Kleine Stadt der großen Träume

Britt-Marie war hier
Titel: Kleine Stadt der großen Träume
Originaltitel: Björnstadt
Autor: Fredrik Backman
Genre: Belletristik
Verlag: Fischer Krüger
Format: Hardcover, 512 Seiten
ISBN: 978-3-8105-3043-1


Kauft doch wieder mal in der örtlichen Buchhandlung ein!

Inhalt:
Wer glaubt noch an Björnstadt? Es liegt viel zu weit hinter den dunklen Wäldern im Norden. Doch die Menschen hier halten zusammen. Und sie teilen eine Leidenschaft, die sie wieder mit Stolz erfüllen könnte. Die den Rest der Welt an Björnstadt erinnern könnte. Vielleicht sogar Arbeitsplätze bringen, eine Zukunft. Deshalb liegen alle Träume und Hoffnungen nun auf den Schultern ein paar junger Björnstädter. Noch ahnt keiner in der Stadt, dass sich ihre Gemeinschaft über Nacht für immer verändern wird. ©Fischer Krüger

Meine Meinung:
Es war eher eine Zufall, als ich einen Tag vor Erscheinungstermin auf das Buch aufmerksam wurde. Still und heimlich kam es auf den Markt. Fast hätte ich es übersehen, wie man Björnstadt übersehen könnte. Eine Stadt, mitten im Wald, von vielen vergessen, wollen die Einwohner es schaffen, sich wieder in Erinnerung zu rufen.

Von Fredrik Backman habe ich alle Bücher gelesen, ob Ove, Oma oder Britt-Marie, sie alle haben etwas gemeinsam: ein ernster Kern, umhüllt von einem wunderbaren Humor. Natürlich habe ich es mir für die kleine Stadt auch gewünscht, allerdings wurde es nur teilweise erfüllt, dieses Mal gab es einen ernsten Kern, umhüllt von Poesie, ganz ohne Humor. Es war anders, kein „typischer“ Backman, aber ganz ehrlich, diese Geschichte ist ein einziges Feuerwerk und lässt sich so unglaublich schwer in Worte fassen, weil es mich sprachlos zurückgelassen hat.

Auf den ersten 150 Seiten lernt man die Stadtbewohner kennen, wie sie für ihren Sport brennen, viel anderes haben sie auch nicht und so sieht man die verlorenen Existenzen, die alles für den Sport geopfert haben und trotzdem davon nicht ihr Leben bestreiten konnten, jetzt nun eben alle Hoffnungen auf die Jugendlichen projizieren, ihre Träume durch sie erfüllt haben möchten.
Die Eltern, die alles in die Karriere ihrer Kinder investieren, obwohl sie den Sport vielleicht gar nicht so verstehen.
Und die Jugendlichen, die kämpfen, weil sie wissen, nicht alle von ihnen können ihre Leidenschaft zum Beruf machen und alles in ihrem Leben den Sport unterordnen.

Es gibt um Eishockey. Ich wäre skeptisch gewesen, hätte ich mir das Buch nicht blind gekauft, weil es einfach Fredrik Backman ist. Auf den ersten Seiten wusste ich nicht, wohin mich die Geschichte führen möchte – war es das Kaleidoskop der unterschiedlichen Menschen, die doch durch eine Sache vereint werden? Zu Beginn vielleicht, aber welches Ereignis, welchen Weg dieses Buch beschreibt, man erahnt es nicht einmal im Ansatz und ich will es auch nicht wirklich verraten, weil dem Leser vermutlich dann etwas fehlen würde, doch soviel sei gesagt, ich klebte an den Seiten und wenn ich nicht gelesen habe, habe ich darüber nachgedacht, was wohl in der Geschichte als nächstes passieren würde.

Ich wollte nicht, dass die Geschichte ein Ende findet und doch wollte ich wissen, wie die Stadt damit umgeht, ihre Träume eventuell ziehen lassen zu müssen, ob sie lieber für andere einstehen oder stur ihren eigenen Weg verfolgen, wenn es auch nicht unbedingt der richtige ist und sie es insgeheim auch wissen.
Wer ist dein Freund, wer dein Feind? Auf jeder Seite wird der Leser vor diese Frage gestellt, weil die Linien zerfließen. Wütend, bei so vielen Absätzen war ich einfach nur unglaublich wütend, fassungslos. Nicht weil es etwas so ungeheuerliches ist, viel mehr eher, weil es leider kein Einzelfall ist, weil was beschrieben wird, Realität ist, in der kleinen Stadt und auch oft in der großen Welt dort draußen.

Und anstelle des üblichen Backman Humors, findet man Sätze eingestreut, die ich 10 mal lesen musste, nicht wegen ihrer Schwierigkeit, sondern wegen ihrer unglaublichen Schwere, die einen das Herz zu zerreißen droht.

Unendlich lange könnte ich weiter Lobreden halten, aber letztlich kommt es immer nur zu den selben Schluss: lest dieses Buch, es ist der blanke Wahnsinn, auch wenn man es auf den ersten Blick nicht erwarten würde. Mag das Cover wie eine Wohlfühlgeschichte anmuten, kommt es doch eher einen Schlag in den Magen gleich.

Monatsrückblick Oktober 2017

Heute werfe ich nochmals einen kleinen Blick zurück in den Oktober, um euch zu erzählen,  welche Wellen das Buchstabenmeer so für mich zu bieten hatte.

Angefangen haben ich mit „Faceless“ von Alyssa Sheinmel, einer Geschichte über das offensichtliche Anderssein und es war ein Buch, was mir so gut gefallen hat, dass ich dazu sogar eine Rezension geschrieben hatte.
Sollte nun endlich der Bücherfluch vorbei sein, der seit den letzten Monaten auf mir liegt, würde ich langsam wieder die guten Geschichten finden, die mich berühren und einfach Lesevergnügen bringen?

Nein, einfach nur nein, den Faceless war vermutlich das beste Buch des Monats, obwohl es doch so manche Schwächen hatte, doch die folgenden Bücher, naja, ich erzähl euch mal davon:

„So was passiert nur Idioten wie uns“ von Sabine Schoder ist die Fortsetzung zu „Liebe ist etwas für Idioten. Wie mich“. Wollte ich damals auch nicht lesen, aber da meine Arbeitskollegin ein wenig davon schwärmte und ich irgendwie doch neugierig wurde, habe ich in der Buchhandlung zumindest mal reingelesen und war sogleich verliebt.
Liebesgeschichten sind überhaupt nicht so meins, aber die Autorin hat es im ersten Teil geschafft, einen solchen Humorwirbel zu erzeugen, dass ich das Buch am Ende geliebt habe und selbst davon überrascht war.
Der zweite Teil hat zwar Spuren von Humor, aber nur minimal, versucht zudem ernster zu sein und erzählt doch irgendwie eine abstruse Geschichte. Ein komplettes Blackout für mich.

Und dann kam „Wolkenschloss“ von Kerstin Gier, weil man sich auf Kerstin Gier doch irgendwie immer verlassen kann, zwar schreibt sie auch oft von Liebe, aber es ist Kerstin Gier, man mag sie einfach, dachte ich mir und so besuchte ich das Wolkenschloss.
Die ersten knapp 300 Seiten plätschern so vorbei, es war nicht aufregend, ganz ein wenig lustig, aber soweit okay, dann aber muss der Autorin irgendjemand gesagt haben, dass die Geschichte jetzt noch nicht wirklich so der Knaller ist und daraufhin fährt sie schwere Geschütze auf. Es geht drunter und drüber, entwickelt sich zu einen wahren Kriminalfall, was in Ordnung wäre, wenn es zum Rest der Geschichte passen würde, tut es aber nicht, die Geschichte wirkt an den Haaren herbeigezogen und der Schluss passt einfach nicht. Hätte das Buch so ruhig geendet, wie es begonnen hat, hätte ich gesagt, nette Geschichte, kann man lesen, aber durch den Schluss wurde die ganze Konstruktur des Buches gesprengt und ich blieb einfach nur kopfschüttelnd zurück.

Es folgte „Das McBook: Von den Burgern der Zukunft, der Filiale der Queen und Igeln im Eisbecher – (fast) alles über McDonald’s“ von Alexandra Reinwarth, wie der Titel schon erkennen lässt, soll es einen (fast) alles über McDonald’s verraten. Ich stehe total auf Fast Food und weiß natürlich, nicht alles ist gut und hab mir einen Rundumblick erwartet.
Ich las und las, laut der Autorin sei bei McDonald’s alles super und es gebe ja eigentlich gar nicht wirklich was schlechtes. Überraschte mich, man kennt doch die vielen Gerüchte, die durch die Welt fliegen. Gegen Ende habe ich das Buch als dicke Werbebroschüre abgetan und dachte mir, naja, wirklich aussagekräftig ist anders.

Danach wanderte das Buch ins Regal und ich wollte keine Rezension dazu schreiben, allerdings veröffentlichte „Öko Test“ ihre Ergebnisse zu allerlei Chicken Nuggets die momentan auf den Markt sind, circa eine Woche nach Erscheinungsdatum des Buches –  darunter auch unsere Freunde und gnadenlos sind die Hühnchenteile von McDonald’s durchgefallen. Die Nuggets, von denen ich Autorin noch schrieb, dass sie total korrekt produziert werden und nur bestes Brustfleisch beinhalten, mit ein bisschen Salz und Pfeffer und so.
Dieses Ergebnis hat mich so wütend auf das Buch werden lassen, weil es eigentlich so viel widerlegt und die Autorin als Spielpuppe von McDonald’s präsentiert wird, dass ich dann doch eine Rezension geschrieben habe und ja, meine Emotionen sind ein wenig mit mir durchgegangen.
Fast Food ist nämlich nicht das Gelbe vom Ei und es ist an Dreistigkeit eigentlich nicht zu überbieten, wie die Autorin es dann doch versucht, es in glänzendes Licht zu tauchen.

Nach dem McBook war ich ein wenig erschöpft und brauchte etwas lustiges – „Ich mach doch nur Spaß!“ von Ellen DeGeneres schien da gerade Recht zu kommen, stand es doch schon viel zu lange im Regal, obwohl ich die Show von Ellen wirklich liebe.
Eigentlich ist es eine kleine Ansammlung von Kurzgeschichten, die von Ellens Privat- aber auch Arbeitsleben erzählen, leider ist aber kaum lustig. Was Ellen im Fernsehen bringt, konnte sie für mich schriftlich nicht rüberbringen.

Damit hat der Monat geendet. Man sieht, es fehlt ein englisches Buch, mit „Project Semicolon“ habe ich zwar begonnen, aber da es eine Sammlung von Kurzgeschichten ist, lese ich sie lieber dazwischen hinein. Statt weiterzumachen, mich durch englische Bücher zu kämpfen, versuche ich momentan etwas anderes. Ich gucke eine Serie auf englisch, mit englischen Untertitel und versuche damit, die Sprache ein wenig zu verinnerlichen. Angefangen habe ich mit „Atypical“ – eine Serie über den 18-jährigen Sam, der Autist ist. Beschrieben wird sein Leben, aber auch, wie die Familienmitglieder damit umgehen. Ganz okaye Serie, nicht das große Highlight, aber extrem leicht verständlich.

So war der Monat Oktober ein ziemlich schwieriger Zeitgenosse und ich hoffe, der November mag mich ein wenig mehr.

Das McBook: Von den Burgern der Zukunft, der Filiale der Queen und Igeln im Eisbecher – (fast) alles über McDonald’s

Titel:  Das McBook: Von den Burgern der Zukunft, der Filiale der Queen und Igeln im Eisbecher – (fast) alles über McDonald’s
Autor: Alexandra Reinwarth
Genre: Sachbuch
Verlag: Riva Verlag
Format: Softcover, 192 Seiten
ISBN: 978-3742303868


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Für Bernhard bin ich eigentlich ständig auf der Suche nach Unnützen Wissen-Büchern, weil er die schneller liest, als ich schauen kann. Als ich dann bei Riva Verlag das neue „Faktglaublich – In Sibirien werfen Frauen beim Flirten mit Schnecken“ entdeckt habe und noch so ein wenig rumstöberte, habe ich auch das McBook gefunden. Klang sehr nach unnützen Wissen und somit war es dann auch gleich vorbestellt und gekauft.

Zuerst muss ich sagen, dass es mit unnützen Wissen nicht so wirklich viel zu tun hat, was aber meine Schuld war und ich mich durch den Titel einfach verleitet gefühlt habe. Es gibt ein paar Fakten, die zwischen den Kapitel eingestreut sind, aber viel mehr geht es darum, dass die Autorin einen Blick hinter die Kulissen wagt und einfach mal schaut, wie produziert McDonalds eigentlich seine Produkte. Sind in ChickenNuggets wirklich Hühnerfüße und Schnäbel? Absurde Mythen und Gerüchte gibt es viele – dieses Buch versucht aufzudecken, wie viel Wahrheit dahintersteckt.

Und so hat das Buch letztlich nicht Bernhard gelesen, sondern ich und nun, also … man könnte das Buch Buch nennen, man könnte es aber auch einfach, dickere Werbebroschüre von McDonalds nennen.

Die Autorin schaut sich die Produktion der Brötchen, Fleischlaibchen und auch der Chicken Nuggets an und ja es stimmt, das Fleisch von den Hühnchen kommt teilweise aus Brasilien. Warum? Weil Brasilien einer der Hauptlieferanten von Hühnchen weltweit ist und Europa die Menge nicht liefern kann, die McDonalds braucht. Kann man schlecht finden, ist es auch, aber Tatsache ist auch, McDonalds ist ein Unternehmen und Unternehmen lieben es, Geld zu verdienen und solange sie nicht irgendwann Mitte des Monats beschließen, keine Nuggets mehr zu verkaufen, weil keine mehr da sind, wird das Fleisch weiterhin aus Brasilien kommen.

So … aber ansonsten ist alles supidupi bei McDonalds, die Autorin besucht Produktionshallen wo ihr alles ganz genau erklärt wird und natürlich ist in den Produkten nur das Beste vom Besten drin. Sagt halt Herr und Frau McDonalds, wären ja auch ziemlich blöd, wenn sie ihr eigenes Nest beschmutzen würden.

Kennt ihr die Dokumentation „Super Size Me“ wo Morgan Spurlock 30 Tage nur Fast Food bei dem goldenen M futtert und sein Körper zu rebellieren beginnt? Tolle Doku übrigens, sollte ihr gucken, aber Herr Spurlock, so sagen die McDonalds Menschen, ist auch ein Trottel, weil Fast Food ist keine tägliche Ernährung, man muss es in Maßen zu sich nehmen, ist doch eh klar. Begeistert nickt die Autorin, klatscht in die Hände und sagt, ja ihr lieben Leuchte, in Maßen konsumieren und nicht in Massen, dann ist Fast Food eine super Sache und hüpft weiter durch die Gegend.

Nicht müde ist sie, zu sagen, dass sie ja so gerne etwas Negatives finden möchte, aber einfach nichts findet, weil die hier ja alle total korrekt sind.

10 Tage nach erscheinen des Buches veröffentlichte „Öko Test“ ihre Ergebnisse zu allerlei Chicken Nuggets die momentan auf den Markt sind und oh Schreck, fast ausnahmslos fallen alle Produkte durch, aber doch nicht unsere McDonalds Nuggets, die sind doch absolut exquisit, dass hat die Autorin doch gesehen. Lasst mich mal nachsehen – „Chicken McNuggets“ von McDonald’s, haben ein „Ungenügend“ erhalten. Bitte wie!

Und McDonalds, sowie die anderen Fast Food Ketten, wollten nichts über ihre Tierhaltung verraten – herrje, hätte Öko Test mal bei Alexandra Reinwarth nachgefragt, die durfte ja alles nachgucken.

McDonalds Deutschland-Chef Holger Beeck rundet die Sache auch noch ab, in dem er von seiner Traumkarriere erzählt. Als kleiner Schaltermitarbeiter habe er begonnen und durch harte Arbeit, habe er nun den Chefsessel unter sich.
Hier möchte ich einhaken und dieses Mal nicht negativ – McDonalds gibt jeden eine Chance, auch rühmen sie sich momentan 900 Flüchtlingen angestellt zu haben, kostenloser Sprachkurs inklusive. Kann man schlechtreden, weil nur knapp über Mindestlohn usw. muss man aber nicht, ist eine gute Sache, was man einfach mal zugeben darf.

Aber warum wurden eigentlich im Buch keinerlei „normalen“ Mitarbeiter befragt? Man liest nur, wie toll die „wichtigen“ Menschen McDonalds finden, aber die Mitarbeiter werden ausgelassen, man könnte dreist unterstellen, man habe Angst vor Kritik gehabt.

Was mich auch sehr wundert, dass Frau Reinwarth alles für bare Münze nimmt, klar kann sie nur beschreiben, was sie auch gesehen hat und klar wird sich McDonalds von der guten Seite zeigen, blöd wären sie, aber warum hat sich die Autorin nicht einfach mal Burger, Nuggets, Salat usw. geschnappt und es in ein unabhängiges Labor gebracht, um analysieren zu lassen, ob wirklich nur die guten Sachen einen Weg ins Produkt finden?
Möchte man für mich hinter die Kulissen schauen, gehört es dazu, nicht nur die Akteure zu befragen, sondern Aussagen auch zu überprüfen, was hier allerdings an keiner Stelle gemacht wurde.

Wisst ihr, es ist eine Tatsache das bei Fast Food Ketten nicht alles eitel Sonnenschein ist, dann aber ein Buch auf den Markt zu bringen, wo nur die tollen Sachen mit Neonlicht ausgeleuchtet werden und eine mikroskopisch kleine Prise Kritik einzustreuen, um trotzdem mit stolzer Brust sagen zu können: „Das Negative wurde doch auch besprochen.“, ist eine ziemliche Heuchelei.

Ich habe von Alexandra Reinwarth vor einem Jahr schon „Das Glücksprojekt“ gelesen, was mir sehr gut gefallen hat, aber mit dem McBook hat sie sich für mich ins absolute Abseits geschossen. Müsste ich das Buch mit einem kurzen Satz beschreiben, es wäre: Eindimensionalität in Perfektion.

Faceless

Titel:  Faceless
Originaltitel: Faceless
Autor: Alyssa Sheinmel
Genre: Jugendbuch ab 14 Jahren
Verlag: Hanser Verlag
Format: Broschiert, 352 Seiten
ISBN: :978-3-446-25703-0


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Langsam kehrt bei Maisie die Erinnerung zurück: Ein Blitz hatte die Oberleitung getroffen und der Funkenregen sie auf das Schlimmste verbrannt. Maisies Leben wird nie mehr so sein wie zuvor. Doch sie hat großes Glück: Sie erhält ein Gesichtstransplantat. Aber kann man das wirklich Glück nennen? Wenn sie sich selbst nicht mehr im Spiegel erkennt, sie in der Schule zum Außenseiter wird, weil ihr Gesicht aussieht wie von Picasso gemalt, und ihr Freund, ihre erste Liebe, nur aus Mitleid bei ihr bleibt? Erst als Maisie auf Menschen trifft, die ihr altes Gesicht nicht kennen, gelingt es ihr, ihr neues Ich anzunehmen. Und sie begreift: Sag niemals nie. ©Hanser Verlag

Das Buch habe ich eher durch Zufall in einer dieser kleinen Werbungen entdeckt, die man ab und zu in Büchern findet, eine Art kleines Verlagsprogramm und irgendwas daran hat mich sofort angesprochen, vielleicht weil mein Kopf eine Verbindung zu „Wunder“ von Raquel J. Palacio hergestellt hat.
Auggie wurde mit seinem missgebildetes Gesicht geboren, lebt damit seit 10 Jahren, Maisie wurde mit einem „normalen“ Gesicht geboren und muss erst lernen, was es bedeutet, angestarrt zu werden, diese Sicht hat mich neugierig gemacht und somit musste „Faceless“ gelesen werden!

Zu Beginn lernt man Maisie Alltag vor den Unfall kennen: beliebt in der Schule, mit ihrer besten Freundin Serena und ihrem festen Freund Chirag immer an ihrer Seite. Relativ rasch ereignet sich das Unglück und der schreckliche Unfall geschieht.
Man wacht mit Maisie im Krankenhaus auf und bekommt gleich die ersten Reaktion des Umfelds mit: „Was hattest du nur für ein Glück, du hättest auch sterben können.“
Glück kann Maisie allerdings keines für sich verstellen und beginnt mit Aggression auf diesen Spruch zu reagieren, weil, wäre es nicht besser gestorben zu sein, als nun mit einem entstellten Gesicht leben zu müssen?

Dieser Frage geht die Geschichte auf die Spur, allerdings beinhaltet es auch noch ein anderes wichtiges Thema: Organspende. Obwohl es relativ zu Beginn des Buches vorkommt, möchte ich es nicht wirklich verraten, eben weil es einfach ein ziemlich zentraler Teil ist, wobei ich sagen muss, dass die Umsetzung gelungen ist, zumindest sehr zum Denken anregt.

Als Maisie aus dem Krankenhaus entlassen wird, fängt der „Alltag“ wieder an.
An ihrer Schule wissen alle von den Unfall, dass bedeutet aber nicht, dass sie unbedingt sensibler damit umgehen, es sind nicht nur Blicke, auch verletzende Kommentare kommen hinzu.

Und Chirag, ihr Freund? Im Krankenhaus wollte Maisie ihn nicht sehen, zu klar war ihr eigentlich, dass er mit einem „Monster“ wie ihr nicht mehr zusammen sein möchte.
Gibt es ein Happy End oder doch die Trennung? Ich habe mitgefiebert, mitgebangt, aber ich werde es natürlich nicht verraten! Nur so viel, es ist stimmig für die Geschichte.

Und Serena, ihre beste Freundin seit Kindertagen? Lasst uns einfach alle eine Serena haben!

Und ihre Eltern? Ein Unfall kann verbinden, aber auch trennen. Sie beide versuchen den besten Weg für sich finden und auch wenn man sie manchmal nicht ausstehen kann, so wollen ihre Eltern einfach nur das Beste, aber manchmal erkennt man es nicht gleich auf den ersten Blick.

Man geht an Maisie Seite, kann sie verstehen und manchmal auch nicht, aber wer will schon sagen können, 100% nachvollziehen zu können, wie es einen Menschen in dieser Situation geht? Wer will sich herausnehmen, zu sagen, welche Reaktionen okay sind und welche nicht?

Ich fand die Geschichte gut umgesetzt, habe mitgefühlt und auch Spaß gehabt, als Maisie einer Selbsthilfegruppe beitritt, die manchmal zwischen Trauer und Humor in Sekundentakt hin und her springt.

Monatsrückblick September 2017

September

Keine Ahnung wohin das Jahr so schnell verschwindet, unter der Zeit, da fühlt es sich oft so an, als würde es sekundenkauend in der Ecke sitzen und doch, wenn ich jetzt zurückblicke, ist es fast so, als hätte es den Zeitkaugummi in einen Zug hinuntergeschluckt.
Oktober also. Ein kurzer Blick zurück auf den September, der, wie soll ich sagen, von den Bücher eher so mau war.

Angefangen hat der Monat mit „Und es schmilzt“ von Lize Spit (nicht am Foto, weil schon verschenkt). Was soll ich sagen? Ich fand die Beschreibung nicht sonderlich toll, aber da auf allen sozialen Kanälen damals scheinbar nur dieses eine Buch gelesen wurde und Worte, wie: erschütternd, nichts für Zartbesaitete, erbarmungslos, sprachgewaltig, harte Kost, ergreifend usw. ausgesprochen wurden, dachte ich mir, oha…..klingt nach dir, liest du jetzt lieber doch mal und was soll ich sagen – nein, einfach nur nein.
Ich verstehe die Faszination, die die Geschichte auslöst, aber für mich war es einfach nur eine zähe Angelegenheit, es hat mich nicht berührt, auch wenn es Stellen gab, wo es sicherlich Gänsehaut geben müsste, war bei mir nix.

Und weil ich nach dem Buch ein wenig deprimiert war, weil es eben nicht so großartig war, wie erhofft, hab ich einfach Neon: Unnützes Wissen 2 von Bernhard geliehen, weil man die zwischendurch immer lesen kann und Bernhard parallel den neuen sechsten Teil gelesen hat.

Als nächstes gab es „The Wednesday Wars“, damit auch die englischen Bücher abgedeckt wurden. Tja, war okay. Relativ leicht zu lesen, allerdings nicht sonderlich spannend, lustig oder ähnliche, eben einfach nur okay.

Im September habe ich dann „Simple“ auf einen Flohmarkt erbeutet – mein Traumabuch. Fertig mit meiner Bürolehre, habe ich danach circa ein Jahr in einer Buchhandlung gearbeitet. Im ersten Monat kam ein Lehrer zu mir, wollte 25 Stück „Simple“ für seine Klasse. Ich voll motiviert, einfache Bestellung, kann nichts schief gehen ….. doch, statt der deutschen Ausgabe, habe ich nämlich 25 mal die französische bestellt. Chefin war stinkig, Lehrer auch nicht sehr erfreut und ich zweifelte an meiner Kompetenz.
Vielleicht deshalb, habe ich lange einen Bogen um das Buch gemacht – zu unrecht wie ich jetzt weiß. Es ist ein wunderbares Buch, voller Herz und Humor.

Weiter ging es mit „Ich wollte nur, dass du noch weißt …“ was mal ein totaler Reinfall war, was man in der Rezension nachlesen kann, wenn man mag, wenn nicht, dann nur soviel – langweilig, gefühlsleer und Papierverschwendung.

Und den Monat beendet habe ich mit „Ich, Eleanor Oliphant“ und ich wollte dieses Buch so unbedingt lieben, weil es von Nana kam und obwohl ich die ersten 100 Seiten schon ziemlich komisch fand, hab ich weitergelesen, eben weil ich die Geschichte lieben wollte und es wurde irgendwie ein wahrer Kampf. Eleanor hat ihre Eigenheiten, die sich durch ihre Kindheit entwickelt haben – aber es wollte zwischen ihr und mir einfach nicht funken. Die Geschichte kann man schon lesen, aber ich denke, es wäre auch kein großer Verlust, sie nicht gelesen zu haben und wenn nicht Nana gewesen wäre, hätte ich das Buch vermutlich auch abgebrochen. Es hat einfach nicht gepasst.

So war der Monat bis auf „Simple“ eher nicht so berauschend und während viel von euch kommende Woche auf der Buchmesse unterwegs sein werden, versuche ich, irgendwo meine Lesefreude wiederzuentdecken.

Ich wollte nur, dass du noch weißt …

Ich wollte nur, dass du noch weißt ...
Titel: Ich wollte nur, dass du noch weißt …
Originaltitel Dear My Blank: Secret Letters Never Sent
Autor: Emily Trunko
Genre: Jugendbuch ab 14 Jahren
Verlag: Loewe Verlag
Format: Hardcover, 192 Seiten
ISBN: 978-3-7855-8608-2


Kauft doch wieder einmal in eurer örtlichen Buchhandlung ein!

Eigentlich wollte ich mir in der Buchhandlung „Deine letzte Nachricht. Für immer.“ von der Autorin holen, leider war es nicht vorrätig und so dachte ich mir, warum nicht mit dem ersten starten.
Interessant klingt der Untertitel schon „Nie verschickte Briefe“ – ich erwartete Geheimnisse, Alltäglichkeiten, aber vor allem große Gefühle.

Gestartet hat die 16-jährige Emily ihren Tumblr-Blog „Dear My Blank“ mit dem Gedanken, anonyme Nachrichten zu veröffnen, weil wir haben sie doch alle, diese Worte im Kopf, vor denen wir in den Realität Angst haben, sie auszusprechen und doch
brauchen wir einen Weg, sie aus unserem Kopf zubekommen.
Emily ist allerdings nicht die Einzige mit diesem Problem, so hat der Blog bereits 35.000 Leser und viele Briefe, Nachrichten und E-Mails, die Emily für andere anonym veröffentlicht.

Klingt eigentlich ziemlich fantastisch oder? Ist es auch.

Vermutlich sollte ich hier meine Rezension beenden, weil jetzt kann es nur bergab gehen und es geht steil hinunter. Die Idee ist super, auch Emilys zweites Projekt „The Last Message Received“ ist eine wunderbare Möglichkeit, seine Gedanken zu teilen, aber…..ganz ehrlich, ich verstehe nicht, warum es hierfür Bücher braucht.

In den abgedruckten Briefen fehlte mir ganz oft die Emotion, vielleicht aber auch, weil man nahezu kein Hintergrundwissen hat, warum der Brief überhaupt verfasst wurde. Es war für mich aus den Zusammenhang gerissen und überwiegend leere Worte auf Papier. Sollte es geheimnisvoll sein? Keine Ahnung.

Ich hab mich hingesetzt und das Buch an einem Stück gelesen, vielleicht war es ein Fehler, aber sollte man jeden Tag nur einen Brief lesen und wie hätte es dadurch mehr Gefühle geben sollen?

Die Aufmachung des Buches ist wirklich gelungen, da kann man nicht meckern, aber letztlich bleibt es für mich völlig unnötig. Es gibt die Tumblr-Blogs, wieso muss man jetzt eine Auswahl an Briefe treffen und sie zwischen Buchdeckel drücken? Warum muss man überhaupt eine Auswahl treffen?

Verständlich ist, dass die Blogs auf Englisch sind, weshalb man mit einem Buch in deutscher Sprache sicherlich was Gutes wollte, aber ehrlich, es funktioniert für mich einfach überhaupt nicht. Für mich ist „Ich wollte nur, dass du noch weißt …“ die Enttäuschung des Jahres 2017.

Englisch Challenge – Zwischenstand

Tatsächlich, für mich selbst überraschend, halte ich an meinem Englischleseplan fest – es ist absolut wunderbar, ich bin so froh, diese Entscheidung getroffen zu haben! …. So sehen Lügen aus. Ehrlich gesagt ist es manchmal wunderbar, oft aber einfach nur sehr sehr frustrierend.

Jugendbücher wollte ich lesen, ganz ganz viel – erster Fehler, hingefallen, Knie aufgeschlagen. Es gibt sie, die Geschichten, die relativ leicht verständlich sind – zum Beispiel „I Swear„, dann gibt es aber noch Bücher wie „The Pause“ wo ich auf den ersten 10 Seiten vielleicht ein Wort verstanden habe, es schließlich genervt ins Regal zurückgestellt habe.

Zwischenzeitlich habe ich auf Social Media Seiten vermutlich allen Menschen das Ohr abgekaut, welche Bücher sie empfehlen könnten, die leicht und verständlich sind, nur um immer wieder auf das Ergebnis zu stoßen, das Verständlichkeit ein sehr dehnbarer Begriff ist – nochmal hingefallen, anderes Knie aufgeschlagen.

Die Leiter ein wenig hinuntergeklettert, damit der Fall nicht so hoch ist. Middle Grade – sprich Kinderbücher, ins Visier genommen, hier gibt es sie, durchaus, die richtig spannenden Geschichten, die sich mit ernsten Themen beschäftigen. Hier war ich gut aufgehoben, leicht verständlich, wenige Worte zum Nachschlagen, perfekt also …. Nein.

Ich denke, die Kinderbücher haben mich nämlich von der Leiter, in eine tiefe Lesenflautengrube geschubst. Ab und an eine solche Geschichte zu lesen, passt schon irgendwie, aber auf die Dauer machen sie sehr sehr müde. Es sind nun mal Bücher für Kinder …

Jetzt habe ich beschlossen mir doch den Tipp zu Herzen zu nehmen, den viele geben: Bücher zu lesen, die man schon kennt.
Spontan habe ich mich für folgende Bücher entschieden:

Englisch

Die Welt wär besser ohne dich“ (engl. „Backlash“) von Sarah Darer Littman
Ich werde immer da sein, wo du auch bist“ (engl. „Hold still“) von Nina LaCour
By the time you read this, I’ll be dead“ (engl. gleicher Titel) von Julia Anne Peters
Tote Mädchen lügen nicht“ (engl. „13 Reasons why“) von Jay Asher

Wie man erkennt, gibt es zu allen eine Rezension, in welcher Art auch immer, was nun bedeutet, dass ich nicht wirklich weiß, wie es mit den Rezensionen vorläufig aussehen wird.  Ich hab natürlich noch eine riesige Liste an deutschen Büchern, die auch abgearbeitet werden mag, aber es ist ja so, dass ich meistens nur Rezensionen schreibe, wenn ich unbedingt was dazu sagen will, weshalb, wenn ich für die deutschen Geschichten nicht so viele Worte finde, wird es ein wenig ruhiger, falls die Worte doch weiter sprießen, vergesst einfach den letzten Absatz.