La La Land [Film]

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/a/ab/La_La_Land_%28film%29.pngTitel: La La Land
Regie: Damien Chazelle
Drehbuch: Damien Chazelle

Produktionsland: USA
Dauer: 128 Minuten
Erscheinungsdatum: 2016
Altersfreigabe: FSK 0

Log-Line:
Im Fokus der Handlung von „La La Land“ stehen zwei hoffnungslose Träumer: Mia (Emma Stone) und Sebastian (Ryan Gosling). Sie versucht sich als Schauspielerin in Los Angeles einen Namen zu machen, leidet aber stark unter ihrer großen Einsamkeit. Der charismatische Jazz-Pianist, arbeitet ebenfalls an seiner Karriere. In dem jeweils anderen erkennen beide eine Person, die genau wie sie selbst den Wunsch hat, nur das zu praktizieren, wofür ihr Herz schlägt. So schnell wie die beiden sich auch in einander verlieben, ist die Beziehung in der harten, vom Konkurrenzkampf geprägten Atmosphäre der Stadt jedoch von Anfang an keine leichte. Auf einmal droht das zunächst verbindende Element ihrer Träume, sie auseinander zu treiben.

Meine Meinung:
Nach 6 gewonnenen Oscars (und der legendären Panne bei der Verleihung des besten Films) haben wir uns überwunden, diesen Film … ein Musical (!) im Kino anzusehen. Wir waren schon auf das Schlimmste gefasst (ich sage nur „Toni Erdmann“). Aber zu meiner Überraschung (und zu meinem Glück) war dieser Film doch sehr ansehnlich!

Das beginnt schon mit der Anfangsszene auf der Autobahn, klassische Musical-Elemente mit Tanzeinlagen, die hier sehr gut in Szene gesetzt wurden. Die prallende Sonne auf der Leinwand (in der noch so kalten Jahreszeit hier) kitzelte doch gute Laune aus mir heraus! Ähnlich ging es dann auch weiter bei der Party (und vor der Party) mit einer singenden und tanzenden Emma Stone. Nach einer Weile ebbt der Musical-Part etwas ab und es kristallisiert sich ein Liebesdrama heraus. Ein bisschen Kitsch, das eine oder andere Klischee … aber doch sehr subtil und eindringlich … wirklich gekonnt umgesetzt.

Und tatsächlich … Ryan Gosling steht da vor mir auf der Leinwand und passt hier wie die Faust auf’s Auge. Ich hab erfahren, dass er für diese Rolle extra Klavierunterricht genommen hat. Und nicht nur das, sämtliche Szenen mit dem Piano hat er sogar selbst eingespielt!!! (Auf der IMDb kann man bei „Trivia“ viele interessante Fakten nachlesen!)

Obwohl diese Liebesgeschichte nicht gerade mit „Mind-Blows“ hervorsticht, bleibt sie doch im Kopf hängen. Die musikalische Untermalung, die eine oder andere (sogar passende) Tanzeinlage, das Szenenbild … all das passt hier einfach! Tatsächlich musste ich kein einziges Mal auf die Uhr sehen – und das schaffen heute nicht viele Filme!

Und ja … auch ich (bzw. wir) musste(n) nach der Vorstellung „City Of Stars“ summen!

Fazit:
Selbst wenn jemand nicht sonderlich auf Musicals steht (so wie ich), wird hier durch gekonnte Story- und Szenenarbeit auf seine Kosten kommen. Gute Charaktere, gute Dialoge und natürlich die Gesangs- und Tanzeinlagen. Die Beziehung zwischen Mia und Sebastian passt hier, genau wie die Besetzung eines toll spielenden (ach Quatsch, eines herausragenden) Ryan Gosling, sowie einer singenden Emma Stone.

Ich bin jetzt doch sehr gespannt, was der Herr Damien Chazelle, Drehbuchautor und Regiesseur dieses Filmes, zukünftig noch so alles auf die Leinwand bannen wird. Vielleicht sollte ich doch mal einen Blick auf seinen vorherigen Hit „Whiplash“ riskieren.

Mein Rating:
8/10

https://de.wikipedia.org/wiki/La_La_Land_(Film)

http://www.imdb.com/title/tt3783958/

Verborgene Schönheit [Film]

Collateral Beauty poster.pngTitel: Verborgene Schönheit (Collateral Beauty)
Regie: David Frankel
Drehbuch: Allan Loeb

Produktionsland: USA
Dauer: 94 Minuten
Erscheinungsdatum: 2016
Altersfreigabe: FSK 12

Log-Line:
Als ein erfolgreicher New Yorker Werbemanager eine persönliche Tragödie erlebt und sich völlig aus dem Leben zurückzieht, entwickeln seine Freunde einen drastischen Plan, um zu ihm durchzudringen, bevor er alles verliert. Durch gezielte Provokationen zwingen sie ihn dazu, sich auf überraschende und zutiefst menschliche Weise mit der Wahrheit auseinanderzusetzen.

Meine Meinung:
Auf gehts ins neue Jahr und dieser Film weckte definitiv mein Interesse. In meinen Augen war der Maßstab sicherlich „Sieben Leben“ aus dem Jahre 2008. Die Idee klingt sehr vielversprechend: ein Mann, gezeichnet durch den Verlust seiner geliebten Tochter, versucht seinen Schmerz zu verarbeiten und so fängt er an Briefe an „Liebe“, „Zeit“ und „Tod“ zu schreiben. Natürlich wird es noch viel interessanter, als diese „Personen“ ihm auflauern, um persönlich antworten zu können!

Will Smith macht eine gute Figur, vielleicht ein klein wenig aufgesetzt (ähnlich wie bei Sieben Leben), aber den schmerzenden Vater kauft man ihm hier auch wirklich ab. Die anderen Schauspieler machen ihre Arbeit sehr solide, es gibt kaum jemanden, den ich hier groß bemängeln könnte.

Aber zu Beginn des Filmes spürte man, wie man von der einen Szene zur nächsten „geschubbst“ wurde. Man hat hier zum Teil zwanghaft versucht, die Szenen zu verbinden. Beispielsweise als WHIT (Edward Norton) nach einem „Casting“ der unbekannten AIMEE (Keira Knightley) hinterher rennt … aufgesetzter geht es hier ja fast nicht mehr!

Wie auch immer, Logik ist hier nicht das Steckenpferd dieses Filmes, eher das menschliche Miteinander und die Philosophie zu Liebe, Zeit und Raum. Na gut … dass seine „Freunde“ ihn nur für krank erklären möchten, damit sie das Unternehmen weiter führen können (und somit die Mitarbeiter ihren Job nicht verlieren) ist jetzt wieder eine andere Deutungsmöglichkeit. Eine reine Rettungsaktion schien den Autoren hier wohl zu kitschig.

Schöne Bilder, nette Phrasen, philosophische Ansätze und eine doch auch für mich überraschende Wendung zu Schluss machen den Film doch sehenswert. Aber das Problem ist hier (wie so oft) … der Film hätte SO VIEL MEHR sein können! Es steckte so viel Potential darin … aber nein, es musste wieder so halb durchgegart sein! Es scheint mir so, als hätte man dieses Projekt zu früh begonnen. Der Film / das Drehbuch hätte noch den letzten Feinschliff benötigt, um einen tollen Film daraus zu machen. Auch ein triefender und schniefender Will Smith (vor allem zum Schluss … Grundgütiger!) haben da nicht mehr rausholen können. Aus einem wahrlich herzhaften 3-Gänge-Menü wurde, wahrscheinlich aus Zeitdruck und mangelnder Überzeugung, ein nettes Fast-Food-Gericht.

Fazit:
Wer Philosophie, menschliche Verstrickungen oder einfach nur gerne Will Smith mag, der wird hier gut bedient. Wenn ich denke, was in letzter Zeit für Totalausfälle im Kino liefen, war dieser hier sicherlich sein Geld wert. Phasenweise kam ich voll auf meine Kosten, aber dann saß ich doch nur auf meinem Sessel und hab mich mehr auf meine Nachos konzentriert als auf die Leinwand. Vielleicht beim nächsten Mal!

Mein Rating:
7/10

https://de.wikipedia.org/wiki/Verborgene_Sch%C3%B6nheit

http://www.imdb.com/title/tt4682786/

 

Toni Erdmann [Film]

Titel: Toni Erdmann
Regie: Maren Ade
Drehbuch: Maren Ade

Produktionsland: Deutschland, Österreich
Dauer: 162 Minuten
Erscheinungsdatum: 2016
Altersfreigabe: FSK 12

Log-Line:
Peter Simonischek ist TONI ERDMANN und er ist Winfried,
65, ein Musiklehrer mit ausgeprägtem Hang zum Scherzen, der mit seinem alten Hund zusammenlebt. Seine Tochter Ines – gespielt von Sandra Hüller – ist eine Karrierefrau, die um die Welt reist, um Firmen zu optimieren. Vater und Tochter könnten also nicht unterschiedlicher sein: Er, der
gefühlvolle, sozialromantische Alt-68er, sie, die rationale Unternehmensberaterin, die bei einem großen Outsourcing-Projekt in Rumänien versucht aufzusteigen, und sich in einer Männerdomäne zu behaupten.
Da Winfried zu Hause also nicht viel von seiner Tochter sieht, beschließt er, sie nach dem Tod seines Hundes spontan zu besuchen. Doch der Besuch führt nicht zu einer Annäherung – es kommt vielmehr zum Eklat zwischen den beiden.

Meine Meinung:
Keine Woche vergeht, ohne dass man den Namen „Toni Erdmann“ hört und im Zuge der kommenden Oscar-Verleihung werden diesem Film auch gute Chancen zugestanden, diesen zu gewinnen. Verspätet aber doch (obwohl bereits auf DVD waren wir diesen sogar im Kino!) haben wir uns diesen Film nun angesehen.

Und am liebsten würde ich jetzt schon zum Fazit kommen … denn dieser Film sowohl mir als auch Yvonne ÜBERHAUPT-GARNICHT gefallen!

Aber warum eigentlich? Ich habe viele Kritiken über diesen Film gelesen und viele lobten diesen Film in den Himmel. Aber es gibt auch eine große Gruppe, die diesen Film keine allzugute Note vergeben haben. Viele haben die wildesten Theorien, die ganzen Paradigmen aufgestellt (bezüglich der zwei Welten zwischen Vater und Tochter, zwischen Sozialem und Kapitalistischem usw.) und haben alle, die diesen Film nicht mochten als bornierte, ungebildete Menschen abgestempelt, die den Film einfach nicht verstanden haben.

Ich habe schon viele deutsche/österreichische Filme gesehen, auch europäische und Arthouse-Filme … und ich bin so frei und behaupte von mir selbst, kein dummer Mensch zu sein und bin mit dieser Materie Film vertraut. Aber die Wahrheit ist …

… dieser Film hat mich nicht berührt, kein bisschen! Und das ist doch die Hauptsache eines Filmes nicht? Während ein Film wie Amour (Liebe) von Haneke gekonnt zwischenmenschliche Beziehungen und deren Regungen auf die Leinwand bannt, so geht dieser Film geradezu ins Groteske, mal von der Logik ganz zu schweigen.

Die „Masturbations-Szene“ war so furchtbar wie ekelhaft (was zum Teufel sollte das den eigentlich?) Viele sind mit der Verdeutlichung der Business-Hierachie dahergekommen – aber um Himmels Willen … das kann man doch auch anders machen, oder?!

Die Nacktparty-Szene zum Schluss war für mich eigentlich der ultimative Fall eines „Deus-ex-machina“ – ich saß auf meinem Sessel und konnte nur geschockt den Kopf schütteln. Was ist eigentlich im Film geschehen? Der Vater ist noch der Gleiche und die Tochter ist in der Branche geblieben. Dann kam das (nichtssagende) Ende – AUS.

Fazit:
Ich habe mir viel von diesem Film gehofft (allein dieser Hype um ihn); meine Erwartungen wurden aber regelrecht zerschmettert – und bin mit einem halben Schock aus den Kino gegangen. Ich weiß nur nicht was mich mehr erschreckt: dass mir der Film gar nicht gefallen hat (und nicht hat gefallen können), oder dass diese „Komödie“ so unglaublich viele Preise gewonnen hat und bei Metascore sogar 96% erreicht hat!!??

Mich würde wirklich interessieren, was ihr von dem Film haltet – hat er euch wirklich gefallen, wenn ja warum?

Mein Rating:
3/10

https://de.wikipedia.org/wiki/Toni_Erdmann

http://www.imdb.com/title/tt4048272/

https://www.rottentomatoes.com/m/toni_erdmann/

 

Doctor Strange [Film]

Bildergebnis für doctor strangeTitel: Doctor Strange
Regie: Scott Derrickson
Drehbuch: Jon Spaihts, Scott Derrickson, C. Robert Cargill

Produktionsland: USA
Dauer: 115 Minuten
Erscheinungsdatum: 2016
Altersfreigabe: FSK 12

Log-Line:
Doctor Stephen Strange (Benedict Cumberbatch) ist ein arroganter, aber auch unglaublich talentierter Neurochirurg. Nach einem schweren Autounfall kann er seiner Tätigkeit trotz mehrerer Operationen und Therapien nicht mehr nachgehen. In seiner Verzweifelung wendet er sich schließlich von der Schulmedizin ab und reist nach Tibet, wo er bei der Einsiedlerin The Ancient One (Tilda Swinton) und ihrer Glaubensgemeinschaft lernt, sein verletztes Ego hinten anzustellen und in die Geheimnisse einer verborgenen mystischen Welt voller alternativer Dimensionen eingeführt wird. So entwickelt sich Doctor Strange nach und nach zu einem der mächtigsten Magier der Welt. Doch schon bald muss er seine neugewonnenen mystischen Kräfte nutzen, um die Welt vor einer Bedrohung aus einer anderen Dimension zu beschützen.

Meine Meinung:
Recht kurzfristig haben wir uns entschlossen, diesen Film im Kino anzusehen – mein erster Marvel Film im Kino überhaupt! Ich fand die Idee an sich interessant und wie sich Benedict Cumberbatch so als Superheld anstellen würde.

Die (doch etwas langatmige) Einführung des egozentrischen Chirurgen Dr. Strange und sein Leidensweg nach seinem Unfall, kann man dank der Leistung des Briten gut verschmerzen. Es dauert ein wenig, bis sich unser Protagonist auf seine spirituelle Reise wagt und schließlich sein Ziel in der Hoffnung findet, seine Hände wieder ganz zu bekommen.

Soweit hat der Film noch in einer verständlichen und vor allem realen Ebene existiert. Dies ändert sich jedoch schlagartig als die Ancient One …

… halt stopp, mist … ich hab die Anfangssequenz der Ancient One mit ihrem „verlorenem Sohn“ Kaecilius (cooler Name… gespielt vom Dänen Mads Mikkelsen) vergessen!

Aber wieder zurück zum Doktor – dieser muss sich jetzt von seiner alten Weltansicht, in der er sich doch so sicher fühlte, abrücken und über sich hinaus wachsen. Aber natürlich darf auch hier sein egozentrische Charme und Witz nicht fehlen, wenn auch dieser nicht immer gezündet hat.

Die Geschichte ist eigentlich schnell erzählt und baut auf vertraute Muster von Gut gegen Böse auf, auch wenn hier (wieder) versucht wird, das Böse etwas plausibler zu gestalten, was hier aber nur mäßig funktionierte. Die Charaktere waren ganz solide, aber keiner (mit Ausnahme des Protagonisten) bleibt wirklich in Erinnerung.

Das macht hier aber nicht allzuviel aus, denn wodurch dieser Film eindeutig besticht sind die Spezialeffekte, und die haben es wirklich in sich – sogar die 3D-Umsetzung passt hier! In vielen Kritiken ist von einem „LSD-Trip“ zu lesen, da ist was dran, man kann hier schon mal den Überblick verlieren. Aber Hut ab, die Effekte waren wirklich super!

Der Clou am Schluss (gegen den ultimativen Super-Boss) fand ich meines Erachtens witzig und gelungen. Diese Sequenz kann man gerne schmunzelnden mit einem Augenzwinkern versehen.

Fazit:
Ein Superheld, der nicht nur nach einer physischen Heilung sondern in Wahrheit zu sich selbst finden musste – das ist bekannt und vertraut. Trotzdem hat dieser Film mit seinem Helden einen speziellen Platz gefunden. Er hat sich sowohl in unserer, jetzigen Gesellschaft behauptet, wie er auch seine Ideale aus den 60ern (mit Selbstfindung, Erweiterung unseres Horizontes und einer Prise LSD) bewahrt hat.

Nicht der allerbeste Marvel-Film, aber bei weitem nicht der Schlechteste!

Mein Rating:
8/10

https://de.wikipedia.org/wiki/Doctor_Strange_(2016)

http://www.imdb.com/title/tt1211837/

https://www.rottentomatoes.com/m/doctor_strange_2016/

 

The Dark Knight [Film]

Dark Knight.jpgTitel: The Dark Knight
Regie: Christopher Nolan
Drehbuch: Christopher Nolan, David S. Goyer, Jonathan Nolan

Produktionsland: USA
Dauer: 153 Minuten
Erscheinungsdatum: 2008
Altersfreigabe: FSK 16

Log-Line:
Nach seinem Erfolg in der Bekämpfung von Ra’s Al Ghul macht sich Batman daran, mit Hilfe von Polizeichef Gordon und dem Bezirksstaatsanwalt Harvey Dent dem organisierten Verbrechen in Gotham den Todesstoß zu versetzen. Er hat die Rechnung nicht mit dem Joker gemacht, der zunächst als Bankräuber auftritt, schließlich aber viel diabolischere Absichten offenbart.

Meine Meinung:
Und weiter gehts mit unserer Christopher-Nolan-Rubrik, dieses Mal mit dem Kronjuwel. Ein fulminanter Thriller (verpackt als Comic-Verfilmung), ein Höhepunkt nach dem nächsten – eine regelrechte Achterbahnfahrt.

Alleine die erste Szene mit dem Banküberfall des Jokers offenbart schon die Genialität und die perfekte Synopse des Filmes. Mir gefällt die Tatsache, wie Harvey Dent aka Two Face sich hier entwickelt (hat). Wer noch den Two Face eines Tommy Lee Jones in Erinnerung hat (Batman Forever [1997]), kann ungefährt erahnen was ich damit meine.

Der Joker hier ist … der Machiavelli unter den Comic-Charakteren! Ich habe noch nie eine solch interessante, mysteriöse und zugleich faszinierende Persönlichkeit in einem Film entdeckt. Je mehr ich über diesen Charakter nachdenke umso mehr Kopfschmerzen bekomme ich (im guten Sinne). Denken wir mal zurück … ein Mann, der sich voll und ganz dem Chaos zugeschrieben hat („… ich bin nur ein Hund, der Autos hinterherjagt…“) – und doch scheint alles präzise geplant zu sein – ein kompletter Widerspruch eigentlich. Verdeutlicht auch durch seine verschiedenen Aussagen zu seiner Narbe. Oder, dass er gerne in die Augen seiner Opfer sieht, wenn er sie mit einem Messer tötet. Doch hatte er nur 3x (mehr oder weniger) Blickkontakt mit den Opfern, sonst hat er seinen Blick immer abgewendet! Mal davon abgesehen, übt dieser Charakter (zumindest ging es mir so) eine solch unglaubliche Anziehungskraft, dass man ganz still und heimlich doch auch ihm die Däumchen gedrückt hat (Böser Berni).

Die mit abstand beste Leistung von Heath Ledger, sehr schade, dass er diese Rolle mit seinem Leben bezahlt hat!!

Wie anfangs erwähnt, die vielen Höhepunkte; erstaunlich, dass ein solch langer Film (immerhin über 150 Minuten!) es schafft, mich so intensiv unter Strom zu halten. Die Handlung, die Wendungen wurden perfekt inszeniert. Die tollen Aufnahmen passen auch hier perfekt in die Szenerie, genauso wie die Dialoge von Michael Caine aka Alfred!

Ich habe diesen Film 2008 noch im Kino gesehen und von einer Szene war ich ganz besonders in den Bann gezogen worden: nämlich die von der Fähre. Vor allem von dem Moment, wo der schwarze Gefangene auf den Direktor zuging. Ich bin beinahe mit meinem Sessel abgehoben! Viel zu selten habe ich diesen Moment spüren dürfen, doch hier war es so weit. Auch das Finale zum Schluss, mit der dezent eingesetzten Musik, die die Atmosphäre regelrecht zum Lodern gebracht hat … Hut ab Herr Nolan / Herr Zimmer / an das ganze Team!

Kurios auch bei so manchen Stellen im Film, die man erst im Nachhinein entdeckt bzw. diese anders wahrnimmt, denn vieles stand so gar nicht im Drehbuch (aber im fertigen Film):

  • Die Explosion des Krankenhauses, mit ihrer Pause war zwar so vorgesehen, aber die Reaktion Heath Ledgers (der daraufhin mehrmals entnervt den Knopf drückt) nicht!
  • Als Detective Gordon vom Bürgermeister befördert wird, applaudieren seine Kollegen, plötzlich klatscht auch der Joker mit – dies war so nicht vorgesehen, doch Christopher Nolan war von der Szene so begeistert, dass er es einfach so übernommen hat.
  • Die Haftbomben, die Batman während der Rückholaktion von Lau in Hongkong, explodierten tatsächlich in 2 Minuten und 22 Sekunden … in Echtzeit!
  • Als der Joker und seine Schärgen auf „Harvey Dents Party“ aufgetaucht sind, hätte Michael Caine einen flotten Satz sprechen sollen. Er hat aber zuvor Heath Ledger als Joker nie gesehen und bei dessen Anblick habe er seinen seine Stimme nicht erheben können.

Fazit:
Ein Meilenstein in der Filmbranche und zurecht untern den Top3 in der IMDB! Grandiose Handlung mit tollen Charakteren, einem unglaublichen Heath Ledger und mit einer solchen Portion Spannung, dass man beinahe einen Stromschlag bekommt! Ich kann diesen Film wirklich nur wärmstens empfehlen, auch wenn man mit Batman bzw. generell mit Comics nichts anfangen kann. Unbedingt ansehen!

„…entweder man stirbt als Held, oder lebt solange, bis man selbst der Böse wird…“

https://www.lovelybooks.de/autor/-/Batman-Das-Making-of-der-Dark-Knight-Trilogie-Hardcover-Buch-1337373990-w/

Mein Rating:
10/10

https://de.wikipedia.org/wiki/The_Dark_Knight

http://www.imdb.com/title/tt0468569/

https://www.rottentomatoes.com/m/the_dark_knight/

Batman Begins [Film]

A man in a batsuit spreads his wings while looking down. Tall skyscrapers extend above and bats fly around him.Titel: Batman Begins
Regie: Christopher Nolan
Drehbuch: Christopher Nolan, David S. Goyer

Produktionsland: USA
Dauer: 140 Minuten
Erscheinungsdatum: 2005
Altersfreigabe: FSK 12

Log-Line:
Als kleiner Junge zum Zeugen des Mordes an seinen Eltern geworden und geplagt von seinen Kindheitserinnerungen, reist der Industrie-Erbe Bruce Wayne ziellos durch die Welt auf der Suche nach einem Weg, jene zu bekämpfen, die Angst und Schrecken verbreiten. Mit der Hilfe seines treuen Butlers Alfred, Detective Jim Gordon und seines Verbündeten Lucius Fox kehrt Wayne schließlich nach Gotham City zurück und erschafft sein Alter Ego: Batman! Als maskierter Kreuzritter kämpft er mit Stärke, Intelligenz und einem Arsenal von High-Tech-Waffen gegen die bösen Kräfte der Unterwelt. Darüber hinaus stellt sich auch seinem bislang größten Gegner… seine eigene Furcht.

Meine Meinung:
Bringen wir wiedermal etwas Bewegung in die Christopher Nolan Rubrik. Es dauert noch eine Weile, bis Herr Nolan einen neuen Film in die Kinos zaubert (Dunkirk – Juli 2017), eine gute Gelegenheit, um sich der Batman-Trilogie anzunehmen. Nachdem Ben Affleck wieder einen neuen Batman mimt konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, noch einmal in den Bale/Nolan-Batman einzutauchen.

Ich habe zu meinem Geburtstag auch das Making-Of-Buch zu der Trilogie, mit etlichen interessanten Hintergrund-Infos erhalten. Die Vorbereitung, wie auch das Drehbuch sind hauptsächlich in Christopher Nolans improvisiertem Büro in seiner Garage (neben seiner Waschmaschine und seinem Trockner!) entsprungen! Wer kann sich schon vorstellen, dass ein 150 Mio. teurer Blockbuster hauptsächlich in einer Garage entstanden ist? Und die Kulisse für die vielen Szenen in Gotham (vor allem in den Narrows) wurden in einer verlassenen Luftschiffhalle nahe London nachgebaut! Und die erste Version des Thumblers (Batmobils) wurde von Herrn Nolan persönlich angefertigt … in Form von Knetmasse. Darüber hinaus wurde ein ECHTER Thumbler gebaut – noch bevor das Studio das finanzielle OK dafür gab (und somit Herr Nolan aus eigener Tasche bezahlt hat)!

Chrisopher Nolan und David S. Goyer haben etwas großartiges geschafft. Sie haben einen bereits totgeglaubten Charakter (man denke nur an die Schumacher-Batman-Filme *grusel*) wieder aus der Asche empor steigen lassen und diesen wieder mit einer Seele versehen. Dieser Batman ist kein bunter Kitsch-Film, er ist realistisch, beinahe real … unter Umständen könnte dieser Batman tatsächlich in unserer Welt existieren!

Die verzwickten Zeitebenen (hauptsächlich zu Beginn) taten den Film genau so gut wie ihre tollen Darsteller, allen voran Christian Bale als herausragender Batman. Er strahlt eine solch reale Präsenz aus! Man kann direkt seinen Schmerz und seine Tiefe von seinen Augen ablesen. Gute Dialoge passen hier genauso gut ins Konzept wie die schnellen Schnitte bei den Action-Sequenzen. Und doch war nichts überdrehtes dabei, so wie es als realistische Comic-Adaption gedacht war – kein Werkzeug, kein Schalter beim Thumbler war unnütz.

Wer sich etwas mit den Batman DC-Comics und deren Charaktere auskennt wird erstaunt sein, was dieses Team hier geleistet hat. Zum Beispiel die Interpretation von Ra’s al Ghul,  der in den Comics als „echter“ Unsterblicher dargestellt wird, ist hier ein ausgefuchster Mann, der eine theatralische Täuschung nutzt um eine Legende für seine Zwecke zu erschaffen. Auch die Einteilung zwischen Gut und Böse, zwischen Schwarz und Weiß lässt sich nicht sofort erkennen. Wer kämpft hier für Gerechtigkeit, wer für Recht und Ordnung?

Die Musik kommt hier gut zur Geltung, genau wie die Kamera-Arbeit von Wally Pfister (die Himalaya-Szenen mit ihren Gletschern z.B. wurden in Island gedreht) mit ihren tollen Aufnahmen runden das Ganze natürlich ordentlich ab.

Fazit:
Ein toller Reboot, der so vieles richtig gemacht hat und darüber hinaus eine perfekte Vorlage für den Nachfolger „The Dark Knight“ geebnet hat (welcher sogar NOCH besser ist!!!). Die 140 Minuten vergingen wie im Flug, die Thematik war klasse und der Gegner war sehr klug ausgearbeitet. Eine hyper-realistische Comic-Verfilmung, die auch heute noch seines Gleichen sucht!

PS: für alle Fans der Nolan-Batman-Trilogie kann ich wärmstens dieses (bereits erwähnte) Buch empfehlen!

https://www.lovelybooks.de/autor/-/Batman-Das-Making-of-der-Dark-Knight-Trilogie-Hardcover-Buch-1337373990-w/

Mein Rating:
9/10

https://de.wikipedia.org/wiki/Batman_Begins

http://www.imdb.com/title/tt0372784/

https://www.rottentomatoes.com/m/batman_begins/

Suicide Squad [Film]

Official posterTitel: Suicide Squad
Regie: David Ayer
Drehbuch: David Ayer

Produktionsland: USA
Dauer: 123 Minuten
Erscheinungsdatum: 2016
Altersfreigabe: FSK 16

Log-Line:
Die Suicide Squad bzw. Task Force X ist eine geheime Regierungsorganisation, die sich aus Strafgefangenen mit außerordentlichen Fähigkeiten rekrutiert, denen im Austausch für die Teilnahme an riskanten Geheimdienstoperationen Straffreiheit zugesagt wird.

Meine Meinung:
Etwas verspätet aber doch sind wir diesen Film im Kino gewesen (blöde Termine) und bereits im Vorfeld ist dieser Film von so vielen Kritikern gerade zu verrissen worden. Dann gab es auch diese große Diskussion mit Rotten Tomatoes, die ja mehrheitlich im Marvel-Universum zu Hause sind und DC-Comics automatisch schlechtere Bewertungen geben. Aber was stimmt jetzt? Ist dieser Film wirklich so schlecht?

Ich gebe es ehrlich zu, ich bin mehr im DC-Universum zu Hause als in dem von Marvel, obwohl auch hier tolle Filme gelungen sind (ich sage nur Iron Man – der erste Teil!), aber dank der Nolan-Batman-Trilogie ist es einfach über mich geschehen – darüber hinaus gibt es auch so gute Serien und Comics…

Aber wie auch immer, sehen wir uns mal diesen Film an, der ja reichlich für Gesprächsstoff gesorgt hat. Als ich mit einem Kumpel den ersten Trailer zu diesem Film gesehen haben, war das eigentlich ein Pflichttermin für uns – allein Will Smith als Deadshot?! Einfach nur cool. Und die Tatsache, dass jetzt endlich auch mal die Bösewichte mal ein eigenständiges Kapitel bekommen sagte mir sehr zu. Aber eines hat sich ebenfalls bestätigt, dieser Film ist nur ein Bauteil für die DC-Extended-Filme, die noch kommen werden! Dies hat sich auch schon durch den Film Batman v. Superman abgezeichnet.

Der Film ist doch sehr „plastisch“ dargestellt (ich glaube, so kann ich das am besten umschreiben), quietsch-bunt und mit schnittigen Schnitten. Die Einführung der Charaktere (wobei hier das Augenmerk hauptsächlich bei Deadshot und Harley Quinn liegt) war ganz nett. Das Problem aber (für mich), die Charaktere können sich nicht wirklich entfalten, vieles wirkt aufgesetzt und hat nur wenig Tiefgang. Vielleicht mag es an der großen Anzahl der „Teammitglieder“ liegen, die auf diese wilde Tour gehen.

Die „Überzeugungsleistung“, damit das Team überhaupt zustande kommt, war meiner Meinung nach genauso wenig schlüssig wie die Ergründung von Enchantress, die Menschheit auszulöschen; von der Logik ganz zu schweigen (wo war Wonder Woman, Flash, Aqua Man … und vor allem Batman!?)

Auch hier hätte man meiner Meinung nach mehr rausholen können, was auch schon zeitweise angedeutet wurde: „Wer ist der Gute, wer der Böse?“ Warum hat man diesen Weg eingeschlagen? Hier hätte man perfekt die Lage in den USA aufzeigen können, dass 1% der US-Amerikaner in Gefängnissen verrotten, die kollektive Panikmache, sodass jeder eine Waffe braucht, die Kluft zwischen (super)reich und (bitter)arm … viel zu wenig über die kausalen Ereignisse warum das passiert und sie stattdessen mit übertriebenen Haft- oder gar Todesstrafen versehen werden. Hier wurde so gut wie nichts (und wenn dann nur so im „vorbeigehen“) aufgegriffen. Sehr, sehr schade.

Von  der Action und vom Humor war es ganz in Ordnung, wobei auch hier einiges aufgesetzt wirkt. Man merkt, dass David Ayer vieles versucht und probiert, aber fast immer auf halber Strecke stecken bleibt. Dabei ist er kein unbeschriebenes Blatt, gehen doch Kult-Filme wie „The Fast And The Furious“ bzw. „Training Day“ auf sein Konto.

Und zu guter Letzt, Jered Leto als der Joker… er war „ganz ok“, kommt aber NIEMALS an Heath Ledger in „The Dark Knight“ heran. Dieser Jered Joker war wie ein Plastikspielzeug, konnte aber mein Blut nicht im entferntesten in den Adern gefrieren lassen, ich musste mich doch sehr wundern, dass andere Charaktere vor ihm Angst haben sollten? Viel war auch diskuttiert worden, dass Jered Leto zu wenig Zeit bekommen hat. Diese ominösen „paar Minuten“ sind es natürlich nicht, er hat schon mehr Zeit bekommen, aber auch bei doppelter Screentime hätte er sich nicht wirklich entfalten können – ich gehe sogar so weit und sage, dass dieser Joker beinahe überflüssig ist!

Fazit:
Ein netter Comic-Film und nicht die befürchtete Total-Katastrophe, wie sie so oft proklamiert wurde – aber auch weit entfernt von den Nolan-Batmanfilmen. Ein netter Kinoabend war es trotzdem. Aber musstet ihr so gut wie jeden bekannten Song (Eminem, Queen, The White Stripes uvm.) nehmen? Das fand ich schon sehr skuril. Wer einen Film mit Tiefgang erwartet ist hier definitiv falsch, aber für einen netten Abend ist dieser schon zu haben.

Mein Rating:
6/10

PS: Meine Begleitung (meine Verlobte) ist von diesem Film ganz hin und weg, ist aber absolut kein Comic-Fan! (fand sogar „Batman Begins (2005)“ doof!!!) Also wer weiß…

https://de.wikipedia.org/wiki/Suicide_Squad_(Film)

http://www.imdb.com/title/tt1386697/

https://www.rottentomatoes.com/m/suicide_squad_2016/