Siegeszug als Wonder Woman wurde die Amazonenprinzessin Diana zu einer unüberwindlichen Kriegerin ausgebildet. Sie wuchs in einem abgelegenen Inselparadies auf – erst von einem notgelandeten amerikanischen Piloten erfährt sie von den fürchterlichen Konflikten im Rest der Welt. Darauf verlässt sie ihre Heimat, weil sie überzeugt ist, dass sie der bedrohlichen Situation Herr werden kann. In dem Krieg, der alle Kriege beenden soll, kämpft Diana an der Seite der Menschen, entdeckt allmählich ihr volles Potenzial… und ihre wahre Bestimmtung.

Meine Meinung:
Im 5. Anlauf hat es endlich geklappt; Wonder Woman ist an den Kinos angelangt! Seit 1996 haben sie es versucht, anfangs war sogar Sandra Bullock im Gespräch als Amazonen-Prinzessin!

Aber dank der DC-Extended-Expertise, die 2013 mit „Man Of Steel“ begann, ist es jetzt soweit. Und passenderweise führte (was trotz der Moderne ganz ungewöhnlich ist) eine Frau Regie. Patty Jenkins hat z.B. im Jahr 2003 „Monster“ gedreht, wo die Schauspielerin Charlize Theron 2004 den Oscar bekam. Nach dem Motto: „Frauen an die Macht!“ Aber konnte der Film auch überzeugen?

Ich war zwiegespalten; einerseits wollte ich gerne den Film sehen (auch über die Art und Weise, wie dieser gestaltet wird), aber andererseits war ich doch sehr voreingenommen von ihrer vorherigen Performance in Batman v Superman – Dawn Of Justice. Ich fand sie überheblich, arrogant und extrem aufgesetzt. Mrs. Jenkins hat hier vieles besser gemacht als Zack Snyder, der Charakter wirkt hier viel echter.

Ich (als DC-Fan) fand die Einführung recht interessant und die Überschneidungen der (griechischen) Antike passend. Nach der Philosophie-Stunde kam die Aktion in Form eines Flugzeugabsturzes von Cpt. Kirk … ach ich meine natürlich von Chris Pine. Und auch der „große Krieg“ kam in die Welten der Amazonen. Etwas überrascht war ich aber, als ich erfuhr, dass es um die Zeit des ERSTEN Weltkrieges handelt. Aber warum auch nicht. Nach der Abwehr der „Deutschen Welle“ ging auch schon das Abenteuer los; Wonder Woman und der Bruchpilot (sein Name der Vollständigkeit halber: Steve Trevor) reisen mit einem kleinen Bötchen nach London – und erreichen es auch bald.

Umschiffen wir mal die Logiklöcher und kommen zum weiteren Verlauf. Gewisse Pointen haben wahrlich einen Lacher in mir hervorgekitzelt, viele andere aber versanken im blauen Nichts. Aber ich muss zugeben, der lustigste Charakter war die Sekretärin beim Geheimdienst. Welch ein famoser Spaß!

Und die Action? Ja sie ist da, wenn sie auch wie ein Metronom hin und her schwankt und zumeist bei Stellen auftritt, wo es nicht sonderlich viel Sinn macht. Die Beziehung zwischen der Prinzessin und des Piloten/Soldaten/Geheimagenten war für mich zu gezwungen, als MÜSSTEN die beiden zusammen kommen – das hat man deutlich gespürt. Die anderen Charaktere der „Infiltrations-Einheit“ … naja sagen wir, da blieb nicht viel hängen.

Auch wenn der Endkampf sehr pompös insziniert wurde, merkte man doch die Überlänge dieses Filmes. Beim „Einsatz“ an der Front hatte man das Gefühl, dass die Charaktere sich durch die Welt stolpern und nicht so recht wissen, was sie da eigentlich machen!?

Die Auflösung war nett … aber da wäre wirklich mehr möglich gewesen. Allein die Thematik des Krieges, ihrer Ursachen, ihrer Wirkung. Sie war ja genauso involviert wie die Bösen (z.B. hat deutschen Müttern ihre Söhne geraubt). Wollte Sie nicht in die Schlacht ziehen? Wollte sie nicht kämpfen? Hier hätte man gute Parallelen setzen können – leider vergebens. Darüber hinaus, als dann der Bösewicht das zeitliche gesegnet hat, was war dann mit den anderen Kriegen? Hat sie was dagegen getan? Hat sie es zumindest versucht? Von der Zeitlinie her entstand ein rießiges Loch zwischen „Wonder Woman“ und „Batman v Superman“. Viele Fragen blieben unbeantwortet.

Fazit:
Trotzdem … ein netter Superhelden-Film, mit guten Szenen und netten Ideen. Auch der Umstand, dass jetzt endlich wieder einmal eine Frau das Ruder übernommen hat (in doppelter Hinsicht) kann ich nur begrüßen. Ein guter Film für Zwischendurch, der absolute Burner wurde es aber nicht.

Mein Rating:
7/10

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Wonder_Woman_(2017)

http://www.imdb.com/title/tt0451279/

Tote Mädchen lügen nicht [Serie]

Bildergebnis für tote mädchen lügen nicht

Titel: Tote Mädchen lügen nicht
Idee: Brian Yorkey
Buchvorlage: Jay Asher
Produktionsland: USA
Staffeln:  1 (zweite Staffel ist geplant)
Jahr: 2017

Inhalt:
Zwei Wochen nach dem Selbstmord seiner Mitschülerin Hannah Baker erhält der High-School-Schüler Clay Jensen ein Päckchen. In diesem findet er sieben Audiokassetten vor, auf denen Hannah 13 Gründe für ihren Selbstmord nennt und Personen aus ihrem Umfeld die Schuld dafür gibt. Jede Person ist daher für (mindestens) einen der Gründe verantwortlich. Clay ist einer von ihnen. Während er die Kassetten hört, kommt er den dunklen Geheimnissen von Hannah und vielen anderen Mitschülern auf die Spur.

Meine Meinung:
2009 – das Buch „Tote Mädchen lügen nicht“ erschien und ich habe es natürlich sofort gelesen, weil mich das Thema Selbstmord lange schon beschäftigte.
Ich weiß noch, das Buch war ganz gut, allerdings hat mir das Hörbuch noch besser gefallen, weil man hier ein wenig das Gefühl hatte, wirklich selbst die Kassetten anzuhören – ich muss sagen, ja ich mochte die Geschichte sehr.

2017 – weil man irgendwie zur Zeit alles verfilmt, kommt die Serie „Tote Mädchen lügen nicht“ auf Netflix und bei mir fällt gleich die Entscheidung – muss ich gucken!
Man sagt oft, das Buch ist immer besser als die Verfilmung, mit diesem Gedanken ging ich an die Serie, meine Erwartungen waren klein, aber vorhanden.

Jetzt sitze ich hier und weiß, dass ich etwas schreiben muss, soviel ist mir klar, aber was ich schreiben soll, welche Worte verwenden, keine Ahnung, ich versuch es einfach irgendwie.

Die Serie hat für viel Wirbel gesorgt. Sie könnte Menschen auf falsche Gedanken bringen, besonders Jugendliche seien gefährdet.
Psychologen in den Vereinigten Staaten warnten Jugendliche und Erwachsene davor, sich die Serie anzusehen, da diese psychische Probleme hervorrufen oder gar verstärken könne. Auch wurde davor gewarnt, dass die Serie zu Trittbretttaten führen könnte.Ebenso forderten sie Netflix dazu auf, die Ausstrahlung der Serie zu beenden. Paris Jackson unterstützte die Kritik der Psychologen und vertritt die Meinung, dass die Serie bei psychisch vorbelasteten Menschen eine Verschlechterung des seelischen Gemütszustandes hervorrufen könne. 
….
An mehreren kanadischen Schulen wurde die Fernsehserie verboten; in Neuseeland dürfen Minderjährige, nach einem Beschluss der nationalen Behörden, die Serie nur im Beisein eines Erziehungsberechtigten sehen. (Quelle: Wikipedia)

Und ich sitz so da und denk mir: 2009 ist das Buch erschienen, da hat es irgendwie keinen interessiert, weil Leser sich scheinbar nicht umbringen und Seriengucker schon. Gut, wie auch immer.

Ich hab die Serie angeschaut, hab mich durch Kritiken gelesen – positive und negative und bleibe bei meinen Fazit, dass die Geschichte gut und wichtig ist.

Nicht alles was in der Serie gezeigt hat, erhält meinen Zuspruch. Bei einigen der 13 Gründen habe ich mir wirklich gedacht, ob Hannah es wirklich ernst meint, den Personen ihren Selbstmord anzuhängen, bei anderen Gründen wollte ich einfach nur, dass die Personen zur Verantwortung gezogen werden. Es war durchmischt und so war es wohl auch vor Hannah. Einige Gründe erscheinen auf den ersten Blick lächerlich, aber sie türmen sich auf – bis der Turm so hoch ist, dass er einfach umfällt.

Wie gesagt, nicht alle Gründe die Hannah anführt, fand ich gerechtfertigt, nicht jeder hatte in meinen Augen verdient, eine Kassette zu erhalten, aber ich verstehe sie letztlich.
Ist man an dem Punkt angelangt, wo Suizid als einzig möglicher Ausweg erscheint, reagiert jeder anders. Manche gehen in Stille, lassen keine Nachricht zurück und andere, wie Hannah, schreiben ihre Art von Abschiedsbrief.
Ein Selbstmord entzieht sich jeglicher Logik.

Wo ich mir allerdings sicher bin: ein Verbot bringt gar nichts. Wir leben im Zeitalter des Internets, dort findet man alles und wenn wer die Serie schauen möchte, dann findet er Wege.  Hätten meine Eltern gesagt: „Kind, du schaust die Serie nicht alleine, so steht es im Gesetz und daran hast du dich zu halten.“, hätte ich genickt, wäre in mein Zimmer marschiert und hätte mich direkt an den Computer gesetzt – hätte die Serie halt heimlich geschaut. Genau hier sehe ich auch das Problem, wird es heimlich geschaut, erzählt man es natürlich keinen Erwachsenen, wenn man versteht, nachfühlen kann, was Hannah durchmacht. Man bleibt alleine, mit seinen Gedanken.

Wer will, der soll bitte die Serie schauen, wichtig ist eigentlich nur, dass man darüber spricht, dass nicht der erhobene Zeigefinger geschwungen wird, weil man sowas schlimmes ja nicht schauen darf, sondern das man sagt, okay, du hast es geschaut, lass uns darüber reden und wenn du nicht jetzt darüber reden willst, sollst du einfach nur wissen – ich bin für dich da, wenn irgendwas ist, komm zu mir.

„Tote Mädchen lügen nicht“ ist extrem erfolgreich und anstelle das man die Chance nutzt, darüber zu sprechen, kommen solche Sachen – Die australische Gesundheitsorganisation Headspace kritisierte, dass die Serie gefährliche Inhalte mit dem Thema Suizid verbinde. Managerin Kristen Douglas wies darauf hin, dass Anrufe und E-Mails bei Beratungsstellen, die direkt auf die Serie bezogen waren, zugenommen haben. [Quelle Wikipedia]

What?! Klar werden ein paar Vögel dabei sein, die einfach aus Spaß dort anrufen, irgendeinen Murks erzählen, aber was ist mit denen, die den Mut gefasst haben, offen zu sprechen, anstatt ihre Gefühle verschlossen zu halten, sollen die bitte die Anrufe bleiben lassen, weil das ja auch irgendwie niemand will.

Alle 40 Sekunden nimmt sich irgendwo auf der Welt jemand das Leben, auf jeden vollendeten Suizid kommen circa 20 Versuche.
Diese Zahlen sind seit Jahren beständig und trotzdem ändert es nichts daran, dass man über Suizid nur hinter vorgehaltener Hand spricht. Jetzt kommt eine Serie, packt das Thema beim Schopf und wieder wird versucht, das Thema unter den Teppich zu kehren.

Hannah Baker ist eine fiktive Person, aber es gibt so unendliche viele Hannah Bakers in der Welt, sie heißen zum Beispiel: Cassidy TrevanRehtaeh ParsonsTim RibberinkHannah SmithBrandy VelaDaniel FitzpatrickJonathan Paul Gettle, Kristina Calco, Teddy Molina, Amanda ToddKaren WardJadin BellGabriel Taye, Alyssa MorganMatthew Burdette, Steven UrryPhoebe PrinceAlyssia Sosa, Kenneth SuttnerGeorge Cheese, Julia DerbyshireJulio RodriguezFelix AlexanderTharukshan Selvan, Caleb HershiserBethany Thompson, Vylit Giessen, Joel Horn …. und diese Liste lässt sich so unendlich lange fortführen.

Hört zu. Seid füreinander da.
Und lasst uns nicht eine Serie verurteilen, nur weil sie ein Thema behandelt, welches wir lieber ausblenden würden, dadurch wird es nicht weniger real.

  • Telefonseelsorge Deutschland: 0800-1110111 (evangelisch)
    0800-1110222 (katholisch)
  • Telefonseelsorge in Österreich: 142
  • Die Dargebotene Hand in der Schweiz: 143

 

 

Memento [Film]

Memento poster.jpgTitel: Memento
Regie: Christopher Nolan
Drehbuch: Christopher & Jonathan Nolan

Produktionsland: USA
Dauer: 109 Minuten
Erscheinungsdatum: 2000
Altersfreigabe: FSK 16

Log-Line:
Rache ist die Aufgabe, die sich der ehmalige Versicherungsermittler Leonard Shelby seit dem Vergewaltigungsmord an seiner Frau Catherine gestellt hat. Ein beinahe aussichtsloses Unterfangen. Denn seit der schrecklichen Tat leidet Shelby an einem Verlust seines Kurzzeitgedächtnisses. Ohne seine Notizen, Fotos oder Tätowierungen am Körper, kann er sich an nichts mehr erinnern. Verzweifelt sucht er den Mörder seiner Frau. Der scheinbar so hilfreiche Teddy und die mysteriöse Natalie können ihm vielleicht helfen… oder benutzen sie ihn für ihre eigenen Zwecke? Ein Mann mit einer tödlichen Mission, auf dem Weg zurück zu einer schrecklichen Erkenntnis!

Meine Meinung:
Nolan’s nächster Blockbuster „Dunkirk“ kommt schon sehr bald und es wird daher Zeit, die Nolan-Rubrik wieder etwas zu füllen. Heute ist Memento dran, ein Streifen, welches zurecht Filmgeschichte geschrieben hat!

Ich habe diesen Film jetzt 4x normal gesehen und vor kurzem das erste Mal in chronologischer Reihenfolge (auf der neuen Blu-Ray-Edition ist das möglich!) und das tolle an einem so komplexen und perfekt durchdachten Film wie diesen ist, dass man immer wieder neue Details finden kann!

Die Sprünge zwischen Schwarz-Weiß und Farbe sind hier nur die augenscheinlichsten Merkmale dieses Zwists. Beobachtet mal die Kamera und deren Unterschiede zwischen diesen Szenen. Während die Kamera bei den farbigen Sequenzen regelrecht beim Protagonisten „klebt“, ist sie bei den Schwarz-Weiß-Szenen eher distanziert, ja gerade zu dokumentarisch angelegt ist. Hinzu kommen auch die Voice-Overs, die hauptsächlich in den düsteren, dunklen Sequenzen vorkommen, als eine Art Interview mit sich selbst.

Es gibt so viele Gründe, sich diesen Film auf die Zunge zergehen zu lassen … seien es die wohl durchdachten Charaktere, die spannende Hintergrundgeschichte oder die Dialoge zwischen Erinnerungen vs. Fakten. Was sind schon Erinnerungen? Man ertappt sich selbst bei dem Versuch dieses Rätsel lösen zu wollen. Und doch scheitert man unweigerlich, weil man (anfangs) in der Psyche von Lennard gefangen ist.

Es gibt ganz wenige Filme, die direkt mit dem Ende (mit der letzten Handlung der Story) beginnen. Das Lustige ist hier, dass man selbst hier, auch wenn man den Film zu Ende geguckt hat, nicht genau versteht, was hier gerade passiert ist.

Für viele mag dieser Streifen vielleicht zu kompliziert sein, ich kenne einige, die mit diesem Film doch überfordert waren – was ich auch vertehen kann. Man muss sich die Zeit nehmen und sein Gehirn auf volle Leistung einschwören. Aber ich gebe zu, dass auch ich diesen Film erst im Nachhinein so richtig  verstanden habe (so hoffe ich?!).

Ich will nicht zu viel spoilern (obwohl der Film demnächst seine Volljährigkeit erreicht! … verdammt, wie schnell 17 Jahre doch vergehen!!) … aber ich bin immer noch Feuer und Flamme über die Art und Weise, wie dieser Film realisiert wurde. Nach seinem Erstlingswerk „Following“, welches ja mit einem Super-Mini-Budget realisiert wurde, hat es Nolan hier endgültig geschafft. Mit Herz und Verstand hat er (und sein Team) dieses Meisterwerk geschaffen und hat vielen jungen Filmschaffenden gezeigt, wie man einen Blockbuster für die Ewigkeit schaffen kann (und das mit einem Budget von 9 Mio. USD)!

Fazit:
Lange Rede kurzer Sinn … falls ihr diesen Film noch nicht gesehen habt und/oder ihr noch eine Herausforderung für euren (Film)Verstand sucht … seit ihr hier goldrichtig!

Mein Rating:
10/10

https://de.wikipedia.org/wiki/Memento_(Film)

http://www.imdb.com/title/tt0209144/