Meine Schwester lebt auf dem Kaminsims

Meine Schwester lebt auf dem Kaminsims
Titel: Meine Schwester lebt auf dem Kaminsims
Originaltitel: My Sister lives on the Mantelpiece
Autor: Annabel Pitcher
Genre: Jugendbuch ab 14 Jahren (meine persönliche Meinung)
Verlag: Goldmann Verlag
Format: Hardcover, 224 Seiten
ISBN: 978-3442312535


Kauft doch wieder mal in der örtlichen Buchhandlung ein!

Seit der zehnjährige Jamie ein Spider-Man-T-Shirt von seiner Mutter geschenkt bekommen hat, weigert er sich, es wieder auszuziehen, immerhin will er es anhaben, wenn sie ihn besuchen kommt. Sie hat es ihm versprochen, doch wie so viele Versprechen in letzter Zeit, scheint auch dieses eine Lüge gewesen zu sein.
Seit dem Tod seiner Schwester Rose, versinkt sein Vater in Trauer und versucht sich mit Alkohol zu betäuben, seine Mutter ist verschwunden und seine andere Schwester Jas hat beschlossen, nicht mehr zu essen und Jamie? Er möchte einfach nur, dass seine Familie wieder zueinander findet.

Once again, ein Buch was seit Jahren in meinem Regal steht und traurig auf eine Lesereise gewartet hat. 2012 ist die Hardcoverausgabe erschienen und ich denke, genauso lange steht es schon bei mir. Damals hatte ich das erste Kapitel gelesen und fand es mittelmäßig und hab dann doch lieber etwas anderes gelesen.
2016 ist dann „Schweigen ist Goldfisch“ erschienen, was ich sofort weggelesen habe, nur um dann zu schauen, was die Autorin noch so geschrieben hat, damit ich mir sofort alle Bücher holen kann – die Überraschung, ein Buch steht schon längst im Regal und dann wieder der Vorsatz, es nun doch wirklich endlich zu lesen.
Ein Jahr später, nach oftmaligen in der Hand halten und wieder weglegen, war der große Moment gekommen, um zum Schluss zu dem Fazit zu kommen, was für ein riesiger Vollidiot ich war, das Buch nicht viel früher gelesen zu haben.

Aber der Reihe nach – erzählt wird die Geschichte aus der Sicht des zehnjährigen Jamie, der vor 5 Jahren seine Schwester Rose bei einem Terroranschlag in London verloren hat. Er kann sich nicht wirklich an sie erinnern, trauert deswegen nicht stark, doch die Menschen um ihn trauern. Sein Vater versinkt im Alkohol und Himmel, was habe ich ihn an manchen Stellen gehasst. In seiner Trauer wird er blind für alles um sich.
Mehr gehasst habe ich eigentlich nur noch Jamies Mutter, die in dem Buch eigentlich gar nicht vorkommt, aber eben durch ihre Abwesenheit umso präsenter ist. Sie hat es irgendwann nicht mehr ausgehalten und hat die Familie verlassen, interessiert sich, so hatte ich das Gefühl, überhaupt nicht mehr, für ihre zwei Kinder.
Und dann ist da Jas, die Schwester von Jamie und die eineiige Zwillingsschwester von Rose. Eine besondere Situation, für Jas, weil sie sich dem Druck gegenübersieht, für Rose ein Leben mitzuleben, für ihren Vater, weil er jeden Tag sieht, was aus Rose hätte werden können.

Als Jamie an eine neue Schule wechselt, lernt er Sunya kennen, die mit ihm in die selbe Klasse kommt und er sieht sich einen Problem gegenüber. Sunya ist Muslimin und Muslime haben seine Schwester getötet, kann er jetzt überhaupt mit ihr befreundet sein? Diese Zerrissenheit, man spürt sie die Geschichte hindurch. Einerseits findet er Sunya sehr nett, hat viel Spaß mit ihr, andererseits hat er immer die Worte seines Vaters im Kopf, dass die doch alle gleich sind. Eine aktuelle Thematik, die nicht besser hätte umgesetzt sein können.

Jamie ist zehn Jahre alt, weshalb das Buch auch sprachlich relativ leicht gehalten ist, wobei sich die Meinungen bezüglich der Altersempfehlungen uneinig sind. Die englische Ausgabe war ab 12 Jahren empfohlen, für die deutsche gab es dann gar keine Empfehlung mehr, weil es wohl gleich als Belletristik eingeordnet wurde.
Für mich ist die Entscheidung gefallen, es als Jugendbuch zu sehen, weil ich denke, man diese nicht unterschätzen sollte. Sicherlich, hier geht es um ein sehr ernstes Thema, aber leider gehört es auch zu unserem Alltag dazu, was ich vielleicht hochsetze ist das Alter von 12 auf 14.

Die letzten 100 Seiten wollte ich mir für zwei Tage einteilen, was aber letztlich vollkommen unmöglich war, weil ich einfach an der Geschichte klebte und Jamie nicht loslassen wollte. Es ist so, normalerweise verdrücke ich bei Büchern nur manchmal ein Tränchen, nicht viel mehr, doch hier habe ich eher so ausgesehen:

Ernsthaft, die letzten 20 Seiten haben mir das Herz gebrochen. Ich weinte, das Taschentuch in einer Hand, in der anderen das Buch, weil ich unbedingt weiterlesen wollte, aber durch die Tränen nicht wirklich viel gesehen habe.

Zwei tolle Rezension zu dem Buch findet ihr auch hier:
Das Bücherei
Bookwives

Freak

Freak
Titel: Freak
Originaltitel: Freak the Mighty
Autor: Rodman Philbrick
Genre: Jugendbuch ab 14 Jahren
Verlag: Ravensburger Verlag
Format: Taschenbuch, 192 Seiten
ISBN: 978-3473581474


Kauft doch wieder einmal in eurer örtlichen Buchhandlung ein!

Vor gefühlten 200 Jahren habe ich den Film „The Mighty – Gemeinsam sind sie stark“ zufällig im Fernsehen gesehen. Erschienen ist er 1998 und ich denke, auch um diese Zeit muss ich ihn gesehen haben, vor knapp 200 Jahren mit einer Null weniger eben.
Damals hat er mich tief beeindruckt und ich fragte mich, warum er nicht bekannter wäre.

Danach habe ich ihn eigentlich wieder vergessen und erst vor 3 Jahren habe ich das Buch „Freak“ von Rodman Philbricks auf einen Flohmarkt entdeckt. Das Buch zum Film und natürlich musste es zu mir mit nach Hause.
Wie es mit Geschichten so ist, die ich bereits kenne, landete das Buch im Regal um Staub zu sammeln. Letztens strich ich so über das Regal, auf der Suche nach einer Geschichte, dir mich gefangen nehmen würde und da war es dann die Zeit der Macht, nach Jahren des Staubsammelns, entstaubte ich seine Geschichte.

Es geht um die beiden Jungens, Max und Kevin.
Max ist ein Hüne, stark wie 5 Mann, mit einen Geheimnis, was eigentlich sowieso jeder kennt und mit dem er immer wieder konfrontiert wird.
Kevin ist ein genialer Zwerg voller Neugier, des Fantasie grenzenlos ist und nur von seinem gebrechlichen Körper gebremst wird.

Unterschiedlicher können die Beiden also nicht sein, doch als Kevin in die Nachbarschaft zieht, ist es Max, der den Kontakt sucht, warum weiß er zwar nicht, aber es entsteht etwas Magisches zwischen den beiden. Max hat das Gehirn, während Kevin die Beine hat, miteinander gleichen sie die Schwächen des anderen aus und werden dadurch nur viel stärker.

Zugegeben, es klingt nicht unbedingt überwältigend, aber diese Geschichte hat etwas an sich, dass ich sie in einen Abend zu Ende gelesen habe und mich gefragt habe, warum ich es noch nicht viel öfters getan habe. Zwar kannte ich die Geschichte vom Film her, war deswegen auch eher etwas skeptisch dem Buch gegenüber, doch es war unglaublich. Nahezu unbeschreiblich.

In Deutsch heißt das Buch „Freak“, weil Max und Kevin welche sind, sie passen nicht in die Norm, ob aufgrund einer Krankheit oder einer Vergangenheit, für die man nicht einmal etwas kann, sie sind Ausgestoßene, aber dadurch, dass sie einander gefunden haben, werden sie eine Einheit, die sich gegen die Widrigkeiten des Lebens stellt und somit eine Kraft erlangt, die sonst unmöglich zu erreichen scheint.

Diese Geschichte ist ein Schatz für mich, ob es an den Film liegt oder an dem Buch, so genau kann ich es nicht sagen, es ist sicherlich hier die Kombination, die ein Gesamtbild komplett ausleuchtet.

Und dieses Buch hat noch etwas an sich, was ich für mich abspeichern sollte – es lässt sich immer wieder lesen, weil obwohl man die Geschichte kennt, sie sich immer wieder einen neuen Weg ins Herz sucht, um dort dann ein wenig zu bleiben.

Monatsrückblick Juni 2017

Juni 17

Mit den Neuerscheinungen konnte ich mich nicht so wirklich anfreunden, weil mein Geschmack manchmal so stark hin und her hüpft, dass ihn einzufangen, irgendwie nicht wirklich machbar ist. Was aber machbar ist, weil es unveränderlich ist, ist ein Monatsrückblick und nun versuche ich mich an dieser Art.

„I Swear“ von Lane Davis war ein Buch, was schon ewig auf meiner Wunschliste stand, was ich aber meistens ignoriert habe, weil englisch. Wo jetzt aber der Entschluss gefallen ist, endlich mal mehr in dieser Sprache zu lesen, war nun der perfekte Zeitpunkt – wie man in meiner Rezension lesen kann, ist es bis jetzt ein wahres Jahreshighlight für mich!

„A Dog Like Daisy“ von Kristin O’Donnell Tubb war mein zweites englisches Buch in diesem Monat und hatte ein ganz großes Problem: „Chester and Gus„. Die Geschichte habe ich im Mai gelesen und geliebt, „A Dog Like Daisy“ behandelt eine ähnliche Thematik, konnte allerdings bei Weitem nicht überzeugen, zudem fand ich das Englisch auch ziemlich schwierig für ein Kinderbuch.

Das Buch, was man am Bild so überhaupt nicht erkennt kann, ist „Vielleicht lieber morgen“ von Stephen Chbosk. Die Neuauflage ist dann unter den Titel „Das also ist mein Leben“ erschienen. Ein Klassiker. So sagt man. Ich fand es ehrlich gesagt okay, mehr aber nicht, der Zauber, den viele in der Geschichte sehen, blieb mir leider verborgen.

„Nur drei Worte“ von Becky Albertalli stand vermutlich gefühlte 100 Jahre in meinem Bücherregal, als aber auf Instagram immer öfters das neue Buch der Autorin „The Upside of Unrequited“ auftauchte, hab ich endlich die Muse gefunden und „Nur drei Worte“ gelesen. Es war anders als gedacht, aber definitiv ein großartiger Lesemoment, der in meinem Kopf bleiben wird.

Dann sind auch zwei Bücher dabei gewesen, die noch nicht erschienen sind, weshalb ich nicht viel sagen kann, nur, dass sie durchaus lesenswert waren. 
„Fangril“ von Rainbow Rowell
erscheint am 24.Juli 2017 und
„54 Minuten: Jeder hat Angst vor dem Jungen mit der Waffe“ von Marieke Nijkamp am 21. September 2017. Die Rezensionen folgen dann.

Alles in Allem war der Juni ein guter Lesemonat, wobei ich leider momentan das Problem habe, überhaupt nicht zu wissen, was ich lesen soll. Es ist nicht so, dass nichts in meinem Regal stehen würde, nur spricht mich leider nichts davon wirklich an, vielleicht ja auch, weil die Vorfreude auf „The Hate U Give“ von Angie Thomas zu groß ist und ich irgendwie nur diese Geschichte lesen mag. Erscheinungstermin ist der 24. Juli, vorbestellt ist es, jetzt heißt es nur noch geduldig sein.

Jugendbücher über Mobbing

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Es bleibt nach all den Jahren irgendwie gleich, Jugendbüchern gehört mein Herz und dort auch eher der Sorte, die sich mit ernsten Themen befassen. Um auf meinem Blog ein wenig mehr als nur Rezensionen zu posten, habe ich mir überlegt, einzelne Beiträge zu bestimmten Themen zu erstellen.

Für mich waren Jugendbücher in meiner eigenen Jugend ein Rettungsanker und sind es irgendwie auch heute noch teilweise, weil ich das Ringen um einen selbst viel zu gut kenne. Ein Außenseiter war ich, allerdings ein ignorierter – sprich, ich durfte tatsächlich bei jeder Gruppe dabei sein, niemanden hat es gestört, allerdings hat es auch niemanden gestört, wenn ich nicht da war, vermutlich hat es sogar niemand bemerkt. Damals eine Zerreißprobe für mich, will man doch wer sein, irgendwer….

Nun überlege ich aber oft, was ist, wenn man ein Außenseiter ist und dann auch noch von allen Seiten zu hören bekommt, wie wertlos man ist, wenn Worte auf einen geschleudert werden, die nur darauf abzielen, jemanden zu verletzen. Mobbing.
Früher sprach man nicht darüber, waren es doch nur Hänseleien unter Kinder, sowas ist doch vollkommen normal, dass gehört zum Erwachsenwerden dazu. Die Betroffenen haben trotzdem gelitten, aber vielleicht, vielleicht wusste man es einfach auch nicht besser, hat sich selbst die Lüge schön geredet.
Mich hat das Internet verändert, der Zugang zur Welt. Jede Woche Nachrichten das sich ein Schüler auf Grund von Mobbing das Leben genommen hat – all diese Gesichter kann und will ich nicht ignorieren.

Mir haben damals Bücher sehr geholfen, sie haben nicht meine Welt verändert, aber in ihnen habe ich ein zu Hause gefunden, wenn auch nur für einen Moment. Die Sache ist, wenn man anfängt Bücher über solche Themen auf den Markt zu bringen, wenn man über sie spricht, dann kann sich etwas ändern, wenn man weiterhin so tut, als gebe es Mobbing nicht, wird die Welt davon nicht untergehen, aber doch für viele unwiederbringlich auseinanderbrechen.

Bücher die ich zu dem Thema gelesen habe und die mir gefallen haben:

unsichtbare wunden, die welt wär besser ohne dich, ich hätte es wissen müssen, astrid frank, Sarah Darer Littman, tom leveen Unsichtbare WundenDie Welt wär besser ohne dichIch hätte es wissen müssen

tote mädchen lügen nicht, i swear, jay asher, lane davis

Tote Mädchen lügen nichtI Swear (englisch)

 

Habt ihr Bücher zu dem Thema gelesen, die ihr empfehlen könnt? 

[reflection] I Swear

I Swear
Titel: I Swear
auf Deutsch bis jetzt erhältlich: nein
Autor: Lane Davis
Genre: Jugendbuch ab 14 Jahren
Verlag: Simon&Schuster Books
Format: Taschenbuch, 288 Seiten
ISBN: 978-1442435063

 


Kurz zum Inhalt:
Nachdem Leslis jahrelang von ihren Mitschülern gemobbt wurde, nimmt sie sich das Leben. Die Mobber sind sich keiner Schuld bewusst, immerhin hat sich Leslie doch selbst umgebracht, entschieden, feig aus dem Leben abzuhauen.
Als ihr Eltern sich allerdings entscheiden, eine Zivilklage einzureichen, müssen sich ihre Mitschüler den Tatsachen stellen und der Frage: welche Schuld tragen wir?

reflection:
Das Buch wird aus vier unterschiedlichen Sichten erzählt: Jillian, Beth und Katherine, die beste Freundinnen sind und Jack, er ist der Zwillingsbruder von Jillian.

Es beginnt alles mit dem Abend, als sich Leslie das Leben nimmt.
Jillian, Beth und Katherine schreiben ihr noch eine Facebooknachricht – es ist eine Liste, der Titel: „10 Dinge, die du in deinem Abschiedsbrief nicht vergessen darfst. “
Mit von der Partie sind auch Macie und Krista, sie gehören ebenfalls zu den Freundinnen, haben aber in dem Buch keine eigenen Kapitel, was irgendwie schade ist, weil je mehr man liest, desto mehr würde man gerne wissen wollen, was in Macies Gedanken los ist. Schon nach wenigen Seiten hasst man sie nämlich abgrundtief und mit jeder Seite wächst der Hass an.
Sicherlich, auch die anderen sind keine Unschuldslämmer, aber man merkt deutlich, dass sie eigentlich nur Mitläufer sind, keine eigene Meinung haben und sich blind Macie anschließen.

Als sie am nächsten Morgen erfahren, dass sich Leslie das Leben genommen hat, reagieren alle unterschiedlich.
Macie und Krista selbstzufrieden, sich aber keiner Schuld bewusst.
Beth bricht in unaufhaltsame Tränen aus.
Katherine und Jillian sind ungläubig, verdrängen die Nachricht.

Und Jack, wer und wo ist überhaupt Jack?
Jack war nicht von der Partie, als die Facebooknachricht geschrieben wurde, er steht in einem anderen Verhältnis zu Leslie. Er war in sie verliebt, was Leslie auch wusste.

In den einzelnen Kapiteln erfährt man nun, wie alle mit den Tod von Leslie umgehen und als sie eine Vorladung auf Grund der Zivilklage erhalten, beginnen sie auch endlich, darüber nachzudenken, welche Schuld sie daran tragen. Bis auf Macie, Macie denkt prinzipiell nicht nach und falls, dann nur an sich –  wie gesagt, ich hasse sie wirklich abgrundtief.

Komplett zerstört hat mich allerdings das Ende, weil es volle Breitseite Realität geliefert hat. Ehrlich, ich saß da und dachte mir die ganze Zeit, was der Scheiß jetzt soll und dann haben meine Gedanken eingesetzt, dass es einfach die Realität ist, auch wenn man gerne eine Alternative dazu hätte, gibt es sie viel zu oft nicht. Und Gerechtigkeit manchmal einfach nur ein leeres Wort ist.

Das Englisch war gut verständlich und ziemlich leicht, was sicherlich auch dazu geführt hat, dass „I Swear“ für mich bis jetzt das beste Buch 2017 war.

[Kurzfazit] Crazy America

Crazy America
Titel: Crazy America: Eine Liebeserklärung an ein durchgeknalltes Land
Autor: Michaela Haas
Genre: Erfahrungsbericht
Verlag: Goldmann Verlag
Format: Taschenbuch, 320 Seiten
ISBN: 978-3442159314


Kauft doch wieder mal in der örtlichen Buchhandlung ein!

Spätestens seit Donald Trump Präsident der USA geworden ist, muss man sich schon fragen, was in diesem Land so abgeht. Dr. Michaela Haas arbeitet als freie Korrespondentin in Amerika, kennt ein wenig die Sitten und Gebräuche, versteht sie zwar nicht immer, versucht aber dem Rest der Welt zu erklären, was unerklärbar scheint.

Das Amerikaner ein eines Völkchen sind, dass lässt sich nicht leugnen, nun könnte man sagen, jedes Land hat doch seine Eigenheiten, aber sagen wir mal so, die USA sind die Meister der Eigenheiten.
Die Autorin gibt in kurzen Kapitel einen Rundumblick – Sicherheit geht über alles, Fingerabdrücke werden wie Briefmarken gesammelt, da ist es auch nicht schlimm, einige doppelt/dreifach oder auch 178 mal zu haben – sicher ist sicher.

Ein Klassiker sind fast schon die absurden Gesetze, die es gibt, ob sie auch wirklich umgesetzt werden, kann die Autorin nicht wirklich sagen, zu vermuten wäre es aber sehr stark.

Ist das Buch auch lustig aufgebaut, wird versucht alles mit Humor zu nehmen, werden aber auch erste Themen angesprochen – Gesundheitssystem, Todesstrafe und Rassendiskriminierung. Frau Dr. Haas schafft den Spagat zwischen Ernst und Humor wunderbar, so dass man die Schwere der Themen durchaus versteht und nachvollziehen kann.

Für mich ist es ziemlich schwer, zu dem Buch eine Rezension zu schreiben – was soll man dazu auch schreiben? Die Autorin beschreibt auf amüsante Art und Weise das amerikanische Völkchen, ohne aber jemals den Ernst mancher Themen auszuklammern. Wer sich für Amerika interessiert, wer vielleicht dort Urlaub machen möchte – für dem ist dieses Buch auf jeden Fall empfehlenswert.

Wonder Woman [Film]

BildergebnisTitel: Wonder Woman
Regie: Patty Jenkins
Drehbuch: Jason Fuchs, William M. Marston

Produktionsland: USA
Dauer: 141 Minuten
Erscheinungsdatum: 2017
Altersfreigabe: FSK 12

Log-Line:
Vor ihrem Siegeszug als Wonder Woman wurde die Amazonenprinzessin Diana zu einer unüberwindlichen Kriegerin ausgebildet. Sie wuchs in einem abgelegenen Inselparadies auf – erst von einem notgelandeten amerikanischen Piloten erfährt sie von den fürchterlichen Konflikten im Rest der Welt. Darauf verlässt sie ihre Heimat, weil sie überzeugt ist, dass sie der bedrohlichen Situation Herr werden kann. In dem Krieg, der alle Kriege beenden soll, kämpft Diana an der Seite der Menschen, entdeckt allmählich ihr volles Potenzial… und ihre wahre Bestimmtung.

Meine Meinung:
Im 5. Anlauf hat es endlich geklappt; Wonder Woman ist an den Kinos angelangt! Seit 1996 haben sie es versucht, anfangs war sogar Sandra Bullock im Gespräch als Amazonen-Prinzessin!

Aber dank der DC-Extended-Expertise, die 2013 mit „Man Of Steel“ begann, ist es jetzt soweit. Und passenderweise führte (was trotz der Moderne ganz ungewöhnlich ist) eine Frau Regie. Patty Jenkins hat z.B. im Jahr 2003 „Monster“ gedreht, wo die Schauspielerin Charlize Theron 2004 den Oscar bekam. Nach dem Motto: „Frauen an die Macht!“ Aber konnte der Film auch überzeugen?

Ich war zwiegespalten; einerseits wollte ich gerne den Film sehen (auch über die Art und Weise, wie dieser gestaltet wird), aber andererseits war ich doch sehr voreingenommen von ihrer vorherigen Performance in Batman v Superman – Dawn Of Justice. Ich fand sie überheblich, arrogant und extrem aufgesetzt. Mrs. Jenkins hat hier vieles besser gemacht als Zack Snyder, der Charakter wirkt hier viel echter.

Ich (als DC-Fan) fand die Einführung recht interessant und die Überschneidungen der (griechischen) Antike passend. Nach der Philosophie-Stunde kam die Aktion in Form eines Flugzeugabsturzes von Cpt. Kirk … ach ich meine natürlich von Chris Pine. Und auch der „große Krieg“ kam in die Welten der Amazonen. Etwas überrascht war ich aber, als ich erfuhr, dass es um die Zeit des ERSTEN Weltkrieges handelt. Aber warum auch nicht. Nach der Abwehr der „Deutschen Welle“ ging auch schon das Abenteuer los; Wonder Woman und der Bruchpilot (sein Name der Vollständigkeit halber: Steve Trevor) reisen mit einem kleinen Bötchen nach London – und erreichen es auch bald.

Umschiffen wir mal die Logiklöcher und kommen zum weiteren Verlauf. Gewisse Pointen haben wahrlich einen Lacher in mir hervorgekitzelt, viele andere aber versanken im blauen Nichts. Aber ich muss zugeben, der lustigste Charakter war die Sekretärin beim Geheimdienst. Welch ein famoser Spaß!

Und die Action? Ja sie ist da, wenn sie auch wie ein Metronom hin und her schwankt und zumeist bei Stellen auftritt, wo es nicht sonderlich viel Sinn macht. Die Beziehung zwischen der Prinzessin und des Piloten/Soldaten/Geheimagenten war für mich zu gezwungen, als MÜSSTEN die beiden zusammen kommen – das hat man deutlich gespürt. Die anderen Charaktere der „Infiltrations-Einheit“ … naja sagen wir, da blieb nicht viel hängen.

Auch wenn der Endkampf sehr pompös insziniert wurde, merkte man doch die Überlänge dieses Filmes. Beim „Einsatz“ an der Front hatte man das Gefühl, dass die Charaktere sich durch die Welt stolpern und nicht so recht wissen, was sie da eigentlich machen!?

Die Auflösung war nett … aber da wäre wirklich mehr möglich gewesen. Allein die Thematik des Krieges, ihrer Ursachen, ihrer Wirkung. Sie war ja genauso involviert wie die Bösen (z.B. hat deutschen Müttern ihre Söhne geraubt). Wollte Sie nicht in die Schlacht ziehen? Wollte sie nicht kämpfen? Hier hätte man gute Parallelen setzen können – leider vergebens. Darüber hinaus, als dann der Bösewicht das zeitliche gesegnet hat, was war dann mit den anderen Kriegen? Hat sie was dagegen getan? Hat sie es zumindest versucht? Von der Zeitlinie her entstand ein rießiges Loch zwischen „Wonder Woman“ und „Batman v Superman“. Viele Fragen blieben unbeantwortet.

Fazit:
Trotzdem … ein netter Superhelden-Film, mit guten Szenen und netten Ideen. Auch der Umstand, dass jetzt endlich wieder einmal eine Frau das Ruder übernommen hat (in doppelter Hinsicht) kann ich nur begrüßen. Ein guter Film für Zwischendurch, der absolute Burner wurde es aber nicht.

Mein Rating:
7/10

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Wonder_Woman_(2017)

http://www.imdb.com/title/tt0451279/